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Umgehung Stadtmitte
FDP sieht Ost-Umgehung der Stadtmitte kritisch

Die Bahnhofstraße im Barockstädtchen Blieskastel soll um etwa 25 Meter, direkt neben den Radweg, verlegt werden.
Die Bahnhofstraße im Barockstädtchen Blieskastel soll um etwa 25 Meter, direkt neben den Radweg, verlegt werden. FOTO: Fredi Brabänder
Blieskastel. Freie Demokraten sehen in Projekt keine Entlastung für Blieskasteler Innenstadt. Kosten gingen zulasten öffentlicher Hand. red

Die FDP Blieskastel ist gegen die Ost-Umgehung Stadtmitte. Denn, so die FDP in einer Mitteilung, eine Kosten-Nutzen-Analyse spreche deutlich gegen das Projekt. Der Forderung der SPD, diese Maßnahme umzusetzen, folgten die Liberalen daher nicht. „Die Verkehrsentlastung für die Innenstadt von Blieskastel wird gleich null sein, dafür entstehen aber Kosten zulasten der öffentlichen Kassen”, teilt die FDP Blieskastel in einer Stellungnahme mit.


Kenner der Örtlichkeit wüssten, dass die vorhandene Umgehungsstraße nur um etwa 25 Meter nach Osten verlagert wird. Die Aussage, dass die Innenstadt für Touristen und Besucher damit besser zu erreichen wäre, sei somit falsch. Richtig sei, dass auch die neue Umgehung den Freizeitweg von der Innenstadt abschneide. Benutzer dieses Weges müssten nach wie vor eine Straße überqueren um zur Innenstadt zu gelangen.

Gegen ein Parkraumkonzept sei nichts einzuwenden, aber dieses könne auch getrennt von der neuen Umgehung realisiert werden. Die Verbindung der Bliesgaustraße mit der Florianstraße würde auch von der FDP mitgetragen, doch ab dem Kreisel müsse, nach Ansicht der Liberalen, die Verkehrsführung nach Süden in Richtung der heutigen Bahnhofstraße gehen.



„Gerade die Tatsache, dass eine Ausnahmegenehmigung hinsichtlich des Wasserrechts erwirkt werden muss, spricht gegen diese Maßnahme. Bei solchen Plänen muss man sich fragen, wie die SPD zum Umweltschutz steht“, erklärt Roland Bies, Schatzmeister der FDP und Bauingenieur: „Schon der Kreisel an dieser Stelle war umweltschädigend, besonders im Hinblick auf den Hochwasserschutz unterhalb von Blieskastel – worauf wir bereits 2004 hingewiesen haben“.

Dem Argument, dass die Kosten für diese Umgehung nicht zu 100 Prozent von der Stadt getragen werden müssten, folge die FDP nicht, denn letztlich müsse der Steuerzahler – ob in Blieskastel oder im übrigen Saarland – diesen Unsinn finanzieren. „Die einzigen, die von dem Projekt wirklich profitieren, sind das Planungsbüro und das Bauunternehmen”, meint Bies.

Die Gesamtkosten von etwa 1,8 Millionen Euro könne man laut FDP sinnvoller einsetzen. Am besten wäre es, wenn das Geld erst gar nicht ausgegeben würde, müsse doch die Stadt nach dem 2015 beschlossenen Kommunalpaket jährlich 500 000 Euro einsparen; auch das Land müsse haushalten. Hingegen bestehe ein dringender Bedarf bei Einrichtungen der Stadt, die den Bürgern unmittelbar zugutekämen, beispielsweise bei der Sanierung oder einem Neubau der Bliesgau-Festhalle sowie beim inzwischen als „marode“ zu bezeichnenden Freizeitzentrum.