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Fast 10 000 Personen arbeiten kurz

St. Ingbert/Blieskastel. Nach einem kontinuierlichen Anstieg in den letzten Monaten ist die Arbeitslosigkeit im Saarpfalz-Kreis erstmals wieder gesunken. Das zeigt der Arbeitsmarktbericht, den die Agentur für Arbeit gestern vorlegte. Im Mai waren 4919 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet Von SZ-Redakteur Manfred Schetting

St. Ingbert/Blieskastel. Nach einem kontinuierlichen Anstieg in den letzten Monaten ist die Arbeitslosigkeit im Saarpfalz-Kreis erstmals wieder gesunken. Das zeigt der Arbeitsmarktbericht, den die Agentur für Arbeit gestern vorlegte. Im Mai waren 4919 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das sind 103 weniger als im April dieses Jahres, aber doch über 1000 Personen mehr als im Vergleich zum Mai 2008. Bei der Geschäftsstelle St. Ingbert der Arbeitsagentur stieg die Zahl der Erwerbslosen um neun leicht an. Bei der Geschäftsstelle Blieskastel, die für die Stadt Blieskastel sowie die Gemeinden Gersheim und Mandelbachtal zuständig ist, sank die Arbeitslosenzahl gegenüber April um 46 Personen. Hier ist die Arbeitslosenquote, berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen, im kreisweiten Vergleich mit 4,8 Prozent immer noch die deutlich niedrigste.Im März 2009 - für diesen Zeitraum liegen jetzt Daten über die tatsächliche Inanspruchnahme der Kurzarbeit vor - arbeiteten im Saarpfalz-Kreis im Übrigen 137 Betriebe mit 7370 Männern und 2300 Frauen kurz. "Wir hoffen natürlich, dass die Mehrzahl der Betriebe ihre Beschäftigten durch die Inanspruchnahme von Kurzarbeit auf Dauer halten können. Die Verlängerung der Bezugsdauer auf 24 Monate und die volle Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge ab dem siebten Monat der Kurzarbeit gibt da sicher vielen Firmen mehr Planungssicherheit", so Dietmar Kneis, stellvertretender Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Neunkirchen, die auch für Teile des Saarpfalz-Kreises zuständig ist. "Vor dem Hintergrund der derzeitigen Wirtschaftskrise ist das Hauptaugenmerk unserer Geschäftspolitik in diesem Jahr auf Beschäftigungssicherung in Betrieben und Weiterbildung von Arbeitslosen gerichtet", betont Kneis. Die Agentur für Arbeit unterstütze zum Beispiel Arbeitgeber bei der Qualifizierung bestimmter Personengruppen. Dazu gehören gering qualifizierte Mitarbeiter, Arbeitnehmer ab 45 Jahren, Facharbeiter, deren Berufsabschluss und berufliche Weiterbildung schon längere Zeit zurückliegen, sowie Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Es würden vor allem kurze und modulare Weiterbildungen angeboten, um die Flexibilität der Unternehmen zu erhalten."Faktoren wie der demographische Wandel und der Fachkräftebedarf machen auch vor der Krise nicht halt. Weiterbildung im Betrieb hilft, gutes Personal zu halten, das angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs sonst unwiederbringlich verloren wäre. Das muss auch die beschäftigten und die arbeitslosen Menschen überzeugen, denn eine gute Qualifikation ist nach wie vor die beste Vorsorge gegen Arbeitslosigkeit und das beste Fundament für die schnelle Beendigung von Arbeitslosigkeit", so Kneis.Insgesamt meldeten Betriebe und Verwaltungen dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der ARGE Saarpfalz im Mai 220 neue Stellen, 21 weniger als im April. Am Monatsende lagen noch 364 Stellenangebote vor. Gesucht wurden laut Arbeitsagentur vor allem Erzieherinnen, Fachlehrer, Altenpfleger, Krankenschwestern und -Pfleger, Elektroinstallateure und Köche. Außerdem lagen noch Vermittlungsaufträge für Restaurantfachleute, Friseure und Kfz-Instandsetzer vor. "Auch in der Krise spürt man den demographischen Wandel."Dietmar KneisAgentur für Arbeit