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Blieskastel
Ernten ist hier ausdrücklich erlaubt

Das Projekt „Essbare Biosphärenstadt Blieskastel“ nimmt weiter Fahrt auf. Auch am Paradeplatz gibt es jede Menge Grünzeug.
Das Projekt „Essbare Biosphärenstadt Blieskastel“ nimmt weiter Fahrt auf. Auch am Paradeplatz gibt es jede Menge Grünzeug. FOTO: Joachim Schickert
Blieskastel. Statt einfachem Blumenschmuck finden sich in vielen öffentlichen Beeten in Blieskastel essbare Pflanzen, Gemüse und reichlich Obst. Von Joachim Schickert

Das Projekt „Essbare Biosphärenstadt Blieskastel“ nimmt weiter Fahrt auf. Rechtzeitig zur Gartensaison zeigen sich die zahlreichen Stauden- und Gemüsebeete sowie Kräuterkästen, Hochbeete und Beerensträucher in voller Pracht. „All dies ist heute aus dem Stadtbild Blieskastels nicht mehr wegzudenken; genauso wenig wie der Biosphären-Bürgergarten neben dem Wallfahrtskloster, der am Tag der offenen Gartenpforte wieder scharenweise Besucher anzog“, wie Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener mitteilt. Aber wie hat diese kleine Erfolgsgeschichte angefangen? Nach einer längeren Planungs- und Antragsphase sowie einigen witterungsbedingten Verzögerungen gingen die ersten Hochbeete am Paradeplatz im Frühjahr 2016 an den Start. Nach und nach wurden dann an den verschiedenen anderen Orten im Stadtbereich zahlreiche Bodenbeete mit Stauden, Gemüsepflanzen und Obstgehölzen angelegt. Das Ergebnis könne man unter anderem vor dem Rathaus, am Haus des Bürgers sowie an der Bliesgau-Festhalle und am Busbahnhof bewundern. Entlang der Poststraße und der Kardinal-Wendel-Straße seien Mikro-Gärten mit Kräutern sowie Duft- und Aroma-Pflanzen entstanden. „Im Frühjahr 2017 hielten dann die ersten Pflanzen im Biosphären-Bürgergarten Einzug. Im Juni 2017 erfolgte durch die Bürgermeisterin gemeinsam mit zahlreichen Schülerinnen und Schülern die feierliche Einweihung. Und das Schönste daran ist: Naschen und ernten ist ausdrücklich erlaubt“, heißt es seitens der Stadtverwaltung.


Und wer gerne mal die Treppenstufen am Tivolihaus für Spaziergänge nutzt, dem dürfte es bereits aufgefallen sein, dass seit Ende April dieses Jahres eine Gruppe Weinreben die Trasse auf etwa halber Höhe des Hanges ziert. „Dort wo früher noch das Mauerwerk der ehemaligen Malzfabrik für einen unansehnlichen Anblick sorgte, wachsen nunmehr auf Initiative von Dr. Helmut Wolf, dem Projektverantwortlichen bei der Stadtverwaltung, Trauben heran. Gärtnermeister Andreas Ternes hat dabei gleich auf zwei verschiedene Sorten zurückgegriffen: Die Purpur-Weintraube „Suffolk Red“, exzellent im Geschmack und von ganz besonderer Farbe, ist eine kernlose, pilzfeste und dazu wunderschön gefärbte Sorte, die große, leicht duftende Beeren spendiert. Sie soll besonders widerstandsfähig gegen Frost und viele Pilzkrankheiten sein“, wie die Bürgermeisterin gegenüber unserer Zeitung erläuterte. Langtraubig und hellfruchtig sei die zweite Rebenart „Lakemont“ mit ihren angenehm dünnhäutigen Schalen. Sie gehöre zu den bekanntesten und beliebtesten Traubensorten in den USA. Wenn das Wetter mitspielt, dürfte gegen September/Oktober des laufenden Jahres bereits mit Früchten zu rechnen sein. Zwar gehöre es zu den Grundsätzen der „Essbaren Stadt“, dass seitens der Bürger geerntet werden darf. Im vorliegenden Fall sei dies jedoch aufgrund der bestehenden Unfallgefahr am Hang nicht möglich. Wer die leckeren Weintrauben dennoch kosten möchte, könne dies gefahrlos im Bürgergarten tun. Auch hier seien insgesamt 20 Rebstöcke gepflanzt worden. Das Team vom Zentrum für Bildung und Beruf (ZBB) habe nicht nur hier wieder erstklassig gearbeitet, heißt es abschließend.

Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener und Projektchef Dr. Helmut Wolf an den Weinreben auf der Treppe zum Kloster. 
Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener und Projektchef Dr. Helmut Wolf an den Weinreben auf der Treppe zum Kloster.  FOTO: Uwe Brengel/Stadt Blieskastel