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Annelie Faber-Wegener im Gespräch
„Einzig das gemeinsame Ziel zählt“

Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener an ihrem Schreibtisch im Rathaus am Paradeplatz.
Blieskastels Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener an ihrem Schreibtisch im Rathaus am Paradeplatz. FOTO: Schickert
Blieskastels CDU-Bürgermeisterin bilanzi das vergangene Jahr und zeigt Aufgaben für 2018 auf. ert

Was war das wichtigste Ereignis für Sie im Jahr 2017?


FABER-WEGENER Mich hat das tolle Wahlergebnis der CDU bei der Landtagswahl im März außerordentlich gefreut. Ein großer Verdienst unserer Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Für uns als Kommune bedeutet dies, dass wir weiterhin das Land als verlässlichen Partner haben und mit bewährten Strukturen weiterarbeiten können. Gleichzeitig erwarte ich mir aber auch wieder eine bessere Unterstützung der Kommunen nach der erfolgreichen Konsolidierung des Landeshaushaltes.

Was lief 2017 in der Kommune gut, was bewerten Sie als nicht so gelungen?

FABER-WEGENER Insgesamt gesehen war der Fraktionen übergreifende Konsens bei der Haushaltsaufstellung sehr positiv. Weniger gut war die Kommunikation zur Preis-
anpassung im Schwimmbad. Statt sich gemeinsam um Lösungen zu bemühen wurde das Image unseres sehr beliebten Bades beschädigt. Vielleicht war Blieskastel bei der Preisanpassung aber auch nur Vorreiter, denn zwischenzeitlich ziehen viele andere Bäder nach. Sehr positiv waren die gemeinsamen Bemühungen im Friedhofsbereich. Hier haben Stadtrat und Verwaltung an einem Strang gezogen und gemeinsam ein gutes Ergebnis im Sinne von Kosteneinsparungen und Gebührenanpassungen erzielt. Besonders wichtig für unsere Bürger ist, dass alle Friedhöfe im Stadtgebiet Blieskastel erhalten bleiben. Friedhöfe sind nicht nur ein Ort, an dem die Angehörigen trauern können, sie sind auch ein Ort der Kommunikation und der Begegnung. Neben den vielen Bauprojekten, mit denen die Stadtverwaltung beschäftigt ist, freuen mich aber auch die positiven Dinge in unseren Dörfern. Dazu zählt in 2017, dass wir den Wettbewerb des SR zum Dorffest mit Heino gewonnen haben. Der engagierten Dorfgemeinschaft von Breitfurt ist es gelungen, die Juroren zu überzeugen und so haben wir drei Tage in Breitfurt gefeiert. Ergreifend auch das feierliche Gelöbnis der Bundeswehrrekruten auf dem Paradeplatz im November. Das klare Bekenntnis der jungen Männer und Frauen zu unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung mit dem festen Willen, diese auch im Ernstfall zu verteidigen, hat mich tief berührt. Ebenso wie der Besuch der Bundesministerin für Verteidigung, Ursula von der Leyen im Januar. Blieskastel entwickelt sich weiterhin sehr positiv als Biosphären- und citta slow-Stadt. Dazu gehört auch die Aufnahme als Fair Trade Town am 8. März. Dieses Label kann jeder leben. Auch ich habe mich dieses Mal für faire Weihnachtsgeschenke entschieden. Ein toller Erfolg war auch die Verlegung des Vorweihnachtlichen Marktes von der Orangerie in und um das Rathaus. Dank an alle, die meine Idee mitgetragen haben. Wunderbar auch, dass sich Blieskastel im Jahr 2017 wieder an Halloween in eine „Gruselstadt“ verwandelt hatte.

Gab es für Sie bittere Enttäuschungen im abgelaufenen Jahr?



FABER-WEGENER Speziell beim Schwimmbad hätte ich mir gewünscht, dass die Bürgerinitiative Schwimmbad sich auch aktiv einbringt, zum Beispiel in Form eines Fördervereins, der unter anderem mit Veranstaltungen zur Belebung beiträgt. Aber das kann sich ja noch entwickeln. Einzig das gemeinsame Ziel zählt.

Was sind wichtige Weichenstellungen im Jahr 2018? Was muss vorrangig angepackt werden?

FABER-WEGENER Innerhalb der Verwaltung gibt es wichtige Weichenstellungen: Ab 1. Januar hat Harald Becker die Fachbereichsleitung des Fachbereichs Bürgerdienste übernommen. Die Stabsstelle Migration wird wieder in den Fachbereich integriert, und der bisherige Stabstellenleiter Marco Nehlig wird stellvertretender Fachbereichsleiter. Die kaufmännische Betriebsführung der Freizeitzentrum Blieskastel GmbH wird von der Stadtwerke Bliestal GmbH übernommen. Bernhard Wendel ist ab 1. Januar 2018 alleiniger Geschäftsführer. Aktuell haben wir eine Haushaltsstrukturkommission gebildet, die Beschlüsse zur Haushaltskonsolidierung für die Haushalte 2019 ff. vorbereitet. Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Einrichtung eines Biosphärenwaldkindergartens. Damit können wir nicht nur den gestiegenen Bedarf an Kindertagesplätzen befriedigen, sondern wir haben gleichzeitig die Möglichkeit, ein pädagogisches Konzept umzusetzen, mit dem sich die Kinder in einem natürlichen Umfeld optimal entwickeln können. In 2018 werden wir uns auch intensiv um die Umsetzung des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes I kümmern, wobei hier die energetische Sanierung der Pirminiushalle in Bierbach an der Blies und der Grundschule in Niederwürzbach anstehen. Daran schließt sich die Planung für das Kommunalinvestitionsgesetz II, also die Sanierung von Grundschulen an. Ein weiteres Leitprojekt ist das Biosphärenhaus für Blieskastel. Momentan wird eine Machbarkeitsstudie zur Sanierungsfähigkeit der Bliesgaufesthalle erstellt. Dabei wird mit untersucht, ob man diese beiden Einrichtungen zusammenführen kann.

Wenn Sie einen Wunsch für Ihre Kommune frei hätten, was wäre das?

FABER-WEGENER Ich glaube alle saarländischen Kommunen würden sich mehr finanzielle Möglichkeiten wünschen. Ein kommunales Leben ohne drückenden Schuldenberg. Realisierbar ist das in naher Zukunft nicht. Aber was machbar ist, ist eine konstruktive Zusammenarbeit im Stadtrat. Viele Beschlüsse werden bereits einstimmig gefasst. Aber da ginge noch mehr. Für Blieskastel wünsche ich, dass das gute gesellschaftliche Miteinander in den Vereinen und Verbänden weiterhin funktioniert. Beispielhaft möchte ich hier den Flüchtlingshilfeverein nennen. Wenn etwas gut funktioniert, wird es oft als selbstverständlich genommen. Außerdem hoffe ich, dass es für den Stadtmarketingverein eine Nachfolgeorganisation geben wird, die sich um die Belange der Gewerbetreibenden kümmern wird. Ich bin gerne bereit mich da als Bürgermeisterin einzubringen.

Was wünschen Sie sich persönlich für 2018?

FABER-WEGENER Dass mir Gesundheit und persönliches Glück erhalten bleiben. Für meine Arbeit, dass meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mich auch weiterhin engagiert zum Wohle unserer schönen Stadt unterstützen.

Die Fragen stellte
Joachim Schickert