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Blickweiler
Eine Edelkastanie zum Tag des Waldes

Umweltminister Reinhold Jost (links in Jägergrün gekleidet und mit Hut) bewährte sich als Schaffer, griff allein zum Spaten und schloss das große Pflanzloch für die Edelkastanie. Landrat Theophil Gallo achtete auf den geraden Stand des Jahresbaumes.
Umweltminister Reinhold Jost (links in Jägergrün gekleidet und mit Hut) bewährte sich als Schaffer, griff allein zum Spaten und schloss das große Pflanzloch für die Edelkastanie. Landrat Theophil Gallo achtete auf den geraden Stand des Jahresbaumes. FOTO: Hans Hurth
Blickweiler. Mit Umweltminister Reinhold Jost am Spaten wurde in Blickweiler der Tag des Waldes begangen. 70 Grundschul-Kinder waren dabei. Von Hans Hurth

Der Internationale Tag des Waldes findet jeweils am 21. März statt. In Blickweiler gab es für diesen Aktionstag besondere Aufmerksamkeit, denn auf Einladung von Stadtförster Helmut Wolf und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) pflanzten Umweltminister Reinhold Jost und Landrat Theophil Gallo, assistiert von Helmut Wolf und Blieskastels erstem  Beigeordneten Georg Wilhelm im Sitterswald den Baum des Jahres 2018, eine Edelkastanie.


70 Kinder aus vier Klassen der Dependance Blickweiler der Grundschule Breitfurt mit Leiterin Anja Haßtenteufel waren ebenso interessierte Beobachter wie Vertreter der SDW aus Bonn. „In Rheinland-Pfalz gibt es eine starke Regionalgruppe dieser Schutzgemeinschaft, die im Saarland allerdings ,eingeschlafen’ ist“, betonte Waldexperte Georg Wilhelm. „Von Blieskastel aus soll diese Saar-Regionalgruppe wieder aufleben, Stadtförster Helmut Wolf wird als Verbindungsmann fungieren.“ Minister Jost blickte exakt 30 Jahre zurück: „Das Saarland war Pionierland, als es 1988 als erstes Bundesland die naturnahe Waldwirtschaft für den Staats- und Kommunalwald verbindlich einführte. Wir müssen den Wald schützen, mehren und nützen, weil die Verwendung von Holz wichtig für eine nachhaltig handelnde Gesellschaft ist.“ Reinhold Jost erwähnte auch den für Sommer geplanten Waldkindergarten im Pirmannswald in Lautzkirchen und überreichte zur Realisierung einen Scheck über 44 380 Euro. „Solche Natur-Maßnahmen werden in den kommenden Jahren in der Biosphärenregion Bliesgau stark gefragt sein. Der Waldkindergarten wie auch die heutige Pflanzung der Edelkastanie wird dazu beitragen, dass immer mehr Menschen sich mit der Natur befassen“, sagte der Minister.

Auf der Waldfäche im Sitterswald standen zuvor viele Fichten, die durch Witterungseinflüsse mit der Zeit fielen, wie Georg Wilhelm und Helmut Wolf erklärten. „Durch eine natürliche Wiederbewaldung mittels so genannter Klumpen-Pflanzung werden zusätzlich Eichen, Buchen und Bergahorn dazukommen.“ Landrat Theophil Gallo dankte Minister Reinhold Jost für dessen Einsatz in der Biosphärenregion, aber auch für seinen körperlichen Einsatz bei der Edelkastanien-Pflanzung. Jost legte sich nämlich mächtig ins Zeug, schaffte es ganz alleine und vor allem mit viel Schwung, das von Forstwirt Sebastian Dawo vorbereitete große Pflanzloch mit Wald-Erde zuzuschütten. Der Landrat hatte da die leichtere Aufgabe: Er achtete auf den geraden Stand des jungen Gewächses aus der Buchenfamilie.



Die Kastanie kann ein Alter bis zu 180 Jahren erreichen und 35 Meter hoch werden. „Mit den Kindern als Beobachter ist die Pflanzung ein tolles Gemeinschaftswerk“, freute sich Theophil Gallo, der für die Jüngsten noch den Palmhasen entdeckte. Zum Abschluss stellten die Stadt-Beigeordneten Brigitte Adamek-Rinderle und Georg Wilhelm den Erhalt des Waldes rund um Blieskastel heraus. „Der Wald als Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum zu erhalten ist eine Daueraufgabe, sie erfordert stets neu angepasste Strategien.“ Mit einem zünftigen Frühstück für die Grundschüler und deren Fragen an die Experten endete der Tag des Waldes in Blickweiler.