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Kerbcher
Die „Kerbcher“ ließen die Pirminiushalle beben

Sogar Donald Trump war im Rahmen der Muppet-Show auf der Bierbacher Bühne erschienen.
Sogar Donald Trump war im Rahmen der Muppet-Show auf der Bierbacher Bühne erschienen. FOTO: Erich Schwarz
Bierbach an der Blies. Die große Bierbacher Fastnachtsshow bot auch im 66. Jahr ihres Bestehens ein Feuerwerk der guten Laune.

Mit der Bierbacher Fasenacht ist es offensichtlich wie mit einem guten Rotwein: Je länger er lagert, umso besser schmeckt er. Auf die Fasenacht der „Kerbcher“ übertragen: Nach sechs mal elf Jahren Fasenacht in Bierbach und elf Jahre nach der Gründung eines Karnevalsvereins war die erste der drei Jubiläumssitzungen am letzten Wochenende erneut der Beweis, dass die Bierbacher Fasenacht auch nach so vielen Jahren nicht an Anziehungskraft verloren hat. Und die Shows, sie werden in jedem Jahr besser, professioneller – aber die Lockerheit, die viele so besonders schätzen an den Sitzungen der Kerbcher, sie bleibt erhalten. Wäre da zum Beispiel Sitzungspräsident Alexander Lück: Schon mit seinem Eröffnungslied brachte er eine Riesenstimmung in den Saal. Was hätte besser gepasst als der Udo Jürgens Gassenhauer „Mit 66 Jahren“. Und wie es im Lied heißt, die Bierbacher „Kerbcher“ haben immer noch „Spaß daran“. Locker führte Lück dann durch die erste der drei Jubiläumssitzungen, hatte immer einen Witz parat, blieb auch dann locker, wenn es einmal nicht ganz so lief. Aber da gab es kaum Probleme, die Stimmung war von Anfang an prächtig, das Publikum ging sehr gut mit. Auch „Eisbrecherin“ Claudia Wachs als „Ehrenjungfrau Dreieinhalb“ konnte sich auf ihr Publikum verlassen: Ihre Rede, traditionell hat sie es am Anfang der Sitzung nicht so leicht, kam schon bestens an. Und schon ab diesem Zeitpunkt brannten die „Kerbcher“ ein Feuerwerk der guten Laune ab. Da hielt es keinen mehr auf dem Stuhl, da wurde mitgesungen, geklatscht und geschunkelt. Sensationell in jedem Jahr die Tänze der Bierbacher. Ob Garde- oder Schautanz, ob Funkenmariechen oder Männerballett: Die Tänze sind toll choreografiert, da sitzt alles auf den Punkt und den Takt, das Publikum war begeistert. Und die Bierbacher haben ihre festen Größen, auf die sie sich verlassen können: Büttenredner Felix Schäck, Fasenachtsurgestein Eckhard Geißel zusammen mit den „musikalischen Ikonen der Bierbacher Fasenacht“, den berühmten Käsfies, die Kulttruppe „Mächtig viel Theater“, die in ihrer Show weder Kosten noch Mühen gescheut hatte und in der Bierbacher Muppet-Show sogar den amerikanischen Präsidenten auf die Bühne brachte. Köstlich auch die Lästerer im Hintergrund, Stattler und Walldorf, die mit ihren ironisch-bissigen und mitunter deftigen Sprüchen immer wieder für herzhafte Lacher sorgten. Tradition ist es in Bierbach ebenso, dass auch die Ortsvorsteher aktiv bei der Fasenacht dabei sind. Und mit der aktuellen Ortsvorsteherin Sigrid Wilhelm und Marion Schwarz, die seit vier Jahren als Clowns mit dabei sind, hat man sozusagen die Büttenrednerinnen mit Pointengarantie auf der Bühne. Ihre Auftritte sind immer wieder originell, da passt alles, und die Witze kommen bestens an. Als die beiden Damen, ständig mit ihren Gewichtsproblemen hadernd, am Ende noch den Song „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ aufführten, tobte die Halle. Und da bedurfte es keiner großen Anstrengung des Sitzungspräsidenten mehr, die Rakete zu starten. Und zum wiederholten Male erklang der Schlachtruf „Steht auf, wenn ihr Kerbcher seid“. Es blieb keiner in der Pirminius-Halle, der „Bierbacher Karnevals Event-Location“, sitzen. Ach ja, ein Prinzenpaar gab es in diesem Jahr auch: Das war ein Mordsspektakel, so war noch nix in Bierbach.


Die nächsten Sitzungen starten am kommenden Freitag und Samstag (2./3. Februar) jeweils um 20 Uhr, einige wenige Karten können noch unter Tel.: (0157) 75 81 32 06 geordert werden.