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Blieskastel
Die bayrische Seite Blieskastels erleben

Wintermorgen am Gollenstein in Blieskastel, der auch Station der Wandertour ist..
Wintermorgen am Gollenstein in Blieskastel, der auch Station der Wandertour ist.. FOTO: Wolfgang Henn
Blieskastel. Die erste Wanderung mit dem Landrat führt in diesem Jahr durch das bayrische Blieskastel. Dabei geht es auch zum Gollenstein. red

Auftakt der Wanderungen mit dem Landrat im Jubiläumsjahr „200 Jahre Landkreis“ ist eine Tour durch das bayrische Blieskastel. Gestartet wird am Samstag, 3. März, um 10 Uhr auf dem Paradeplatz in Blieskastel. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener wird Landrat Theophil Gallo das bayrische Erbe in der Stadt aufspüren. Wanderführer ist Kurt Legrum, Stadtarchivar der Barockstadt und Kenner der bayrischen Geschichte seiner Heimatstadt, wie die Saarpfalz-Touristik mitteilt.


Nur einen Steinwurf vom Paradeplatz entfernt steht das ehemalige königlich bayrische Rentamt, das 1904 erbaut wurde. Heute kann man, nach der Renovierung, den Schriftzug Rentamt an der Nordseite des unter Denkmalschutz stehenden Hauses wieder sehr gut lesen. Seit 1816 gehörte Blieskastel zum Königreich Bayern, jedoch nicht zum damaligen Landcommissariat Homburg, sondern zur Kreisdirektion Zweibrücken. Weitere Station der Wanderung ist die Maximilian-Säule in der Tiergartenstraße, die ursprünglich in der Stadt stand. Die 6,20 Meter hohe und zwölf Tonnen schwere Säule aus Buntsandstein stifteten die Blieskasteler Bürger König Maximilian Joseph, „dem Vater des Vaterlandes“, 1823, anlässlich der Erbauung der wichtigen neuen Straße Blieskastel-Biesingen-Sarreguemines.

Von hier aus führt die Wanderung durch den Erlebniswald Schellental Richtung Gollenstein. Der sieben Meter hohe Gollenstein steht schon seit 5000 Jahren auf dem Höhenrücken über Blieskastel und ist das Wahrzeichen Blieskastels. Er ist eines der ältesten Kulturdenkmäler in Deutschland und gilt als der größte Menhir Mitteleuropas. Von hier geht es zurück zur Klosteranlage mit Klosterpark und der Heilig-Kreuz-Kapelle. In der Kapelle wurde die sogenannte Pfeilenmadonna im März 1913 auf dem Altar neu aufgestellt und damit eine alte Wallfahrtstradition wiederbelebt. Um die ständig zunehmende Schar seelsorgerisch betreuen zu können, rief 1924 Bischof Ludwig Sebastian von Speyer Kapuziner der Bayerischen Ordensprovinz nach Blieskastel im damaligen „Saargebiet“.



Schon ein Jahr später wurde mit dem Bau der Klosteranlage begonnen. Blieskastel ist bis heute wegen der Pfeilen-Madonna „Unsere liebe Frau mit den Pfeilen“ ein bedeutender Wallfahrtsort im Bistum Speyer. Heute wird das Wallfahrtskloster von dem Orden der Franziskaner-Minoriten betreut. Die Wandergruppe wird zu einer kleinen bayrischen Brotzeit in die Pilgerrast einkehren. Von hier führt die Tour wieder zurück in die Altstadt, vorbei an der alten Poststation, die 1842 bei dem Gastwirt Martin Lamarche als erste „königlich-bayerische Postexpedition“ eingerichtete wurde. Elf Pferde und drei Postkutschen standen ihm zur Verfügung. Der Poststall befand sich in den Stallungen des heutigen „Hotel zur Post“, welches von der früheren Einrichtung seinen Namen erhalten hat, wie die Saarpfalz-Touristik in einer Presseerklärung abschließend mitteilt.

Die Maximilian-Säule in der Tiergartenstraße, die ursprünglich einmal in der Stadt stand.
Die Maximilian-Säule in der Tiergartenstraße, die ursprünglich einmal in der Stadt stand. FOTO: Wolfgang Henn