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Gedenktafel
Zur Erinnerung an ein Kind Niedergailbachs

Gedenktafel zum Andenken an den  Schriftsteller Conrad von Bolanden, der vor 190 Jahren in Niedergailbach geboren wurde .
Gedenktafel zum Andenken an den Schriftsteller Conrad von Bolanden, der vor 190 Jahren in Niedergailbach geboren wurde . FOTO: Wolfgang Degott
Niedergailbach. Als Josef Eduard Konrad Bischof vor 190 Jahren im Bliesgau geboren und als Autor Conrad von Bolanden bekannt geworden. Von Wolfgang Degott

(ott) Anfang der 1990er-Jahre wurde im Neubaugebiet „Auf der Au“ in Niedergailbach der Name „Von-Bolanden-Straße“ vergeben. Namensgeber ist der Priester und einst bekannte Schriftsteller Conrad von Bolanden.


Wie der ehemalige Ortsvorsteher Otmar Gros mitteilte, erblickte Bolanden vor 190 Jahren, am 9. August 1828, als Josef Eduard Konrad Bischof in Niedergailbach das Licht der Welt. Sein Geburtshaus steht noch in der Bergstraße 15. Der Vater des berühmten Sohnes des Bliesgaudorfes, Gerhard Bischof, war ein wohlhabender Händler. Seine Mutter Clara geborene Lonquet, die Tochter eines französischen Offiziers, der im Gefolge Napoleons nach Blieskastel gekommen war.

Der Junge verbringt seine Kindheit in Niedergailbach und wird in der Blieskasteler Lateinschule unterrichtet. Nach dem Umzug der Familie ins pfälzische Fischbach bei Dahn wird dem aufgeweckten Jungen durch Pfarrer Peter Zimmermann von Schönau Lateinunterricht zuteil. Ab 1841 besucht er das Gymnasium in Speyer, studiert ab 1849 in München Theologie. Als 24-Jähriger wird er am 20. August 1852 von Bischof Nikolaus von Weis, der am 9. März 1796 in Niedergailbach getauft worden war, im Dom zu Speyer zum Priester geweiht. Nach seiner Zeit als Domkapitular (1852 bis 1855), sechs Monate als Pfarrverweser in Kirchheimbolanden, wirkt er drei Jahre als Pfarrer im nordpfälzischen Börrstadt und ab 1859 als Pfarrer von Berghausen bei Speyer.



Unter dem Pseudonym „Conrad von Bolanden, benannt nach dem ehemaligen Kloster Bolanden, widmet er sich früh der Schriftstellerei, schreibt historische Romane und Erzählungen. Immer wieder griff er in den Kulturkampf zwischen Preußen und der Katholischen Kirche oder das politische Geschehen ein und löste heftige Kampagnen gegen sich aus. Nach nur 17 Priesterjahren tritt er am 4. Oktober 1869 in den Ruhestand, erhält seine Resignation, um nur noch als Autor tätig zu sein.

Sein Werk umfasst mehr als 60 Erzählungen und zeitkritische Romane, die eine immense Auflage erreichen und in bis zu 14 Sprachen übersetzt wurden. 1872 zeichnete ihn Papst Pius IX. mit dem Ehrentitel eines Päpstlichen Geheimkämmerers aus. Conrad von Bolanden starb am 30. Mai 1920 in Speyer, wo er auch beigesetzt ist. Auf Initiative des Niedergailbacher Ortsrates wurde 90 Jahre nach seinem Ableben, am 30. Mai 2010 vor seinem Geburtshaus eine Gedenktafel enthüllt, die fortan an die berühmte Persönlichkeit erinnert, die in Niedergailbach ihre Wurzeln hat.