| 20:32 Uhr

Chrom blitzte in der Sommersonne

Viele „Benzingespräche“ wurden beim „Classic Cup“ auf dem Blieskasteler Paradeplatz von den „Experten“ geführt. Foto: Erich Schwarz
Viele „Benzingespräche“ wurden beim „Classic Cup“ auf dem Blieskasteler Paradeplatz von den „Experten“ geführt. Foto: Erich Schwarz FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel. Prächtig herausgeputzt waren die alten Karossen: Der ADAC-Saarland-Classic-Cup machte wieder Station auf dem Blieskasteler Paradeplatz. Gelegenheit genug für die beliebten nostalgischen Benzingespräche: Immerhin gab es 52 Prachtstücke zu sehen. Erich Schwarz

"Oldtimer verbinden Vergangenheit und Gegenwart und gelten als Kultobjekte. Die historischen Fahrzeuge sind Zeitzeugen der Mobilitätsentwicklung. Sie sind ein Bestandteil unserer Kulturgeschichte und faszinieren", schrieb die saarländische Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger in ihrem Grußwort zum ADAC-Saarland-Classic-Cup. Und diese Faszination war auch bei dem Zwischenstopp der dritten Auflage des Cups auf dem Paradeplatz in Blieskastel zu spüren. Denn trotz brütender Sommerhitze waren doch sehr viele Schaulustige zum Paradeplatz gekommen.



Die Parkfläche für die 52 teilnehmenden Fahrzeuge war durch die Biergartenfläche deutlich verkleinert, und so herrschte ziemliches Gedränge auf dem Paradeplatz. Aber sicherlich waren Biergartenprogramm und Oldtimer-Stopp eine Win-win-Situation für beide. Denn - wie immer - trafen die Fahrzeuge wieder verspätet ein, und so konnte man im Biergarten in Ruhe ausharren, bis sie denn kamen.

Und es hatte sich rentiert: Denn die alten Karossen waren prächtig herausgeputzt, bei der strahlenden Sommersonne blitzte der Chrom. Die Wirtschaftsministerin schickte die Oldtimer ab zwölf Uhr auf die insgesamt 120 zu fahrenden Kilometer bis zum ersten Halt in St. Ingbert. Dort fand eine erste Sonderprüfung statt, bevor es dann weiter nach Blieskastel ging. Dort auf dem Paradeplatz konnten sich die Interessierten die chromblitzenden Schmuckstücke genau ansehen, ehe es nach einer Stunde dann zu einer weiteren Sonderprüfung nach Aßweiler ging. Und in Ormesheim vor dem Rathaus war noch eine so genannte Sollzeitprüfung zu bewältigen.

Dort müssen die Fahrzeuge eine gewisse Strecke in einer bestimmten Geschwindigkeit durchfahren. Gegen 18 Uhr trafen die Fahrzeuge dann in Bischmisheim ein, wo um 19 Uhr dann die Sieger des Cups gekürt wurden.

Nostalgiker schwärmen

In Blieskastel jedenfalls wurden die Fahrzeuge bestaunt und oft konnte man auch Nostalgiker schwärmen hören: "Das do war mei erschdes Auto ". Denn nicht nur edle Rolls Royce- oder Mercedes-Modelle waren da am Start, sondern auch Alltagsautos wie der Opel Kadett oder Renault 5 waren festlich herausgeputzt. Und so mancher Opa konnte seinem Enkel zeigen, wie der Mini noch wirklich mini war. Insgesamt steckt jedenfalls viel Liebe und (finanzielles) Engagement hinter der Oldtimer-Leidenschaft. So schätzt Manfred Hartz aus Blieskastel den Wert seines Austin Healey auf knapp 80 000 Euro. Das Auto ist Baujahr 1963, "mit den Verbesserungen von 1964", wie sein Besitzer erläutert. "Die Ersatzteilbeschaffung ist heute kein Problem mehr. Theoretisch könnte man sich das Auto heute aus Ersatzteilen zusammenbauen. Da gibt es alles. Aber das wäre natürlich viel zu teuer", erzählte Hartz.

Insgesamt zufrieden war auch Gerhard Konradi vom veranstaltenden VdM Bischmisheim zusammen mit dem British Roadster Club: "Es passt alles, die Organisation steht und Blieskastel ist auch immer ein guter Gastgeber", unterstrich der Oldtimer-Experte. Man hatte sich auch lokale Unterstützung gesichert: Wie bereits in den Vorjahren war Jürgen Braun aus Blieskastel im Organisationsteam.