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Blieskastel
Warten auf den Gegenkandidaten

Der unterlegene Achim Jesel (SPD) gratuliert Annelie Faber-Wegener (CDU) nach der Stichwahl im Jahr 2012.
Der unterlegene Achim Jesel (SPD) gratuliert Annelie Faber-Wegener (CDU) nach der Stichwahl im Jahr 2012. FOTO: Erich Schwarz
Blieskastel. Die SPD hat sich noch nicht entschieden, wen sie zur Bürgermeisterwahl in Blieskastel ins Rennen schickt, räumt aber mit Gerüchten auf. Von Erich Schwarz

Im Mai des kommenden Jahres sind neben den Europawahlen auch Kommunalwahlen. Zudem wird auch die kommende Bürgermeisterin, der kommende Bürgermeister für Blieskastel gewählt werden. Wie bereits mehrfach berichtet, wird sich Amtsinhaberin Annelie Faber-Wegener (CDU) für eine weitere Amtszeit bewerben und erneut zur Wahl antreten.


Aber wie sieht die Liste weiterer Kandidaten für die kommende Wahl aus? Viele politisch interessierte Bürger warten zumindest gespannt auf den Herausforderer – oder die Herausforderin – der größten Oppositionspartei SPD. Gerüchte gab es viele, auch wurden schon Namen genannt. Zudem wurde spekuliert, die SPD werde keinen Kandidaten präsentieren. Finanzielle Gründe seien dafür ausschlaggebend.

„An all diesen Spekulationen ist nichts dran“, sagt Guido Freidinger (SPD). Der Fraktionschef und Oppositionsführer im Stadtrat hält sich zwar nicht für den „richtigen Ansprechpartner“. Denn der Kandidat werde über den SPD-Stadtverband gekürt, ließ Freidinger wissen. Der derzeit geschäftsführende Vorsitzende Achim Jesel habe bereits einen Termin festgelegt. „Dort wird es eine klare Aussage geben, und wir werden sicher einen guten Kandidaten oder eine gute Kandidatin präsentieren“, versichert Guido Freidinger.



Dass die Aufstellung eines SPD-Bürgermeisterkandidaten an den finanziellen Ressourcen scheitere, dies wird von Freidinger dementiert. Aber: „Die SPD wird sicherlich nicht so aus dem Vollen schöpfen können wie die derzeitige Amtsinhaberin“, ist Freidinger überzeugt.

Die Blieskasteler Bürgermeisterin könne sicher auf Sponsoren zurückgreifen, so einfach sei die Sache für einen Kandidaten oder Kandidatin aus seiner Partei sicherlich nicht. Tut man sich auch deshalb schwer, weil es immer eine ziemliche Herkulesaufgabe ist, gegen eine amtierende Verwaltungschefin anzutreten? „Wenn der Amtsinhaber gut ist, dann ist es immer schwierig“, stellt Freidinger fest, aber der Unterton impliziert, dass dies in Blieskastel nicht der Fall sei.

Jedenfalls habe er zusammen mit seinen Parteifreunden eindeutig eine „Wechselstimmung“ in der Barockstadt ausgemacht: „Die Bürgerinnen und Bürger wollen einen Wechsel an der Rathausspitze“, unterstreicht der SPD-Frontmann. Aber warum haben viele das Gefühl, die SPD tue sich bei dieser Kandidatenkür sehr schwer? „Wir halten die Spannung hoch, das ist immer gut“, lacht SPD-Fraktionschef Freidinger.

Man werde sich nicht drängeln und genügend Zeit lassen, um dann einen guten Kandidaten oder eine gute Kandidatin zu präsentieren: „Das ist eine wichtige Entscheidung, und schon aus diesem Grund werden wir diese Entscheidung wohlüberlegt zu treffen haben“, stellt Freidinger entschlossen heraus. Der Breitfurter SPD-Politiker geht davon aus, dass wie schon bei den letzten Wahlgängen auch Parteilose ihren Hut in den Ring werfen werden.

Zur Erinnerung: Die jetzige Amtszeit vieler Bürgermeisterinnen und Bürgermeister im Saarland dauerte verkürzt nur sechs Jahre, damit man zukünftig die Bürgermeisterwahlen mit den Kommunalwahlen zusammenlegen konnte. Bei der letzten Bürgermeisterwahl im Jahre 2012 hatte sich die amtierende Rathauschefin in der Stichwahl gegen ihren Kontrahenten Achim Jesel (SPD) durchsetzen können. Weitere Kandidaten waren damals Brigitte Adamek-Rinderle für Bündnis90/Die Grünen sowie der parteilose Elmar Becker.