| 20:18 Uhr

Blieskastel
Mit einem Tempolimit Unfälle vermeiden

Der Fußgängerüberweg in Richtung Biesingen ist für die Bürgerinitiative B 423 Blieskastel, auf dem Foto deren Sprecher Claus Marthaler (links) und einige der Mitstreiter, einer von drei Gefahrenschwerpunkten.
Der Fußgängerüberweg in Richtung Biesingen ist für die Bürgerinitiative B 423 Blieskastel, auf dem Foto deren Sprecher Claus Marthaler (links) und einige der Mitstreiter, einer von drei Gefahrenschwerpunkten. FOTO: Hans Hurth
Blieskastel. Die Bürgerinitiative B 423 setzt sich dafür ein, dass auf der unübersichtlichen Straße eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird. Nach ihrer Ansicht machen die kaum einsehbaren Kurven die Straße zu einem gefährlichen Unfall-Schwerpunkt. Von Hans Hurth

Anwohner und betroffene Verkehrsteilnehmer haben sich in Blieskastel zu einer Bürgerinitiative (BI) B 423 zusammengeschlossen. Sie machen auf drei Gefahrenschwerpunkte im Bereich der beiden letzten Kurven am Ortsausgang Richtung Biesingen aufmerksam. „Der erste ist der Fußgängerüberweg zwischen den beiden Kurven. Durch Hinweisschilder mit Entfernungsangabe in beide Fahrrichtungen wird dieser Überweg angekündigt, zusätzlich durch Tafeln mit der Aufschrift „Schulkinder - freiwillig 30“ und eine automatische Geschwindigkeitsanzeigetafel“, erklärte unserer Zeitung der Sprecher der BI, Claus Marthaler. „Die erlaubte innerörtliche Geschwindigkeit von 50 km/Stunde ist wegen der Unübersichtlichkeit der Kurven und den vielen Unfällen an dieser Stelle zu hoch und wird daneben oft weit überschritten“, hat die BI festgestellt. Fußgänger, die erkennbar den Überweg nutzen wollen, müssten sich die Überquerung der Straße regelrecht erbetteln, obwohl die Absicht deutlich erkennbar sei. Kinder, besonders in Gruppen und Senioren seien gefährdet, auch mit einem Buggy sei dies für Eltern schwierig, wie Janine und Christian Geble mit dem kleinen Niklas (1) oft erleben.


„Bei Tempo 30 wäre jede Situation am Zebrastreifen für alle Verkehrsteilnehmer übersichtlicher und für die geplagten Anwohner der Verkehrslärm erträglicher“, so Marthaler. Der zweite Schwerpunkt der Gefahr ist für die BI die Einmündung der Tiergarten- in die Saargemünderstraße an der B 423. „Wer auf die Bundestraße einfahren will, muss einmal – wegen der geraden Strecke an der Tankstelle vorbei – auf den meist schnellen Verkehr aus Richtung Stadtmitte achten und von Biesingen her kommende Fahrzeuge sind selbst bei erlaubtem Tempo 50 erst im letzten Moment zu sehen. Damit wird jede Einfahrt Richtung Stadtmitte zum russischen Roulette“, erklärt die BI und verweist auf die Unfallstatistik vor Ort. „In 2016 waren es 21 Unfälle, 2017 dann 18 und in diesem Jahr bisher acht. Hinzu kommen im Sommer immer mehr Motorräder.“ Als dritte kritische Stelle habe sich die Einmündung der Kirch- in die Zollstraße auf die B 423 entwickelt. Es gäbe zwar eine Abbiegespur sowie einen Verkehrsspiegel im Kurvenbereich, doch sei dieser oft beschlagen und daher wirkungslos.

Was den Fachleuten bei der Planung der Abbiegespur wohl entgangen sei: Die Abbiegespur werde bereits kurz hinter dem Fußgängerüberweg als Überholspur genutzt. Obwohl unterhalb des Pappelhofes für LKW über 7,5 Tonnen Tempo 30 vorgeschrieben sei und am Ortseingangsschild später wiederholt werde, ignorierten dies die meisten Berufskraftfahrer. „Eine Beschränkung auf Tempo 30 für PKW und für LKW wäre sinnvoll, auch mobile oder Dauer-Blitzer. Im Ortsrat Blieskastel-Mitte wurde das Thema wiederholt aufgegriffen und bei den zuständigen Stellen nachgefragt“, hielten Ortsvorsteher Jürgen Trautmann und seine Stellvertreterin Jutta Schmitt-Lang fest. Der Ortsrat werde am Thema dranbleiben. Die BI B 423 fordert folgende Änderungen: Tempo 30 von der Einmündung Tiergartenstraße bis Ende der letzten Kurve vor dem Ortsschild, ein Überholverbot bergauf ab Fußgängerüberweg sowie dort eine stationäre Blitzanlage mit Messung in beiden Fahrtrichtungen, heißt es abschließend.