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Blieskastel
„Bürger zahlen die Zeche für Totalversagen beim Kombibad“

Das Freizeitzentrum mit Schwimmbad in Blieskastel.
Das Freizeitzentrum mit Schwimmbad in Blieskastel. FOTO: Joachim Schickert
Blieskastel. Der Versammlungsleiter der Demonstration zum Erhalt des Kombibades Blieskastel, Reiner Stolz, fühlt sich und seine Mitstreiter von Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener attacki. Wie Stolz in einer Pressemitteilung erklärt, habe Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener besorgten Bürgern und Teilnehmern der Demo „anlässlich der drohenden Schließung des Kombibades“ mangelnde Kommunikation vorgeworfen. Weiterhin behaupte die Verwaltungschefin, die besorgten Bürger hätten sogar das Image des Kombibades beschädigt. Damit erreiche laut Stolz die Verdrehung von Tatsachen einen vorläufigen Höhepunkt. Die Bürgermeisterin hatte im Interview mit unserer Zeitung auf die Frage, was im vergangenen Jahr nicht so gut gelaufen ist, erklärt: „Weniger gut war die Kommunikation zur Preisanpassung im Schwimmbad. Statt sich gemeinsam um Lösungen zu bemühen, wurde das Image unseres sehr beliebten Bades beschädigt. Vielleicht war Blieskastel bei der Preisanpassung aber auch nur Vorreiter, denn zwischenzeitlich ziehen viele andere Bäder nach“ (wir berichteten). ert

Der Versammlungsleiter der Demonstration zum Erhalt des Kombibades Blieskastel, Reiner Stolz, fühlt sich und seine Mitstreiter von Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener attackiert. Wie Stolz in einer Pressemitteilung erklärt, habe Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener besorgten Bürgern und Teilnehmern der Demo „anlässlich der drohenden Schließung des Kombibades“ mangelnde Kommunikation vorgeworfen. Weiterhin behaupte die Verwaltungschefin, die besorgten Bürger hätten sogar das Image des Kombibades beschädigt. Damit erreiche laut Stolz die Verdrehung von Tatsachen einen vorläufigen Höhepunkt. Die Bürgermeisterin hatte im Interview mit unserer Zeitung auf die Frage, was im vergangenen Jahr nicht so gut gelaufen ist, erklärt: „Weniger gut war die Kommunikation zur Preisanpassung im Schwimmbad. Statt sich gemeinsam um Lösungen zu bemühen, wurde das Image unseres sehr beliebten Bades beschädigt. Vielleicht war Blieskastel bei der Preisanpassung aber auch nur Vorreiter, denn zwischenzeitlich ziehen viele andere Bäder nach“ (wir berichteten).



Wie Stolz weiter mitteilt, sei es sehr verwunderlich, wenn „eine Wahlbeamtin einen solchen faktisch falschen Vortrag gegenüber der SZ öffentlich hält“. Tatsache sei, dass im vergangenen Sommer in einer nichtöffentlichen Sitzung des Aufsichtsrates der Freizeitzentrum Blieskastel GmbH eine ganz gravierende Preiserhöhung beschlossen wurde, welche am 1. Juli 2017 in Kraft trat. In der Folge sei das Besucheraufkommen im Kombibad nahezu zum Erliegen gekommen. „Das Schwimmbad war menschenleer. Dies kann nicht wegdiskutiert werden, auch nicht bei größter rhetorischer Anstrengung. Vorsitzende des oben genannten Aufsichtsrates ist die Bürgermeisterin selbst. Zwar beteuerte sie öffentlich, es wäre nie ihre Absicht gewesen, das Kombibad zu schließen. Jedoch wäre es damit das erste Schwimmbad gewesen, welches ohne Besucher auf Dauer weiter betrieben worden wäre. Eine solche Beteuerung ist schlicht weg unglaubwürdig und ebenso sach- wie weltfremd“, wie Stolz weiter mitteilt.

Aufgrund der unerwarteten Wucht des Protestes aus der Bevölkerung, sei die Preiserhöhung weitestgehend zurückgenommen worden. Es seien allerdings nicht mehr alle Badegäste zurückgekommen. Viele seien in umliegende Schwimmbäder gewechselt oder verzichteten auf einen Schwimmbadbesuch. Damit seien die Besucherzahlen deutlich zurückgegangen. Das neue Preissystem finde auch nicht die erforderliche Akzeptanz bei den Besuchern des Kombibades. „Ein Kassenbeleg muss beispielsweise aufbewahrt werden und je nach Kürze des Badbesuchs bekommt der Kunde bei Vorlage der Quittung umständlich zwei Euro zurück. Auch diese Tatsache kann die Bürgermeisterin nicht weg diskutieren. Da damit in 2017 deutlich weniger Besucher in das Kombibad kamen, sanken folglich auch die Einnahmen, und das Defizit stieg. Dieses muss später ausgeglichen werden. Letztendlich hat sie damit die Stadt Blieskastel am Vermögen beschädigt. Denn am Ende muss für dieses Totalversagen der Steuerzahler der Stadt Blieskastel aufkommen“, so Stolz. Im Bad sei an allen Ecken und Kanten Renovierungsstau augenscheinlich. Das Bad sei über Jahre heruntergewirtschaftet worden. Damit sei es gegenüber anderen Schwimmbädern derzeit nur noch eingeschränkt wettbewerbsfähig. Die Verantwortlichen hätten jeden Monat gute Gehälter bezogen, „leider hierfür aber weniger gute Arbeit abgeliefert“. Einen Dienstposten zu bekommen, sei eine Sache, ihn auszufüllen eine andere. „Es fragt sich, wer hier das Kombibad am Image beschädigt hat, die besorgten Bürger oder eher die Verantwortlichen, allen voran die Vorsitzende des Aufsichtsrates, die Bürgermeisterin der Stadt Blieskastel, Frau Annelie Faber-Wegener?“, so der Demo-Versammlungsleiter.

Die Hoffnung liege nun auf Bernhard Wendel, der ab 1. Januar 2018 als alleiniger Geschäftsführer die kaufmännische Betriebsführung der Freizeitzentrum Blieskastel GmbH übernommen hat. Wendel führe seit vielen Jahren die Stadtwerke Bliestal GmbH. Er besitze das nötige Know-how und erforderliche Motivation, um das Kombibad aus dieser schweren Krise zu führen.