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Brot für die Schlosskirche

Blieskastel. Der Finanzbedarf für die zur Jahrtausendwende begonnene Sanierung der spätbarocken Blieskasteler Schlosskirche ist enorm. Ursprünglich einmal mit umgerechnet 1,9 Millionen Euro veranschlagt, werden die Kosten bis zum Ende der Arbeiten 2013 inzwischen auf 5,1 Millionen Euro geschätzt. Da es sich um ein hochrangiges Kulturdenkmal handelt, fließen reichlich öffentliche Zuschüsse Von SZ-Redakteur Carlo Schmude

Blieskastel. Der Finanzbedarf für die zur Jahrtausendwende begonnene Sanierung der spätbarocken Blieskasteler Schlosskirche ist enorm. Ursprünglich einmal mit umgerechnet 1,9 Millionen Euro veranschlagt, werden die Kosten bis zum Ende der Arbeiten 2013 inzwischen auf 5,1 Millionen Euro geschätzt. Da es sich um ein hochrangiges Kulturdenkmal handelt, fließen reichlich öffentliche Zuschüsse. Die Hälfte der Kosten übernimmt die Diözese Speyer, die andere Hälfte teilen sich Bund, Land und die Kirchengemeinde St. Sebastian. Für letztere sind die rund 850 000 Euro Eigenanteil allerdings eine enorme Belastung. 500 000 Euro sind in den vergangenen Jahren über Spenden, Benefiz-Veranstaltungen und Aktionen zusammengetragen worden. Jetzt hat die zur Unterstützung neben dem Kirchenbauverein gegründete "Stiftung Schlosskirche Blieskastel" um Peter Cervi, Albrecht Feibel und Heinz Dieter Dinger zusammen mit der Bliesmühle Juchem in Breitfurt und der Bäckerinnung des Landes eine weitere Aktion ins Leben gerufen. Vor etwa zwei Jahren hatte Firmenchefin Andrea Juchem ihre Bäcker beauftragt, ein Rezept für ein Barock-Brot zu kreieren. Das Brot, erkennbar an dem muschelförmigen Ornament (Rocaille), ist inzwischen auf dem Markt (siehe auch Hintergrund). Jetzt sollen zehn Cent aus dem Verkauf jedes Brotes der Stiftung für die Sanierung der Schlosskirche zur Verfügung gestellt werden. Fünf Cent kommen von der Bliesmühle, fünf Cent von den Bäckern. Das Brot, das auch für die saarländische Barockstraße werben soll, wird inzwischen von 81 Bäckern im Saarland und der Westpfalz vertrieben, wie Landesinnungsmeister Roland Schäfer erläuterte. Die Innung hat aber erneut alle 230 Betriebe der Innung angeschrieben mit der Bitte, das Barock-Brot in ihr Sortiment aufzunehmen.Über den Spenden-Erfolg des Barock-Brotes für die Schlosskirche informiert ein Ticker auf der Internetseite.




HintergrundIm Barock-Brot sind Roggen, Dinkel, Weizenmehl, Äpfel und vor allem Kartoffeln enthalten. Die fertige Backmischung aus diesen Zutaten erhalten die Bäcker von der Bliesmühle. Dennoch bleibt den Bäckern nach Angaben von Landesinnungsmeister Roland Schäfer noch weiterer individueller Gestaltungsspielraum bei der Herstellung der Brote. cas