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Auch Fernost durfte nicht fehlen

Blieskastel. Zu Gunsten der musikalischen Jugendförderung galt das Benefizkonzert des Musikvereins Frohsinn Mimbach, bei dem auch die Bundeswehr eine große Rolle spielte. Deren Taiko-Trommler sorgten für pure Begeisterung im Publikum, dass sich danach noch über „The Wizard of Oz“ freuen durfte. Jörg Martin

Da staunten die Besucher des Benefizkonzertes für die musikalische Jugendförderung , zu dem der Musikverein Frohsinn Mimbach am Sonntagabend in die Bliesgaufesthalle eingeladen hatte, nicht schlecht: Nach der Pause bot sich ihnen ein musikalisches Klangschauspiel der Extra-Klasse. Das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr , derzeit auf Konzertreise, hatte seine Taiko-Trommler-Gruppe an den Beginn des zweiten Programmteils platziert. Dabei handelt es sich um große, mit Schlägeln geschlagene, japanische Röhrentrommeln. Die sind so richtig laut und klingen harmonisch nach Fernost. "Taiko Spirit", in einer Bearbeitung von Maurice Nau, sorgte für pure Begeisterung im städtischen Kulturtempel. Doch wie danach ohne Pause umbauen, um das eigentliche Konzert fortzusetzen? Nun, indem Trompeter und Posaunisten im Saal "Kraken" von Chris Hazell spielen, während auf der Bühne wieder alles in den vorherigen Zustand versetzt wird. Und um dann ein wenig später bei "The Wizard of Oz " zu zeigen, was ein großes Orchester mit rund 70 Musikern alles kann. "Bravo!"-Rufe waren nicht nur bei diesem Stück beinahe selbstverständlich. Tanzend Ragtime spielen, ohne dabei von der hohen Bühne zu stürzen? Doch, das beherrschten die vier Feldwebel Lena Assmann, Anna Lamparter, Leonie Gerlach und Natalie Cibis mit ihren Klarinetten beim "Bugatti Step" aus dem Effeff. "Wenn es falsch klingt, ist es richtig", hatte Oberstleutnant Michael Euler, der Orchesterleiter und Moderator, vorab die Scherzpolka angekündigt. Dann flogen Luftschlangen durch die Gegend und eine Musikerin spannte gar den Schirm wegen der Konfettis auf, während andere bunte Hütchen aufgesetzt hatten.

Oberstabsfeldwebel mit Soli



Auch "A Lionel Hampton Tribute", das Medley des Jazzkomponisten, beeindruckte mit den Soli von Oberstabsfeldwebel Michael Setzkorn (Klarinette) und Feldwebel Rene Macheleidt (Vibrafon). Bereits im ersten Teil hatte Feldwebel Andy Dietz mit "Scaramouche" auf dem Euphonium die Reihe der Solis eingeleitet. Dabei zeigte er die Facetten, die auf dem Instrument möglich sind. Wie gelingt es, ein solches Orchester hierher zu bekommen? Daniel Peters, Dirigent beim Mimbacher Frohsinn, interviewte im Rahmen seiner Masterarbeit vorigen Sommer den Leiter Euler in Düsseldorf und so konnte er persönlich überzeugen. Das sei nicht einfach gewesen, da es Auflagen hinsichtlich Bühnen- und Hallengröße gibt, die man nur mit viel Überzeugungsarbeit erfüllen konnte, verriet er im SZ-Gespräch. Peters hatte sich mehr Unterstützung von der Stadt erhofft. Eine Reduzierung der Hallenmiete etwa wäre wegen des Benefizhintergrundes aus seiner Sicht wünschenswert gewesen.