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Blieskastel
Als Heiner Geißler im Kloster zu Gast war

In die Hocke ging SZ-Mitarbeiter Hans Hurth (l.), um von Heiner Geißler Interessantes zu hören.
In die Hocke ging SZ-Mitarbeiter Hans Hurth (l.), um von Heiner Geißler Interessantes zu hören. FOTO: Hans Hurth
Homburg/Blieskastel. Heiner Geißler ist am Dienstagmorgen im Alter von 87 Jahren gestorben. Bei dieser Nachricht dachten im Bliestal viele Menschen vier Jahre zurück. Da hielt Heiner Geißler im Kloster Blieskastel eine Fastenpredigt, wobei der ehemalige Bundesminister 75 Minuten in der voll besetzten Kirche die Zuhörer fesselte. Dies in freier Rede. Und bei einigen Gedanken brachte Geißler die Zuhörer zum Schmunzeln. Auch dem SZ-Reporter Hans Hurth bleibt der Nachmittag in Erinnerung, durfte er doch bei Heiner Geißler die letzten 300 Meter bis zum Klostervorplatz als Wegweiser mitfahren. Im Klosterweg war nämlich laut Navi-Gerät für den Pfälzer das Ziel erreicht. „Um 15 Uhr sollte die Predigt beginnen, fünf Minuten vorher saß Heiner Geißler seelenruhig in seinem BMW, eine Karte in der Hand und suchte den richtigen Weg“, erinnert sich Hurth, der beim NW-Kennzeichen direkt an Geißler dachte. „Bei den Fahrten im Südwesten sitze ich selbst am Steuer“, erzählte der damals 83-Jährige auf der kurzen Strecke. Von Hans Hurth

Nach der Fastenpredigt kam der Dank, denn bei der anschließenden Fragestunde im großen Saal winkte Geißler den Reporter zu sich. Einen Sitzplatz gab es nicht mehr, zum Notieren ging es in die Hocke und so gab es für zehn Minuten einen Geißler-Blick zu Familie, Hobbys, seinen 13 Büchern, der Heimat Gleisweiler und zu Blieskastel. „Bis vor acht Jahren war ich einmal im Jahr, dies ganz privat, hier auf dem Klosterberg, ging dabei immer die Stufen der alten Treppe hoch“, verriet Heiner Geißler. Der damalige Guardian wartete unterdessen ungeduldig auf die Eröffnung der Fragestunde. „Mein Beifahrer hat Vorrang“, schmunzelte der rüstige Ex-Politiker, ehe er in seiner bekannten Art zur Verfügung stand.