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Als der Krieg zu Ende war

Blieskastel. Vor 70 Jahren marschierten die Amerikaner in Blieskastel ein, um die dortigen Einwohner von dem Nationalsozialismus zu befreien. Aus diesem Anlass fand nun in Blieskastel eine Gedenkfeier in der Bliesgaufesthalle statt. Rund 300 Gäste waren gekommen. Erich Schwarz

Es war ein denkwürdiger Abend für alle Beteiligten und ein wichtiger Moment in der Stadtgeschichte des Barockstädtchens Blieskastel : Genau zum Jahrestag des Einmarsches der Amerikaner, zur Befreiung vom Nationalsozialismus vor 70 Jahren, hatte die Stadt Blieskastel am Mittwoch eine Gedenkfeier in der mit rund 300 Gästen voll besetzten Bliesgaufesthalle veranstaltet. Grundlage war ein Beschluss des Stadtrates, in welchem die Verwaltung beauftragt worden war, eine würdige und dem Gedenktag angemessene Veranstaltung zu organisieren. Dies ist der Stadt bestens gelungen, und dass der Rahmen und auch der Inhalt der Veranstaltung so passend waren, ist nicht zuletzt ein Verdienst von Stadtarchivar Kurt Legrum, der neben einer Ausstellung auch noch eine Broschüre zur Veranstaltung verfasst hatte.

Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener konnte zu der Veranstaltung den Generalkonsul der Vereinigten Staaten in Deutschland, Kevin C. Milas, begrüßen. Neben etlichen Vertretern von deutsch-amerikanischen Freundeskreisen waren auch Brigadegeneral Patrick X. Mordente, Standortkommandant des Flughafens Ramstein, sowie Brigadegeneral Arlan M. de Blieck als Befehlshaber einer Heereseinheit mit ihren Frauen unter den Gästen.

Tag der Erinnerung


Daneben standen Finanz- und Europaminister Stephan Toscani , Kreisbeigeordneter Theophil Gallo und auch Blieskastels Ortsvorsteher Jürgen Trautmann auf der Rednerliste. Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener zeigte sich "bewegt" und dankte allen Teilnehmern für diesen "denkwürdigen Abend". In ihrer Rede zu Beginn hatte sie darauf hingewiesen, dass der 18. März ein Tag der Erinnerung an das sein solle, was die Menschen in jenen Kriegsjahren erleiden mussten. Es sei zugleich "ein Tag des Innehaltens und des Nachdenkens über den Verlauf unserer Geschichte. Je ehrlicher wir ihn begehen, desto freier sind wir, uns seinen Folgen verantwortlich zu stellen", unterstrich die Blieskasteler Verwaltungschefin.

Der amerikanische Generalkonsul hob in seiner in deutscher Sprache gehaltenen Rede besonders die tiefe Freundschaft zwischen den beiden Ländern hervor. Immer wieder betonte er, dass es für ihn eine besondere Ehre sei, bei dieser Veranstaltung sprechen zu dürfen. Er schätze die transatlantische Partnerschaft zwischen Deutschland und Amerika als "wichtiger denn je" ein. Blicke man heute auf dieses Deutschland, könne man sich die damaligen Vorgänge kaum vorstellen: "Ich bin voller Optimismus für die Zukunft unserer gegenseitigen Partnerschaft", betonte der Generalkonsul. Europaminister Stephan Toscani ging neben der Freundschaft mit den Befreiern von vor 70 Jahren auch auf die Aussöhnung mit den europäischen, ganz besonders mit den französischen Nachbarn ein. Für den Vertreter der saarländischen Landesregierung stelle das gemeinsame Bündnis Nato nicht nur eine Verteidigungsgemeinschaft dar, sondern auch ein "gemeinsames Wertebündnis". Wie die anderen Redner stellte auch Toscani heraus, dass es täglich gelte, für den Frieden zu arbeiten.

Kreisbeigeordneter Theophil Gallo unterstrich, dass es "das Wertvollste ist, in Frieden und Freiheit miteinander leben zu können".

Krieg als Epidemie



Ortsvorsteher Jürgen Trautmann bekräftigte, dass der Frieden "nicht ansteckend" sei, sondern dass sich eher der Krieg wie eine Epidemie ausbreite. Er, wie auch die anderen Redner, zeigten sich zufrieden, dass man in Blieskastel vor wenigen Tagen gegen den Aufmarsch "einiger weniger Ewiggestriger" Flagge in Form einer Gegendemo gezeigt habe. Die amerikanischen Gäste trugen sich dann noch in das Goldene Buch der Stadt Blieskastel ein. Dickes Lob gab es zudem für das Blechbläser-Ensemble der Luftstreitkräfte in Europa, die großen Beifall bekamen.