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Wo sich Mensch und Natur ganz nah sind

Solche Orte der Marienverehrung finden sich nicht selten zwischen Websweiler und Frankenholz, der so genannte Marienweg und auch der Tilemann-Stella-Weg laden in dieser Gegend zu schönen Wandertouren ein. Foto: Thorsten Wolf
Solche Orte der Marienverehrung finden sich nicht selten zwischen Websweiler und Frankenholz, der so genannte Marienweg und auch der Tilemann-Stella-Weg laden in dieser Gegend zu schönen Wandertouren ein. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Frankenholz. Mit ein bisschen Glück kann man einem Stück Wild begegnen: Der Bereich zwischen Websweiler und den Bexbacher Stadtteilen Frankenholz und Höchen ist ein wunderschönes Fleckchen Erde, das die Menschen allein wegen der Ruhe schon fasziniert. Thorsten Wolf

Wer Websweiler hört, der denkt im ersten Moment an den großen Golfplatz. Aktuell könnte der eine oder andere auch noch das leidige Thema "Teilschließung des Friedhofs" vor dem geistigen Auge haben. Doch jenseits dieser beiden Assoziationen ist Websweiler vor allem ein wunderschönes Fleckchen an der Grenze zu den Bexbacher Stadtteilen Frankenholz und Höchen.


Das Motto einer Tour durch den Ort und das Umland könnte lauten "Und Sie hören? Sie hören nichts!". Eine solche Stille ist man schon gar nicht mehr gewohnt. Vorbei an schmucken Häuschen kann man im Bereich des besagten Friedhofs "raus ins Land". Unter einem schattigen Laubdach führt ein gut ausgebauter Weg in Richtung Frankenholz. Was einem schnell auffällt: Auch wenn es Natur pur ist, durch die man wandert, viele Einzäunungen, Tore und Gatter künden davon, dass hier bewirtschaftet wird - Mensch und Natur sind sich hier ganz, ganz nah. Linker Hand hinter einem mitunter nur dünnen Baumstreifen sind immer wieder weite Felder und Wiesen zu sehen. Nach einer kleinen Weile erreicht man dann eine kleine Wegkreuzung samt Sitzbank und Kreuz. Wer sich hier aufmerksam umschaut, der wird zwei Wegmarkierungen finden, die zwischen Websweiler und Frankenholz zu ausgiebigen Touren einladen: Der Tilemann-Stella-Weg und der Marienweg - beides von der Stadt Bexbach ausgewiesene Wanderrouten und Teil des umfangreichen Wegenetzes am Höcherberg.



Warum diese Strecke den Namen Marienweg trägt, wird in der Folge schnell klar. Denn nur ein kleines Stück weiter in Richtung Frankenholz tut sich am rechten Wegesrand eine kleine Lichtung auf. Dort lädt zum einen erneut eine Sitzbank zum Verweilen in malerischer Umgebung ein, zum anderen steht dort ein wunderschöner Marienbildstock.

Glück und Unglück

Auf dem ist ganz oben zu lesen: "Glück und Unglück, beides trag in Ruh, alles geht vorüber und auch Du." Auch einen Verweis auf die Schöpfer gibt es, so steht auf einer kleinen Tafel am Fuß des Bildstocks: "Gestiftet & erbaut ... Dr. Udo Hau ... W. Hau ... 2011." Weiter geht es in Richtung Frankenholz. Und kurz vor Beginn des Ortes findet sich ein weiteres Marienbild am Rand des Weges, ein so genanntes Marienmarterl. Hier ist zu lesen, dass diese wunderschöne Form der Marienverehrung im Jahr 1992 eingesegnet wurde.

Doch natürlich sind es nicht nur diese besonderen Wegmarken, die eine Wanderung durch die Lande zwischen Websweiler und Frankenholz so lohnenswert machen. Es ist vor allem die Abstinenz jeglichen Zivilisationslärms, die einen fast schon überrascht. Keine dicht befahrene Landstraße oder Autobahn in der Nähe - man muss seine Ohren schon fast an dieses "Fehlen" gewöhnen, um dann das wahrzunehmen, was die Natur selbst als Hörkulisse bieten kann. Hoch über den Wipfeln ertönt der Ruf eines Jagdvogels, im Unterholz am Wegesrand raschelt es immer wieder. Der Feilbach plätschert in seinem Lauf inmitten dichten Gehölzes - das ist schon fast kitschig-schön. Und wenn, ja wenn man im Wald ein richtig lautes Rascheln hört, dann sollte man schnell innehalten.

Denn mit ein bisschen Glück kann man dann mit einem Blick auf ein Stück Wild die schönen und scheuen Waldbewohner für einen kleinen Moment erleben.