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Bexbach
„Wir sind kein Streitverband“

Zu Gast in der Homburger Redaktion waren Karl-Heinz Klein, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Bexbach (rechts) und Benjamin Schappe, Stadtverbandsvorsitzender der CDU Bexbach.
Zu Gast in der Homburger Redaktion waren Karl-Heinz Klein, CDU-Fraktionsvorsitzender im Stadtrat Bexbach (rechts) und Benjamin Schappe, Stadtverbandsvorsitzender der CDU Bexbach. FOTO: Jennifer Klein
Homburg/Bexbach. Mit Karl-Heinz Klein und Benjamin Schappe waren CDU-Politiker aus zwei Generationen zu Gast in der SZ-Redaktion. Von Jennifer Klein

Der eine, Karl-Heinz Klein (64), neben seinem Beruf als Mediziner bei der Bundeswehr, ein gestandener Kommunalpolitiker, langjähriger  Ortsvorsteher von Höchen und Stadtratsmitglied in Bexbach. Der andere, Benjamin Schappe (28), noch recht frisch im Amt als Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Bexbach (vor gut drei Monaten wurde er einstimmig gewählt)   – wenn auch nicht in der Kommunalpolitik. Als Stadtverbandsvorsitzender ist Benjamin Schappe Nachfolger von Alex Funk und damit in einigermaßen große Fußstapfen getreten, wie er einräumt. Allerdings hat er in den vergangenen Jahren schon einiges an Erfahrung sammeln können:  Von 2009 bis 2014 war er Mitglied des Ortsrates, seit 2014 sitzt er im Stadtrat. Die Junge Union in Bexbach führte er von 2010 bis 2014. Und schon seit 2012 war er stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender.


Zur Politik gekommen ist der 28-jährige Verwaltungsfachwirt, der bei der Gemeinde Gersheim arbeitet, übrigens gar nicht über familiäre „Vorbelastung“, wie die meisten anderen, die Mitglied in einer Partei werden. Bei ihm war’s die Kanzlerin Angela Merkel, die für das Schlüsselerlebnis sorgte, wie er erzählt. Der Bundestagswahlkampf  im Jahr 2005 - damals war er 16 – faszinierte ihn so, dass er sich selbst auch engagieren wollte. Einmal war da natürlich das Programmatische, bei dem er sich in der CDU am meisten wiederfand. Aber vor allem die Aufbruchsstimmung, die Merkel damals verkörperte, habe ihn mitgerissen, erzählt Schappe – so sehr, dass er damals über das Beitrittsformular auf der Homepage des CDU-Bundesverbandes in die Partei eingetreten sei.

Die Wünsche und Bedürfnisse verschiedener Generationen zu berücksichtigen, ist beiden ein Anliegen – schließlich sei es unter anderem auch das, was eine Volkspartei ausmache.  Das habe er zum Beispiel in Höchen gemerkt, berichtet Karl-Heinz Klein, als eine neue Internetseite erstellt wurde – die wurde gut angenommen, aber vor allem von den Jüngeren. Die älteren Bürger wünschten sich etwas „Handfestes“, so entstand die Dorfzeitung „Glanquelle“, die dieses Jahr zehnjährigen Geburtstag feiert.

Was Politik spannend mache, sei vor allem auch, dass man über Themen und Projekte diskutieren, anderer Meinung sein, und letzten Endes dann doch zu einem Konsens kommen müsse – um der Sache und der Bürger willen: „Wir sind kein Streitverband“, so Benjamin Schappe.

So geschehen zum Beispiel beim Bexbacher Großprojekt Aktive Stadt, wo man mit der SPD und der Verwaltung unter Bürgermeister Leis an einem Strang gezogen habe. „Und jetzt, wo die Bahnhofstraße fertig ist, zeigt sich doch, dass die Bürger auch zunehmend die Möglichkeiten sehen und die neue Gestaltung auch annehmen. Das wird bei der Rathausstraße hoffentlich ebenso sein“, so Schappe.



„Zusammenarbeit soll allerdings keine Einbahnstraße sein“, meint er weiter. Und da wurmt es ihn doch, dass zum Beispiel das von den Christdemokraten angeregte Projekt „freies W-Lan in Bexbach“  nicht umgesetzt worden sei. „Dabei hätte man nur zügig die Fördergelder beantragen müssen“, sagt er.

Einiges an Diskussionsbedarf sehen Klein und Schappe auch noch in Sachen Höcherberghalle: „Wir sehen weiterhin, dass eine bedarfsgerechte Halle notwendig ist, und setzen uns dafür ein, dass alle Vereine und Vereinigungen, die die Halle bisher genutzt haben, auch weiterhin ein Zuhause haben. Was ‚bedarfsgerecht‘ ist, darüber gehen die Meinungen derzeit noch auseinander.“ Wenn – wie bisher - sport- und kulturtreibende Vereine, Senioren und der Jugendtreff dort unter ein Dach sollten – da vermisse man von Seiten der Verwaltung bislang ein Gesamtkonzept für die neue Halle,  das verschiedene Anforderungen berücksichtige, auch in Sachen Akustik, Brandschutz etc. Zumal es mit dem Kulturbahnhof dann in Kürze noch einen weiteren Veranstaltungsort gebe, ergänzt Karl-Heinz Klein: Der älteste Bahnhof  des Saarlandes soll dann für kulturelle Veranstaltungen, Vorträge und ähnliches genutzt werden.

Bewegung möchte Schappe in die Parteistruktur bringen: Aus den bislang sechs Ortsverbänden – in jedem Stadtteil einen – könnten deshalb bald weniger werden. Jeder Ortsverband hat einen eigenen Vorstand, „da doppelt sich vieles, das könnte man anders organisieren“, erklärt Schappe. So hätten zum Beispiel die Ortsverbände Bexbach-Mitte, Niederbexbach und Kleinottweiler Interesse an einer Fusion. Und dann rückt so langsam natürlich auch schon die nächste Kommunalwahl im Frühjahr 2019 und die daran gekoppelte Bürgermeister-Wahl in Bexbach in den Blick . . .

Der Bexbacher Bahnhof: Aus dem historischen Gebäude soll ein Kulturbahnhof werden.
Der Bexbacher Bahnhof: Aus dem historischen Gebäude soll ein Kulturbahnhof werden. FOTO: Thorsten Wolf