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Spende
Soziales Engagement soll zur bleibenden Erinnerung werden

Unternehmer Dieter Buchholz (rechts) hat  eine wohltätige Stiftung gegründet, in die seine Familienmitglieder eingebunden sind. Neben ihm Tochter Andrea Holzer, dann Ehefrau Gabriele Buchholz und Sohn Boris Buchholz.
Unternehmer Dieter Buchholz (rechts) hat  eine wohltätige Stiftung gegründet, in die seine Familienmitglieder eingebunden sind. Neben ihm Tochter Andrea Holzer, dann Ehefrau Gabriele Buchholz und Sohn Boris Buchholz. FOTO: Sebastian Dingler
Bexbach. Der Bexbacher Unternehmer Dieter Buchholz will soziale und karitative Projekte mit einer neu gegründeten Stiftung unterstützen. Von Sebastian Dingler

„Ich will etwas hinterlassen, das bleibt“, so schildert Dieter Buchholz, Gründer des Buchholz Fachinformationsdienstes (BFD), seine Beweggründe, jetzt eine Stiftung zu gründen, die kulturelle, soziale und mildtätige Projekte unterstützen will. „Von Jugend an wurde ich mit der Ungleichheit in unserer Gesellschaft konfrontiert. Nicht überall herrschten ‚normale‘ Verhältnisse. Diese Erfahrungen haben meinen Blick für die Nöte derer geschärft, die nicht auf der Sonnenseite stehen“, so der Gründer.



Die vor 30 Jahren gegründete Firma zählt heute nach eigenen Angaben über 180 Mitarbeiter und einen Stamm von 15 000 Kunden. Wohltätige Aktionen werden von BFD schon seit 20 Jahren durchgeführt, darunter die Unterstützung von Tschernobyl-Kindern, Spenden für die Opfer des Oderbruch-Hochwassers, Übernahme von Patenschaften für Kinder der Dritten Welt, oder Unterstützung des Zentrums für Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie der Uniklinik.

Zum Pressetermin hat der erfolgreiche Unternehmer seine Frau Gabriele, Tochter Andrea Holzer, Sohn Boris Buchholz und den gut mit ihm befreundeten Notar a. D. Jürgen Spoerhase-Eisel versammelt. Es ist ihm wichtig, dass alles mit größtmöglicher Transparenz erklärt wird. „Gabriele und Dieter Buchholz-Stiftung“ ist der Name des nicht ganz einfachen Konstrukts. Bei einer Stiftung verhält es sich nämlich so, dass der Stifter sich auf ewig von dem Kapital verabschiedet, das er hineinsteckt. Der Betrag, in diesem Fall eine halbe Million Euro, der im nächsten Jahr wahrscheinlich auf eine Million aufgestockt wird, darf sich nicht verringern. An hilfsbedürftige Organisationen darf nur das gegeben werden, was mit dem Grundkapital erwirtschaftet wird.

In Zeiten einer Nullzinspolitik ist das aber schwierig. Kapitalanleger und Investment-Banken hätten Dieter Buchholz angeboten, das Geld gegen Provision anzulegen. „Ich traue dieser Sache aber nicht so, ich vertraue mehr auf meine eigene Intuition“, meinte der Unternehmer dazu und hat sich ein Modell ausgedacht, das der Stiftung jährliche Erträge garantiert. Mindestens vier Prozent des Kapitals, in diesem Fall also 20 000 Euro, kann die Stiftung also an Geld nächstes Jahr ausschütten. Der grobe Rahmen dessen, wohin die Erträge des Stiftungsvermögens gehen soll, ist in der Stiftungssatzung vorgegeben: Unterstützung von Einrichtungen für Kinder und Jugendliche, Vergabe von Stipendien sowie Förderung der Jugendarbeit, des Jugendsports, des Tierschutzes und bedürftiger Personen.

Aus diesem großen Feld an Themen entscheidet die Familie Buchholz mit Unterstützung von Spoerhase-Eisel und in Abstimmung mit dem Innenministerium, wohin das Geld konkret gehen soll. Was die Stiftung noch besonders auszeichnet, ist, dass der hohe Verwaltungsaufwand nicht von den Mitteln der Stiftung abgezwackt wird. „Ich habe festgelegt, dass wir das alles selbst zum Nulltarif machen“, erklärte Dieter Buchholz dazu.

Stiftungsvorstände sind Andrea Holzer und Boris Buchholz, die ihre Tätigkeit für die Stiftung unentgeltlich ausüben werden. Bei anderen Stiftungen seien es 20 bis 30 Prozent an Verwaltungskosten, die vom Spendengeld abgehen. Auch aufgrund dieses Umstands erhofft sich der Firmenchef, dass vielleicht noch andere Wohltäter ins Stiftungsvermögen einzahlen.