| 20:04 Uhr

Feuerwehr
Seit 20 Jahren stören die Diesel-Abgase

Bei der Hauptversammlung ders Löschbezirks Bexbach-Mitte: Der stellvertretende Löschbezirksführer Dominic Klein, Bürgermeister Thomas Leis, der alte und neue Löschbezirksführer Christian Veith und Stadtwehrführer Uwe Lapre (von links).
Bei der Hauptversammlung ders Löschbezirks Bexbach-Mitte: Der stellvertretende Löschbezirksführer Dominic Klein, Bürgermeister Thomas Leis, der alte und neue Löschbezirksführer Christian Veith und Stadtwehrführer Uwe Lapre (von links). FOTO: Sebastian Dingler
Bexbach. Bei der Hauptversammlung des Löschbezirks Bexbach-Mitte wurde die defekte Abgasabsaugung zum Streitthema. Von Sebastian Dingler

Alles schien schiedlich, friedlich abzulaufen bei der Hauptversammlung des Löschbezirks Bexbach-Mitte, bis es am Ende doch noch ein Störfeuer zu löschen galt. Streitpunkt war die aus Sicht der Feuerwehr unzureichende Abgasabsaugung der Fahrzeughalle (wir berichteten). Die Anlage sei nämlich seit 20 Jahren defekt und werde seither angemahnt. Gerade in der heutigen Debatte um Feinstaub und Dieselabgase sei es nicht mehr zumutbar, dass ein 35 Jahre alter Dieselmotor laufe, während die Jugendfeuerwehr in der Feuerwehrhalle trainiere, ganz abgesehen davon, dass die Abgase ausgerechnet in die Atemschutzwerkstatt ziehen würden.


Der darauf angesprochene Bexbacher Bürgermeister Thomas Leis sagte, dass gerade in der Stadtverwaltung zugunsten der Feuerwehr umstrukturiert worden sei, damit „alles noch mal richtig gut läuft“. Die Abgasabsaugung sei nur eine von vielen baulichen Maßnahmen, die gefordert werden, meinte Leis. Man solle jedoch einen Punkt nach dem andern abhaken. Außerdem sei kein Antrag gestellt worden, die Erneuerung der Absauganlage in den städtischen Haushalt aufzunehmen. Mit dieser Reaktion waren manche Feuerwehrleute nicht einverstanden. Für einige klang das nach einer Ausrede des Bürgermeisters. Das Anliegen sei unlängst dem Bauausschuss vorgetragen worden, außerdem stünde es seit zehn Jahren im Brandschutzbedarfsplan. Leis verwies noch einmal darauf, dass der städtische Haushalt fertig sei, ohne dass darin die Absauganlage erwähnt sei. Allerdings sehe er das Problem ja gar nicht anders: „Wir müssen sehen, dass das gemacht wird.“

Auch Löschbezirksführer Christian Veith bemühte sich, die Wogen wieder zu glätten: „Der Bürgermeister kann das ja nicht allein entscheiden. Wir werden das jetzt noch mal im Stadtrat vorbringen.“ Veith war zuvor wieder ins Amt gewählt worden; dabei konnte er nahezu alle der 40 Stimmberechtigten für sich gewinnen. Ebenso erging es seinem Stellvertreter Dominic Klein. Begonnen hatte die Hauptversammlung mit Grußworten von Kreisbrandinspekteur Uwe Wagner, Bürgermeister Thomas Leis, dem Vizepräsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Manfred Rippel und des Stadtwehrführers Uwe Lapre. Wagner referierte über das Konzept „Feuerwehr der Zukunft“, bei dem die Landkreise stärker involviert werden sollen. Außerdem wolle er in den städtischen Kindergärten mit den Erzieherinnen sprechen, ob diese nicht die „Feuerdrachen“ unterstützen könnten, das sind die ganz Kleinen bei der Feuerwehr.

Bürgermeister Thomas Leis berichtete den Anwesenden davon, dass die vielfach geforderte Hauptamtlichkeit der Feuerwehr bei der Stadt Bexbach zumindest punktuell umgesetzt werde. So hätten zwei städtische Mitarbeiter Stunden freigeschaufelt bekommen, einer als Gerätewart für die Fahrzeuge, der andere, um eine Software mit der Abwicklung des Feuerwehrwesens zu pflegen. Bexbach verfolge auch nach wie vor den Plan, eine Schlauchwaschanlage einzurichten, die auch für Homburg und Kirkel zuständig wäre. Da sähe es nicht schlecht aus, dass dies klappe. Manfred Rippel betonte die Wichtigkeit des Miteinanders: „Wir müssen unsere Kräfte bündeln, ohne das haben wir keine Chance. Die Zeit der Alleingänge ist vorbei“, meinte er. Uwe Lapre erzählte, er verfolge das Ziel, in Kleinottweiler eine Jugendfeuerwehr zu gründen. Außerdem wies er darauf hin, dass es „der Wahnsinn“ sei, was an freiwilligen Stunden geleistet würde: „Wir haben mal eine Aufstellung gemacht, was nur eine einzige Geräteprüfung im Jahr braucht, da sind wir auf fast 1200 Stunden gekommen.“ Der Jahresbericht berichtete von der Rekordzahl von 296 Einsätzen, wovon 20 Brandeinsätze waren.