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Momente dauern wenige Minuten

Frankenholz. Sie hat ihr halbes Leben in Frankenholz verbracht und die Kunst stets als Lebenselixier gebraucht: Jetzt zeigt die Malerin Ruth Engelmann-Nünninghoff mit der Ausstellung „100 Momente“ ihre späten Werke im Martin-Niemöller-Haus. Bernhard Reichhart

Ruth Engelmann-Nünninghoff nennt ihre späten Arbeiten "Momente", denn sie entstehen aus einem emotionalen Impuls innerhalb weniger Minuten. Unter diesem Titel werden derzeit Werke der Künstlerin, die am 5. Januar ihren 100. Geburtstag feiern durfte, in ihrer bereits dritten Ausstellung in diesem Jahr im Martin-Niemöller-Haus in Frankenholz zu sehen. Für diese Ausstellung hat Organisator Ulf Sauerbaum eine kleine interessante Auswahl getroffen, die nicht nur gute Einblicke in das aktuelle Schaffen der seit 50 Jahren in Frankenholz lebenden Künstlerin vermittelt, sondern auch in die Arbeit der letzten zwei Jahrzehnte, in der die Künstlerin ausschließlich abstrakt arbeitet.

Der künstlerische Weg von Ruth Engelmann-Nünninghoff sei geprägt "durch Vielfältigkeit, Experimentierfreude und eine große stilistische Spannbreite, die von naturalistischen Darstellungen über unterschiedliche Manifestationen der Abstraktion bis hin zu der reduzierten farbigen Geste ihrer aktuellen Werke reicht", erklärte Nicole Nix-Hauck, Leiterin der Städtischen Galerie Neunkirchen, im Rahmen der Vernissage in ihrer Laudatio. Ruth Engelmann-Nünninghoff habe es immer vermieden, sich festzulegen. Stattdessen sei sie offen für das Neue gewesen, habe das Experiment und die Begegnung in der Kunst gesucht. "Nur aus dieser beständigen Neugierde, aus dieser Wachheit heraus konnte die faszinierende und bis heute ungebrochene Lebendigkeit erwachsen, die ihre Arbeiten auszeichnet", betonte Nix-Hauck.

"Die Malerei war stets ihr Lebenselixier und ist es bis ins hohe Alter geblieben", würdigte sie das künstlerische Wirken der 100-Jährigen. Aus den 90er Jahren datieren dichte, heftig bewegte Arbeiten, in denen die Farbe nahezu die gesamte Bildfläche erobert hat. Obgleich oft dunkle Farben bis hin zu Schwarz überwiegen, erscheinen die Arbeiten oft auf eigentümliche Weise transparent. Als unverkennbares Ausdrucksmittel der späten Arbeiten von Engelmann-Nünninghoff bezeichnete Nicole Nix-Hauck die dynamische, mittlerweile auf wenige Spachtelstriche reduzierte Geste und der Kontrast von Dunkelheit und leuchtender Farbigkeit. "Reduktion und Konzentration begegnen hier einer überaus kraftvollen, stets disziplinierten Vitalität. Energische, aber sparsam gesetzte farbige Gesten entfalten sich auf dem weißen Grund wie kalligrafische Bildzeichen. Frei stehende vertikale Farbformen, begleitet von geschwungenen oder Stakkato artig rhythmisierten Linien, stehen wie Ausrufezeichen im Bild und verdichten es auf das Wesentliche: Farbe und Form, Gewichte und Rhythmik, Schwingungen und Klänge". In der seltenen Verbindung von Einfachheit, Klarheit und Sensibilität, die aus diesen Momenten spreche, konzentriere sich die Essenz der Kunst von Ruth Engelmann-Nünninghoff und vielleicht auch die Essenz eines langen Lebens", meinte Nix-Hauck abschließend.

Die Ausstellung ist im Martin-Niemöller-Haus in Frankenholz zu sehen. Sie kann nach Vereinbarung mit Christel Gebhardt, Tel. (0 68 26) 78 21 besichtigt werden.