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Sonderpreis für Höchen
Einblick in ein lebendiges Dorfleben

Höchens Ortsvorsteherin Eva-Maria Scherer stellte sich gestern selbstbewusst den Fragen der Fachjury des Dorfwettbewerbes.
Höchens Ortsvorsteherin Eva-Maria Scherer stellte sich gestern selbstbewusst den Fragen der Fachjury des Dorfwettbewerbes. FOTO: Thorsten Wolf
Höchen. Höchen steht in der Endrunde des Sonderwettbewerbs „Miteinander leben im Dorf“. Die Präsentation vor der Jury war gelungen. Von Thorsten Wolf

„Ich bin sehr angetan.“ Mit diesem Satz löste Arnold Ludes, Sprecher der Jury des landesweiten Sonderwettbewerbs „Miteinander leben im Dorf“ gestern in Höchen einen kleinen Beifallssturm aus. Zu diesem Zeitpunkt lagen hinter Ortsvorsteherin Eva-Maria Scherer und unterschiedlichsten Akteuren des Dorflebens wichtige 60 Minuten – 60 Minuten, in denen die Fachjury anhand vieler guter Beispiele erfahren sollte, warum und wie das Miteinander in Höchen so gut funktioniert.


Doch wie verschafft man Ortsfremden in Worten und zahlreichen Schautafeln ein Bild von dem, was Höchen seit vielen Jahren positiv auszeichnet? Indem man eben die Worte mit Bedacht wählt und jenseits der Fakten vor allem ein Gefühl für die Anstrengungen vermittelt, die man im Ort unternimmt. Den Auftakt machte da Ortsversteherin Eva-Maria Scherer selbst, die schon die gestrige Präsentation als „Ehre und Anerkennung“ verstand. Das konnte man nachvollziehen, steht Höchen doch nun als Gewinner im Kreisentscheid im Finale des Sonderwettbewerbs, zusammen mit Überroth-Niederhofen/Kreis St. Wendel, Bietzen/Landkreis Merzig-Wadern und Biringen/Kreis Saarlouis. In ihrer Begrüßung betonte Scherer natürlich die Bedeutung der Höcher selbst, „ohne die Menschen hier vor Ort, auf die ich richtig stolz bin, wäre dieses miteinander leben im Dorf überhaupt nicht möglich“. Arnold Ludes zeigte sich schon vom ersten Eindruck Höchens begeistert. „Wenn man sich dieser Stätte hier nähert, dann merkt man, dass das Leben hier im Dorf pulsiert.“

Was zu diesem Zeitpunkt für Ludes wohl eher eine erste Einschätzung war, untermauerten die Höcher dann mit zahlreichen Fakten. Jan Hornberger aus dem Höcher Ortsrat gab einen generellen Einblick ins Leben im Ort, in die Vereinswelt, in die Arbeit der aus den Dorfgesprächen entstandenen drei Arbeitsgruppen. Dabei hübschte Hornberger das Bild nicht unnötig auf, sondern sprach auch Probleme an, die man, wie in vielen anderen ländlichen Gebieten vergleichbar, auch in Höchen habe.



Danach gehörte die Bühne auch den Vertretern der erwähnten drei Arbeitsgruppen, die sich mit den Themen „Öffentlichkeitsarbeit/Marketing“, „Ortsbild Höchen“ und „Natur um Höchen“ befassen.

So entspann sich vor der Jury das Bild eines Orts, der sich nicht einfach den aktuellen Entwicklungen ergibt, sondern ganz aktiv die Zukunft gestalten will. Bei dieser Entwicklung hat auch die Stadt Bexbach als Partner einen wichtigen Anteil, so bei der nach den Wünschen der Höcher selbst zur Neugestaltung anstehenden Glanhalle, die in Zukunft mit einem Multifunktionscharakter auch die Funktion eines Dorfgemeinschaftszentrums übernehmen soll. Hier informierte Helmut Hary von der Stadtverwaltung die Fachjury über die aktuellen Planungen.

Hary war es auch, der Höchen eine Vorreiter-Rolle für die Entwicklung in allen anderen Bexbacher Stadteilen zusprach. Im Kreis zahlreicher Bürgerinnen und Bürger konnten sich die Jury-Mitglieder mit jeder vergehenden Minute einen zumehmend guten Eindruck von dem machen, was in Höchen schon gelaufen ist und noch läuft. Bexbachs Bürgermeister Thomas Leis ergänzte diesen Eindruck mit dem Hinweis, dass gerade Orte wie Höchen sich gegen den Trend der Landflucht wendeten, und das deutlich stärker als so manch anderer Ort in ländlichen Regionen. „Hier spielt Höchen ganz weit oben in der Liga derer, die sich gegen diese Entwicklung wehren!“ Doch wird all das reichen für den Spitzenplatz im Sonderwettbewerb „Miteinander Leben im Dorf“? Die Antwort auf diese Frage wird Saar-Umweltminister Reinhold Jost Ende der kommenden Woche geben.