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Kirchenkreuz wurde renoviert
Frischer Glanz in „evangelisch Lila“

Zur Freude von Pfarrer Jürgen Sawitzki (von links), Jochen Harig, Manfred Schulte, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins, und von Dieter Buchholz erstrahlt das fast 60 Jahre alte Kreuz in neuem Glanz und an einem neuen Standort an der Christuskirche.
Zur Freude von Pfarrer Jürgen Sawitzki (von links), Jochen Harig, Manfred Schulte, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Fördervereins, und von Dieter Buchholz erstrahlt das fast 60 Jahre alte Kreuz in neuem Glanz und an einem neuen Standort an der Christuskirche. FOTO: Markus Hagen
Oberbexbach. Fast 60 Jahre nach dem Bau der Christuskirche in Oberbexbach wurde jetzt das alte Kreuz der Kirche saniert. Von Markus Hagen

60 Jahre rostete das Kreuz an der West-Fassade der evangelischen Christuskirche in Oberbexbach zwischenzeitlich vor sich hin. Lange Zeit überlegte man sich in der Kirchengemeinde, wie man die Kosten für die Sanierung in Höhe von über 4300 Euro bezahlten könnte. Dank der beiden Sponsoren Dieter Buchholz und Jochen Harig war es nun möglich, das frisch sanierte Kreuz aus dem Jahr 1959 am Freitag an einem neuen Standort zu montieren. Das in „evangelisch Lila“ gestrichene Kreuz wurde nun an der Vorderseite der Christuskirche befestigt.


Das Kreuz ist schon lange kein schöner Anblick mehr, dachte Pfarrer Jürgen Sawitzki, als er vor fünf Jahren die Pfarrstelle annahm. Es war in die Jahre gekommen und rostig. Die ursprünglich weiße Farbe war an vielen Stellen abgeblättert. Zudem war die Sicht durch große Bäume mehr als verdeckt. Die Frage stellte sich, wie man das Kreuz sanieren könne. Vor allem um die Kosten ging es. Ein Kostenvoranschlag für Demontage, Sanierung und Montage wurde von der Bexbacher Metallbaufirma Jochen Harig eingeholt. 4335 Euro standen auf dem Kostenvoranschlag. Sawitzki informierte daraufhin das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde. Die Antwort fiel deutlich aus: „Viel zu hoch“, zumal es letztlich nicht um Kosten für die Instandhaltung der Kirche ging, sondern „rein um eine optische Verschönerungsmaßnahme“ an der Außenfassade der Christuskirche.

In der jüngsten Mitgliederversammlung des Protestantischen Fördervereins für Kirchbau- und Kirchenbau am 25. Mai diesen Jahres berichtete Pfarrer Jürgen Sawitzki unter anderem auch vom Zustand des Kreuzes. Spontan meldete sich der Oberbexbacher Unternehmer Dieter Buchholz, dessen Firma in Bexbach beheimatet ist, dass er die Kosten für die Sanierung übernehmen werde. Unternehmer Jochen Harig, Inhaber einer Metallbaufirma in Bexbach, erklärte sich nach einem Gespräch mit Buchholz bereit, sich daran zur Hälfte zu beteiligen. Der Weg für die Sanierung des Kreuzes war endlich frei.



Am 6. August schließlich wurde das Kreuz von der West-Fassade der Christuskirche abmontiert. In den darauffolgenden neun Wochen fanden in der Werkhalle von Metallbau Harig umfangreiche Arbeiten statt. So wurde das Teil sandgestrahlt, neu verzinkt, eine Pulverschicht wurde aufgetragen. Nun stellte sich die Frage nach der neuen Farbe des Kreuzes. „Baudirektor Ralf Gaul von der Bauabteilung der Landeskirche Speyer schlug Lila vor“, berichtete Pfarrer Jürgen Sawitzki bei der Einweihung am Freitagmorgen, das Lila die offizielle Farbe der Protestanten ist. Das Presbyterium habe sofort diesem Vorschlag zugestimmt.

Am 5. Oktober waren die Arbeiten am Kreuz beendet, das sich nun ab sofort in leuchtendem Violett an der Vorderseite der Christuskirche sich nun allen Bürgern sichtbar zeigt.

Vor der Weihung des Kreuzes ging Pfarrer Jürgen Sawitzki noch einmal deutlicher auf die gesamte Maßnahme ein. „Das Kreuz ist das Kennzeichen der Christen. Es verbindet uns mit der katholischen Kirche und mit allen Christen. Es weist uns auf den hin, der am Kreuz starb. Zugleich ist es auch ein Hinweis auf den, der den Tod überwunden hat: Jesus Christus.“ Zudem sei es ein Heilszeichen mit versöhnender und vermittelnder Bedeutung. Sawitzki: „Die Form unseres Kirchenkreuzes gefällt mir besonders gut. Unser Oberbexbacher Kreuz ist von einem Band umschlossen. Im Symbol des Kreuzes wird miteinander verbunden, was sonst nicht miteinander verbunden ist: Leben und Tod, Licht und Dunkel sowie Himmel und Erde. Die Senkrechte des Kreuzes verbindet uns mit Gott. Die Waagrechte weist auf die Verbindung des Menschen hin.“ Nach diesen Worten weihte Pfarrer Jürgen Sawitzki das restaurierte Stahlkreuz ein.

Danach ging es hoch hinauf vom Wagen zur Montage an die neue Stelle an der evangelischen Christuskirche.

„Ich freue mich, dass uns dies noch vor meiner Pensionierung in einem halben Jahr noch gelungen ist“, so Pfarrer Sawitzki. Seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahre sei die Sanierung des Kreuzes für ihn mehr als nur eine Herzensangelegenheit gewesen.