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Kirmes
Kerweredd am Sonntag als Höhepunkt

In dem einstigen Arbeiter- und Bauerndorf Niederbexbach hat sich über  all die Jahre hinweg die Kirmes mit ihren traditionellen Bräuchen erhalten. Und so sorgen immer wieder  Straußmääde und Straußbuwe, hier ein Archivbild, mit ihrem Umzug und Kerweredd über die Kirmes für Stimmung im Dorf. 
In dem einstigen Arbeiter- und Bauerndorf Niederbexbach hat sich über  all die Jahre hinweg die Kirmes mit ihren traditionellen Bräuchen erhalten. Und so sorgen immer wieder  Straußmääde und Straußbuwe, hier ein Archivbild, mit ihrem Umzug und Kerweredd über die Kirmes für Stimmung im Dorf.  FOTO: Bernhard Reichhart
Niederbexbach. Am Wochenende endet in Niederbexbach der Reigen der Kerweveranstaltungen in unserer Region.

In der Saarpfalz haben sich viele Bräuche erhalten. Bewahren von Tradition und Geschichte wird in manchen Dörfern groß geschrieben. In Niederbexbach hat sich über Jahrhunderte hinweg die Kerb mit am besten erhalten.


„Wir haben in diesem Jahr wieder um die 25 Straußbuwe und Straußmääde“, erzählt Bärbel Korst in Niederbexbach. Sie ist die Wirtin der Gaststätte „Zur Eiche“, die seit Jahrzehnten „die Heimat der Straßbuwe“ ist. Tage zuvor haben die Straßbuwe und ihre Määde den Kerwestrauß geschlagen, der in oft mühevoller Kleinarbeit mit bunten Bändern beim abendlichen „Bändschesknibbele“ in ihrem Lokal „Beim Bärwel“ (so wird die Wirtin im Dorf genannt) geschmückt wurde.
Vor ihrem Lokal beginnt am Sonntag, 11. November, ab 14 Uhr der Straußumzug durchs Dorf. Höhepunkt ist um 15 Uhr die traditionelle Kerweredd. Auch diesmal steht ein „Kerwerparrer“ auf der Leiter. Seit dem 15. Jahrhundert ist dieser Kirmesbrauch bekannt. Der Kerweparre lässt auf einer hohen Leiter, die von anderen Straußbuwe gehalten wird,  für die Bewohnerinnen und Bewohner das Jahr spöttisch, lustig, zynisch oder überraschend Revue passieren. Es gibt Anekdoten, Wahres und Unwahres aus dem Dorfleben – man darf wieder gespannt sein auf die Geschehnisse des ablaufenden Jahres. Und die Straußbuwe- und määde werden sicherlich wieder lauthals rufen: „Wemm ist die Kerb?“  Wirtin Bärbel Korst erwartet, unterstützt von der Familie (früher halfen auch ihre beiden Schwestern Waltraud und Margit mit) und Bekannten ihrer Tochter Judith und deren Ehemann Dirk, wieder einige hundert Neugierige unterm Strauß. Auch die Enkelsöhne Sebastian und Christian sind aktiv bei der Kerb dabei. Die diesjährige Kerb fällt in ein besonderes Jubiläumsjahr: Seit 60 Jahren ist die Familie Korst, früher Gerhardt, Inhaber der Straußbuwe-Wirtschaft, in der auch der Fußballverein und weitere Vereine ihr Vereinslokal haben.

Am Montagmorgern startet die Straußjugend von hier zum „Singen und Sammeln“ im Dorf. Zudem ist Frühschoppen angesagt.
In Niederbexbach, deren Einheimische aufgrund der früheren Landwirtschaft „Malzochsen“ genannt werden, gibt es auch heute noch kaum eine Familie, die nicht im Laufe der Zeit als Straußbu oder Määde am bunten Treiben teilgenommen hat. So manche Ehe fand „uff de Kerb“ ihren Anfang.



 Die Kirmes wird am Samstag, 10. November, ab 14.15 Uhr auf dem neuen Rasenplatz „Auf der Platte“ mit den Spielen der 1. und 2. Mannschaft gegen die SG Bliesgau eröffnet. Ab 18 Uhr gibt es Musik im Sportheim. Eine Veranstaltung in der Bliestalhalle findet nicht statt, heißt es. Am Mittwoch findet zum Kerweausklang das traditionelle Heringsessen im Vereinslokal „beim Bärwel“ statt.

(jkn)