| 21:03 Uhr

Stadtrat Bexbach
Kein kostenloses Surfen in Bexbach-City

Der historische  Bahnhof in Bexbach soll ein Kulturzentrum werden, Studenten der HTW entwickeln dafür ein Konzept.
Der historische Bahnhof in Bexbach soll ein Kulturzentrum werden, Studenten der HTW entwickeln dafür ein Konzept. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Gestern Abend tagte der Stadtrat: Bei des Diskussion um freies W-LAN am Nesseler-Platz schieden sich die Geister. Von Christine Maack

Die Stadtratssitzung am gestrigen Abend im Gründerzentrum des Bexbacher Saarpfalz-Parks dauerte so lange wie ein Fußballspiel – jedenfalls der öffentliche Teil. Allerdings gab es während der 90 Minuten keine Halbzeitpause.


Dabei standen eigentlich nur 18 Punkte im öffentlichen Teil zur Debatte, die zum größten Teil bereits in den Ausschüssen geklärt worden waren und lediglich eines Handzeichens bedurften, was auch in einigen Punkten der Fall war.

So wurde beispielsweise Thomas Leis (SPD), der Bürgermeister der Satdt Bexbach, für den „Vollzug der Haushaltswirtschaft und den Inhalt der Jahresrechnung“ einstimmig entlastet. Er führte gestern Abend  nicht die Sitzung, da er verhindert war, sondern sein Vertreter, der Erste Beigeordnete Wolfgang Imbsweiler.   Einstimmig durchgewunken wurde auch der Wirtschaftsplan Abwasserbeseitigung fürs Jahr 2018, ebenso die Nutzung des historischen Bahnhofs Bexbach als künftige Kultur- und Kleinkunstbühne, wofür Studenten der Saarbrücker Fachhochschule HTW unter Anleitung ihrer Dozentin Nicole Schwarz ein Nutzungskonzept entwickeln. Dafür werden 4500 Euro ausgegeben, „eine überschaubare Summe und eine gute Sache“, wie einige Stadtratsmitglieder befanden.



Einstimmig wurde auch beschlossen, mit den Bau- und Sanierungsarbeiten voranzukommen, dazu gehörten gestern Abend die Sanierung des Bürgerzentrums Frankenholz, die Erneuerung der Schulturnhalle Oberbexbach, die seit einiger Zeit geschlossen ist,  aber jetzt von einer „Firma, die sehr schnell arbeitet“, so Bauamtsleiter Thomas Schneider, „bis April mit einem neuen Boden ausgestattet sein wird“.

Wenn man sich nun die übrigen, noch verbliebenen  Punkte der Tagesordnung anschaut und mit einem Fußballspiel vergleicht, so könnte man sagen, dass vor allem im Mittelfeld gedribbelt wurde – auch wenn Sitzungsleiter Wolfgang Imbsweiler immer mal wieder anmahnte,  doch ins Tor zu schießen.

Es ging dabei um das seit zwei Jahren anhängige Thema, auf dem Aloys-Nesseler-Platz kostenfreies W-LAN einzuführen, was die Mitglieder aller im Rat vertretenen Parteien gestern Abend über 30 Minuten lang beschäftigte. Zunächst war es die CDU, die darauf hinwies, dass sie schon 2016 einen entsprechenden Antrag gestellt habe, worauf die SPD antwortete, es gehöre nicht zu den Aufgaben einer Gemeinde, für 20 000 Euro dafür zu sorgen, dass Bürger kostenlos im Netz surfen könnten.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet dieses Thema zum zentralen Schlagabtausch führen würde? Und was kam am Ende heraus? Wenn schon kein eleganter Torschuss, so doch eine Entscheidung. Nämlich, dass mit 16 Stimmen und damit einer deutlichen SPD-Mehrheit, auf freies W-LAN verzichtet wird, elf Stimmen wollten es gerne haben, eine Person enthielt sich. Auch die 20 000 Euro, die ein freies W-LAN hätten ermöglichen sollen, werden  nicht im Haushalt 2018 eingestellt. > Weiterer Bericht folgt