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Kegler räumen Höcherberghallen
Kegler wollen Sport am Leben halten

Markus Weihmann noch inmitten der Anlage der Kegelsportgemeinschaft, die nun mit der Schließung der Höcherghallen in Bexbach Geschichte ist.
Markus Weihmann noch inmitten der Anlage der Kegelsportgemeinschaft, die nun mit der Schließung der Höcherghallen in Bexbach Geschichte ist. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Die KSG sieht sich mit dem Aus für Bahn und Wirtschaft durch den Abriss der Höcherberghallen konfrontiert. Von Thorsten Wolf

() „Für mich ist dieses Thema noch lange nicht durch. Ich werde auch weiterhin versuchen, den Kegelsport hier in Bexbach wieder zu reanimieren. Jetzt hängt er zwar nur noch an lebenserhaltenden Maßnahmen, ich warte aber auf das Wunder.“ Nein, aufgeben will Markus Weihmann, der Vorsitzende der Kegel-Sport-Gemeinschaft Bexbach (KSG), nicht.


Doch sieht es für den Verein nach der Schließung der Höcherberghallen richtig düster aus: Die Mannschaft hat man aus dem Liga-Wettbewerb abgemeldet, einige Spieler sind zu anderen Vereinen gewechselt, wieder andere haben ganz mit dem Kegelsport aufgehört. Von der kurzfristigen Schließung der Halle – bedingt durch bauliche Schäden, deren Gefahr die Stadt nicht tragen kann – wurde der Verein kalt erwischt. Zwar war klar, dass es für die Kegler mit dem geplanten Neubau einer Ersatzhalle für die Höcherberghallen eng werden würde (wir berichteten mehrfach), doch schien das Ende und eine mögliche Neuaufstellung noch in relativer Ferne. Jetzt kam das Aus aber Knall auf Fall, und die KSG steht vor dem Nichts.

Die Situation zwischen der Stadt und dem Verein scheint dabei ausgesprochen verfahren. Als klar wurde, dass die Höcherberghalle auf Sicht aufgrund ihres Zustandes abgerissen wird und stattdessen eine neue Halle gebaut werden soll, da zeichnete sich schon ab, dass es eben in diesem Neubau für die Kegler keinen Platz geben wird. Einer der Vorschläge aus der Verwaltung: ein Umzug des Vereins ins Bürgerzentrum nach Frankenholz. Doch dies lehnte die KSG ab, mit den dort vorhandenen zwei Bahnen, maximal erweiterbar auf drei, könne man einen Liga-Betrieb nicht stemmen.



Zum Hintergrund: In den Höcherberghallen verfügt der Verein über vier Bahnen. Eine weitere Idee, ein Umzug ins frühere Hägin-Gebäude, kam aufgrund der zu erwartenden Miete von 3000 Euro im Monat für den Verein auch nicht in Frage, weil schlicht zu teuer. Weihmann: „Eine Perspektive für uns gibt es derzeit in Bexbach nicht, Sportkegeln ist in Bexbach erstmal gestorben.“ Um zu verstehen, warum die Entscheidung jenseits des rein Sportlichen für die Bexbacher Kegler so bitter sei, blickte Weihmann in die Geschichte des Vereins und der Anlage. Im Jahr 1999 habe ein schweres Hochwasser die Höcherberghallen heimgesucht. „Damals“, so Weihmann, „wollte die Stadt nichts mehr in die Kegelanlage investieren.“

Den damals noch bestehenden zwei Kegelclubs habe die Stadt dann aber entsprechendes Material bereitgestellt, „und dann haben wir insgesamt 8000 Arbeitsstunden an Eigenleistung investiert. Und ab dann gab es einen Pachtvertrag mit der Stadt.“ Heute, knapp zwanzig Jahre später, hat die aus den beiden ursprünglichen Vereinen fusionierte KSG im Keller der Höcherberghallen eine, so Weihmann, der Top-Drei Anlagen im Saarland, von der nur noch die eigentlichen Bahnen der Stadt gehörten. „Die Anläufe, die Technik, die Kugeln, eben alles andere, gehört uns.“ Zusätzlich hat die KSG als Teilbereich des Vereins auch einen Wirtschaftsbetrieb etabliert, der für die eigene Bewirtschaftung sorgt. Das alles ist nun Geschichte. In diesen Tagen räumen die Kegler ihre Sachen aus den Höcherberghallen.

Was Weihmann umtreibt: Im Zuge der Finanzierung einer neuen Halle seien vom CDU-Politiker Alexander Funk zusätzliche 500 000 Euro in Saarbrücken akquiriert worden, um Lösungen für das Jugendzentrum, den Seniorentreff und eben auch die Kegler zu finden, „weil wir alle in der neuen Halle nicht vorgesehen waren“. Auf dieser Basis habe man das Gespräch mit der Verwaltung gesucht. „Es ist aber von dort keine großartige Initiative gekommen, hier eine Lösung zu finden.“ Ab diesem Zeitpunkt sei dann nichts mehr wirklich passiert, so die Einschätzung von Markus Weihmann. Alle Vorschläge der Kegler selbst, so den Neubau einer Halle, hätten bei der Stadt keinen Widerhall gefunden, „das hat alles gar niemanden interessiert.“ Niemand sei „in die Gänge gekommen“, niemand habe versucht „bei der Sportplanungskommission noch ein bisschen was rauszukitzeln. Es war einfach nicht gewollt“.