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Engel mit dreckigen Händen

Begeistert, erfolgreich und ausgepowert: Mit diesen drei Wörtern lässt sich die Bilanz der Aktion "72 Stunden - Uns schickt der Himmel" am besten beschreiben. Über 300 Kinder und Jugendliche engagierten sich am vergangenen Wochenende im Dekanat Saarpfalz. Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf

Homburg/Bexbach. 72 Stunden, 13 Projekte und 300 engagierte Jugendliche: Am vergangenen Wochenende sorgte die Sozialaktion des Bundes der deutschen katholischen Jugend (BDKJ) "72 Stunden - Uns schickt der Himmel" im Dekanat Saarpfalz für viel Bewegung. Von den insgesamt 13 Projekten fanden drei in Homburg und Bexbach statt.Für die Messdiener der Pfarrei Bruchhof-Maria Hilf ging es an der katholischen Kindertagesstätte Maria vom Frieden in Erbach um Handwerkliches: Hier wurde ein Ruhebereich errichtet und der Sandspielplatz befestigt. Zusätzlich bauten die Jugendlichen einen mobilen Verkaufsstand für den Außenbereich.



Die katholische studierende Jugend (KSJ) fand im Kinderzentrum (Kiz) in Erbach ihre Aufgabe (wir berichteten). Von Donnerstag- bis Sonntagabend hieß es hier: Die Außenanlagen des Kiz gestalten, die Rasenfläche herrichten, eine Sitzgruppe und eine Grillstelle aufbauen und einiges mehr. Die Leiterin der Aktionsgruppe, Anna-Maria Nunenmann, zeigte sich nach Ende der Aktion sichtlich zufrieden mit der geleisteten Arbeit. "Wir waren sehr erfolgreich. Manchmal war es zwar etwas schwer, an notwendige Sachen ran zukommen, aber mit Hartnäckigkeit haben wir es geschafft."

Auch bei den Messdienern und der Pfarrjugend der Frankenholzer Pfarrei St. Josef herrschte am Sonntagabend beim gemeinsamen Abschlussgrillfest eitel Sonnenschein. Drei Tage lang kümmerten sie sich unter der Leitung von Peter Ziarnetzki und Desiree Müller im Frankenholzer Ortsgebiet um den Spielplatzbereich des katholischen Kindergartens und um die Reinigung von Wegekreuzen. Dabei ging es gerade beim Putzen der Kreuze nicht ohne Herausforderungen zur Sache.

"Eigentlich war geplant, leichter an das nötige Wasser zu kommen. Das hat aber anfangs nicht so recht geklappt", verdeutlichte Müller einen Teil der Anstrengungen. "Wir haben an den Türen in der Nachbarschaft geklingelt und nach einem Wasseranschluss gefragt. Dann mussten wir Schläuche organisieren. Und dazu noch passende Anschlüsse finden! Am Ende haben wir uns noch mit vielen Verlängerungskabeln aus der Nachbarschaft Strom besorgt."

Gerade diese Hilfe von Bürgern war es, die die Aktiven positiv beeindruckte. "Alle haben uns super geholfen", lautete der allgemeine Tenor. Auch Peter Ziarnetzki war nach dem Einsatz sichtlich zufrieden. "Ich wusste natürlich nicht, wie die Kinder mitziehen würden. Vom Ergebnis bin ich jetzt völlig überwältigt. Die Kids haben durchgearbeitet, sie waren mit Feuereifer bei der Sache und haben bis zum Umfallen geschuftet. Es war einfach toll."

Die 72 Stunden-Aktion könnte nun in Frankenholz Schule machen - auch ohne den offiziellen Rahmen des BDKJ. Ziarnetzki: "Das erste, was die Kinder schon am Freitag gesagt haben, war, dass sie im nächsten Jahr wieder mitmachen wollen. Leider findet diese Aktion des BDKJ nicht jedes Jahr statt. Aber wir wollen 2010 irgendetwas Vergleichbares tun."

Auch die Kids zeigten nach Ende der anstrengenden 72 Stunden sichtlich Freude über das Geleistete. "Uns hat am meisten das Heckenschneiden Spaß gemacht", versicherten Elisabeth Brocher und Laura Müller, die kurzerhand während der Aktion ein Team aufgemacht hatten, das die Hecken stutzte.