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| 20:10 Uhr

Die rechte Hand des Kirchenpräsidenten

Saarpfalz-Kreis. Er hört es sicherlich nicht gerne. Aber ohne ihn läuft bei Christian Schad, Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer, fast nichts. Er ist der Mann im Hintergrund, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Gemeint ist Alexander Ebel Von SZ-Redakteur Jürgen Neumann

Saarpfalz-Kreis. Er hört es sicherlich nicht gerne. Aber ohne ihn läuft bei Christian Schad, Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz in Speyer, fast nichts. Er ist der Mann im Hintergrund, bei dem die Fäden zusammenlaufen. Gemeint ist Alexander Ebel. In unserer Region würde man über ihn sagen: "Er iss enner vunn uns!" Der 35-jährige Theologe Ebel ist seit wenigen Wochen persönlicher Referent des ebenfalls erst seit einigen Monaten neuen Kirchenpräsidenten Schad. Ebel ist 1973 in Neunkirchen geboren, in Oberbexbach aufgewachsen, hat dort auch die Grundschule besucht. Danach wechselte er ans Saarpfalz-Gymnasium in Homburg. Nach seinem Abitur 1992 studierte er evangelische Theologie in Saarbrücken und Heidelberg, wo er auch seine spätere Frau kennen lernte. Seine Arbeit umschreibt der meist zurückhaltend wirkende Ebel so: "Ich arbeite Herrn Schad inhaltlich-theologisch zu." Dazu gehörten beispielsweise Recherche-Tätigkeiten, das Entwerfen von Stellungnahmen und Grußworten sowie generell, die jeweils aktuellen Diskussionen in Kirche und Theologie, Politik und Gesellschaft zu verfolgen. Speyer ist sowohl protestantischer als katholischer Mittelpunkt. Er ist immer ganz nahe im Zentrum der evangelischen Amtskirche und hat dabei bei seinem Tagwerk die Katholiken vor Augen. Wenn Alexander Ebel nämlich aus dem Nordfenster seines Büros in Speyer sieht, fällt sein Blick direkt auf den katholischen Dom. Im Osten dagegen präsentiert sich ihm die Fassade des Zentralarchivs der Evangelischen Kirche der Pfalz. Er selbst hat das Eckzimmer im ersten Obergeschoss des Hauptgebäudes des protestantischen Landeskirchenrates am Domplatz bezogen. Bis dahin galt es allerdings noch einige Hürden zu nehmen. Nach dem ersten Examen 1999 leistete er seinen zweijährigen Vorbereitungsdienst in den Kirchengemeinden Dannstadt und Assenheim. Freie Mitarbeit in der Online-Redaktion des Mannheimer Privatsenders Radio Regenbogen sowie Praktika in der SWR-Redaktion Kaiserslautern und beim Evangelischen Pressedienst (epd) in Speyer bereiteten den Weg zu seiner Tätigkeit nach dem zweiten Examen: Ebel wurde der Privatfunkbeauftragte der evangelischen Kirchen in Rheinland-Pfalz und belieferte die Privatsender RPR1 und Rockland-Radio mit Beiträgen, die er im Speyerer Studio des Evangelischen Rundfunkdienstes zum Großteil auch selbst einsprach.Seit sieben Jahren wohnt der frühere "Owwerbetschbacher Buh" nun im badischen Plankstadt nahe Schwetzingen. "Meine Frau arbeitete in Heidelberg, ich in Speyer, also suchten wir uns etwas in der Mitte", sagt Ebel. Möglich war ihm das deshalb, weil er als Pfarrer mit einer Sonderaufgabe nicht der Residenzpflicht wie seine Kolleginnen und Kollegen im pfälzisch-protestantischen Gemeindedienst unterlag. Im Januar 2008 kam Tochter Elouisa zur Welt.In seiner Freizeit macht Ebel gerne Musik. Dies verbindet ihn mit seinem sieben Jahren jüngeren Bruder Nicolas, der hat Anglistik und Germanistik auf Lehramt studiert und befindet sich derzeit im Referendariat am Gymnasium in Hausach. Ebel: "Musikalisch haben wir beide zunächst Akkordeon gelernt und auch beide im gleichen Orchester gespielt, dem Jugendakkordeonorchester ,Akkordia 72 Oberbexbach - Volkschor Vogelbach', das sich nach dem Tod des Dirigenten Hilarius Zehrden vor gut zehn Jahren leider auflöste. Ich habe mit ungefähr 16 Jahren angefangen, Klavierunterricht zu nehmen, während mein Bruder sich irgendwann der E-Gitarre zuwandte und das mit großer Leidenschaft vorangetrieben hat - bis hin zur Gründung von der Gruppe "Sway," die auch in unserer Region oft auftritt. Den Akkordeon-Weg hat Alexander Ebel später im 1. Handharmonika-Club Mutterstadt fortgesetzt. "Meine Vikariats-Orte Dannstadt und Assenheim lagen ja direkt nebenan; und so blieb ich einige Jahre dabei, bis ich aus Zeit- und Entfernungsgründen - ich zog dann ja nach Plankstadt um - vor drei Jahren eine Pause einlegen musste." Aus Platzgründen hat er in seiner Plankstadter Wohnung derzeit nur ein 79-Euro-Keyboard vom Discounter stehen. Ebel: "Mein Klavier steht noch in meinem Elternhaus in Oberbexbach - vielleicht kann ich es ja in die nächste Wohnung mitnehmen." Sein zweites Hobby ist der Schachsport, der auch Ursprünge in Teilen Asiens hat. Hin und wieder ist er freitags bei den Trainingsabenden des Schwetzinger Schachvereins anzutreffen, dessen aktives Mitglied er ist. Seine Wurzeln auf den 64 Feldern liegen allerdings in der Schachgemeinschaft Bexbach, für die er viele Jahre lang Ligaspiele bestritt und nach wie vor die Internetseiten betreut. "Schach hat mein Bruder von mir gelernt; er selbst spielt nach wie vor in Bexbach und hat inzwischen eine höhere Wertungszahl als ich." Überhaupt ist Ebel begeisterter Internetnutzer und betreibt ein eigenes Weblog. Wer will, der kann sein Online-Tagebuch besuchen.Im Übrigen: Saarpfälzer haben bei der Landeskirche in Speyer schon immer ein wichtiges Wort mitgesprochen. Der frühere Kirchenpräsident Werner Schramm hatte sein Lebensmittelpunkt in St. Ingbert. Von dort kam auch der langjährige Synodalpräsident Hans Kaden. Auch ein anderer Kirchenpräsident und Vorgänger des heutigen, nämlich Eberhard Cherdron, musste sich als Vikar zur Anstellung im damaligen noch Mittelbexbach seine ersten Sporen für das Pfarrersamt verdienen. "Ich arbeite Herrn Schad inhaltlich-theologisch zu."Pfarrer Alexander Ebel