| 19:53 Uhr

Copter-Pilot fühlt sich in der Drohne

Der Bexbacher Rolf Venz war nicht nur als Copter-Pilot unterwegs, er war auch der Veranstalter des zweitägigen Renn-Spektakels auf dem Sportplatz „Auf der Heide“ des SV Bexbach. Foto: Thorsten Wolf
Der Bexbacher Rolf Venz war nicht nur als Copter-Pilot unterwegs, er war auch der Veranstalter des zweitägigen Renn-Spektakels auf dem Sportplatz „Auf der Heide“ des SV Bexbach. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Kleine, bis 130 Stundenkilometer schnelle Drohnen nennt man Copter. Auf dem Bexbacher Sportplatz traf man sich zum Wettbewerb mit den ungewöhnlichen Fluggeräten. Ein Sport zwischen Hightech und fliegerischer Begabung. Thorsten Wolf

Wer am Wochenende einen Blick auf den Sportplatz des SV Bexbach warf, der konnte dort Ungewöhnliches sehen: Inmitten des Rasenplatzes war eine Art von Parcours aufgebaut. Drumherum gruppierten sich gleich eine ganze Anzahl von kleinen und größeren Zelten mit jeder Menge Hightech drin. Zu hören gab es minutenweise ein Geräusch, das an überdimensionierte Hornissen erinnerte. Und wer genau hinschaute, der konnte auch erkennen, was dieses Geräusch erzeugte: Kleine und ziemlich schnelle Drohnen-Fluggeräte, in der Szene kurz "Copter" genannt.


Addierte man alle gesehenen und gehörten Eindrücke zusammen, dann kam man sehr schnell drauf, was auf dem Gelände des SV Bexbach da gerade passierte - ein Wettbewerb. Tatsächlich maßen sich beim "FPV Drone Racing German Masters" Copter-Piloten aus ganz Deutschland mit dem Ziel, sich für einen europäischen Wettbewerb auf Ibiza zu qualifizieren. Die Abkürzung "FPV" machte auch schon deutlich, was diesen ungewöhnlichen Sport vom Fliegen "normaler" Drohnen unterscheidet. Denn: "FPV" steht für "First Person View". Und das bedeutet wiederum zu Deutsch, dass die Piloten der fixen, kleinen Fluggeräte ihren Flug nicht vom Boden aus kontrollieren, sondern quasi aus der Sicht eines Piloten den Copter steuern, voll manuell und mittels einer Kamera in der Drohne, die ein Signal an die Video-Brille des Piloten am Boden sendet. Damit ist es so, als würde der Copter-Pilot selbst in der Drohne mitfliegen.

Das alles verlangt viel Technik - und erklärte auch, warum die einzelnen Zelte der Pilotenteams wirkten wie eine Mischung aus Formel-1-Fahrerlager und Elektronik-Fachmarkt. Eine Rennleitung mit zig Monitoren komplettierte das Bild eines Sports zwischen Hightech und fliegerischer Begabung .



Mitten drin im Trubel: Rolf Venz, selbst teilnehmender Copter-Pilot, vor allem aber quasi alleiniger Veranstalter des Rennwochenendes auf dem Sportplatz "Auf der Heide" des SV Bexbach . Was diese Alleinverantwortung so alles mit sich bringt, davon konnte man sich schnell ein Bild machen. Venz hier, Venz da - ohne den Bexbacher ging nicht viel, wenn es im Wettkampfablauf mal zu Problemen kam, gleich ob es um Unstimmigkeiten bei einem Renn-Ergebnis oder um technische Hilfe beim Parcours ging.

Trotz dieser Belastungen nahm sich Venz Zeit, um im Gespräch mit unserer Zeitung Einblicke in eine nicht wirklich bekannte, aber hochinteressante Sportart zu geben. Er selbst, erzählte Venz, habe mit normalen, GPS-kontrollierten Drohnen angefangen. "Die waren mir aber zu langweilig." Von diesem Punkt an führte ihn dann seine Leidenschaft hin zum manuell geflogenen "Copter-Race."

Irgendwann kam dann auch das Ausrichten von Wettbewerben wie dem vom vergangenen Wochenende dazu. Und dass Venz da nicht nur den Sport im Vordergrund sieht, das macht auch ein weiterer Aspekt der German Masters klar: Der Eintritt für Gäste wird komplett für einen guten Zweck gespendet. In diesem Jahr, erzählte Venz da, werde der Erlös aus dem Wettbewerb auch zu Gunsten der "Arche Noah" in Blieskastel verwendet, "das ist eine Auffangstation für Wildtiere".

Zum Thema:

Auf einen Blick "FPV Drone Racing" ist eine Sportart, bei der kleine Drohnen (Copter) mittels Bord-Kamera, Video-Brille und Funkfernbedienung aus Sicht eines Piloten und nicht aus der Sicht vom Boden aus voll manuell gesteuert werden. Die Fluggeräte erreichen dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 130 Stundenkilometern. Bei Wettbewerben wie dem am vergangenen Wochenende in Bexbach müssen die Piloten dabei in einer festgelegten Zeit einen Parcours mit unterschiedlichen Anforderungen so oft durchfliegen wie möglich. thw