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| 15:53 Uhr

Belegschaft kämpft für Arbeitsplätze

Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ralf Vowinkel (vorne links) und weitere Mitarbeiter des Bexbacher Alstomwerkes machten am Samstagmorgen klar, dass es für sie nur eine Lösung gibt: Den Erhalt des Standortes am Höcherberg. Foto: Thorsten Wolf
Der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ralf Vowinkel (vorne links) und weitere Mitarbeiter des Bexbacher Alstomwerkes machten am Samstagmorgen klar, dass es für sie nur eine Lösung gibt: Den Erhalt des Standortes am Höcherberg. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Ende 2017 soll das Alstom-Werk geschlossen werden. Die Mitarbeiter wollen dies aber nicht so einfach hinnehmen. Deshalb sammelten sie Unterschriften gegen die Entscheidung des US-Mutterkonzerns. Thorsten Wolf

Das Alstom-Werk in Bexbach , heute im Besitz von General Electric , steht vor dem Aus. Das ist aktuell Stand der Dinge, Ende 2017 soll eine lange Industrie-Geschichte am Höcherberg zu Ende gehen (wir berichteten mehrfach). Betroffen davon sind rund 200 Arbeitsplätze . Doch die Belegschaft gibt nicht auf und kämpft weiter für den Erhalt des Standortes. So am Samstagmorgen mit einer Unterschriften-Aktion auf dem Aloys-Nesseler-Platz. Unter denen, sich sich am kleinen Stand von Gewerkschaft und Belegschaft eingefunden hatten, waren auch zwei, die zu den ersten Beschäftigten des Werkes gehört hatten, damals noch unter der Flagge von BBC: Der heutige Ortsvorsteher von Bexbach-Mitte, Franz-Josef Müller, und Roman Warzecha, noch heute Mitarbeiter am Standort Bexbach . Müller machte keinen Hehl daraus, dass ihm die angekündigte Schließung im Herzen "weh tue". Doch diese Einschätzung verband Müller nicht nur mit dem Blick zurück in die eigene, berufliche Vergangenheit, sondern auch mit düsteren Zukunft, die sich für die noch verbliebenen Mitarbeiter nun abzeichne. "Das ist schwer für die Leute. Gerade für die, die jetzt zwischen 45 und 50 Jahre alt sind, wird es schwer, nochmal eine vergleichbare Arbeit zu finden. Insgesamt sei das drohende Ende von Alstom für Bexbach ein "schlechtes Omen." Als kleine Mittelstadt zwischen Neunkirchen und Homburg sei es nötig, so Müller, jeden Arbeitsplatz zu erhalten.

Auch Roman Warzecha zeigte sich tief betroffen von der Entscheidung des US-Konzerns General Electric , dass Bexbacher Werk auf Sicht zu schließen. "Das ist so was von furchtbar, das kann man gar nicht in Worte fassen. Wenn man ein Unternehmen untergehen sieht, das man selbst mit aufgebaut hat, für das man viel gekämpft hat - das kann man sich gar nicht vorstellen." Der heute 62-jährige Warzecha, 1970 einer der ersten Mitarbeiter des Werkes unter der Führung von BBC, ist in Altersteilzeit wirtschaftlich zwar nicht mehr von der Schließung betroffen, dass sein Herz an seinem "Lebensarbeitsplatz" aber nach wie vor hängt, das konnte man am Samstag deutlich spüren.

Doch wie könnte eine Lösung aus Sicht der Belegschaft aussehen? Dazu der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ralf Vowinkel: "Es gibt verschiedene Ideen, die wir haben und die wir intern diskutieren." Dies diene auch dazu, so Vowinkel, alternative Produkte an den Standort Bexbach zu bringen. Man sei aber auch in der Lage, mit dem gegenwärtigen Produkt Turbinenschaufeln konkurrenzfähig zu sein, "aufgrund unseres Know-Hows und des tollen Teams, das wir in Bexbach haben." So mache es durchaus Sinn, weiterhin gegen die Entscheidung des US-Mutterkonzerns vorzugehen. Und wenn es nicht klappt? Vowinkel: "Das wäre für die Menschen und die Stadt Bexbach eine Katastrophe!"

Zum Thema:

Auf einen BlickSeit November 2015 gehört das Bexbacher Alstom-Werk, wie die gesamte Energiesparte des französischen Unternehmens, zum US-Konzern General Electric . Der hatte Anfang des Jahres angekündigt, den Standort Bexbach zum Ende des Jahres 2017 zu schließen. Betroffen davon sind rund 200 Arbeitsplätze . Aktuell werden in Bexbach Turbinenschaufeln für Kraftwerke gefertigt. Diese Produktion soll verlagert werden. So wurden Maschinen aus Bexbach an einem Standort in der Schweiz installiert. thw

Kai Müller (rechts), der Betriebsratsvorsitzende von Alstom in Bexbach, warb bereits im Juni 2014 vor 650 Teilnehmern der Protestkundgebung auf dem Aloys-Nesseler-Platz für den Erhalt des Bexbacher Werkes im gegenwärtigen Umfang. Weitere Proteste folgten, blieben aber erfolgos. Foto: Thorsten Wolf
Kai Müller (rechts), der Betriebsratsvorsitzende von Alstom in Bexbach, warb bereits im Juni 2014 vor 650 Teilnehmern der Protestkundgebung auf dem Aloys-Nesseler-Platz für den Erhalt des Bexbacher Werkes im gegenwärtigen Umfang. Weitere Proteste folgten, blieben aber erfolgos. Foto: Thorsten Wolf FOTO: Thorsten Wolf