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Jubilarehrung
Ein Dankeschön für langjährige Treue

Für ihre lanjährige Treue wurden Mitglieder der Kameradschaft St. Barbara Bexbach und der IG BCE Ortsgruppe Höcherberg von Ulrich Schacht (links) in einer kleinen Jubilarfeier ausgezeichnet.
Für ihre lanjährige Treue wurden Mitglieder der Kameradschaft St. Barbara Bexbach und der IG BCE Ortsgruppe Höcherberg von Ulrich Schacht (links) in einer kleinen Jubilarfeier ausgezeichnet. FOTO: Markus Hagen
Bexbach. Die IGBCE Höcherberg und die Kameradschaft St. Barbara ehrten bei einer Feier verdiente Mitglieder. Von Markus Hagen

Zu einer gemeinsamen Feier hatten die Ortsgruppe Höcherberg der IG Bergbau, Chemie und Energie und die Kameradschaft St. Barbara Bexbach in die Höcherberg-Stube eingeladen. Im Blickpunkt standen dabei Ehrungen durch den Vorsitzenden der IGBCE Ortsgruppe, Hans Jürgen Schnöll, Vorsitzender der Kameradschaft St. Barbara Bexbach, Jörg Müller, und Ulrich Schacht, dem Gewerkschaftssekretär des BCE Landesverbandes Saarland.


Von der Knappschaft St. Barbara Bexbach wurden Jörg Müller für 25 Jahre, Harald Kramer und Josef Britz für jeweils 40 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Als langjährige Mitglieder der IGBCE Ortsgruppe Höcherberg erhielten Kurt Fuchs, Werner Schneider und Horst Schmidt für 70 Jahre Treue eine Urkunde. Seit 75 Jahren gehört Anton Nowack dazu. Für 40-jähige Mitgliedschaft wurden Wolfgang Heydt und Gaby Dombrowski ausgezeichnet. 25 Jahre ist Michael Lupp in der Gewerkschaft dabei.

Ulrich Schacht ging in seiner Festansprache darauf ein, dass eine Jubiläumsfeier eine sehr gute Gelegenheit für einen Rückblick sei. „Man könnte sich schon ein paar grundsätzliche Gedanken dazu machen.“ Es stelle sich zunächst unter anderem die Frage: „Was ist an einer Gewerkschaft und einem Bergmannsverein so attraktiv und so beständig, dass Menschen ihnen über Jahrzehnte hinweg die Treue halten?“ Wenn man an Gewerkschaften denke, denke man zunächst an Tarifverträge, Mitbestimmung, Urlaub, Arbeitszeiten und gesunde Arbeit. Aber dies sei nur auf dem ersten Blick das Wichtigste. Im Vordergrund stehe bei der IG Bergbau, Chemie und Energie und auch im Knappverein die Gerechtigkeit. Schacht: „Wir wollen, dass es gerecht zugeht. Daher haben sich schon unsere Vorfahren zu einer Gemeinschaft zusammengeschlossen, damit die Schwachen gemeinsam stark sind und für Gerechtigkeit sorgen.“ Man wolle weiter, dass Menschen respektvoll miteinander umgehen. Dies sei Ausdruck der demokratischen Kultur, die die Vereine präge. Das ganze Land solle vom Respekt füreinander, von Toleranz, Solidarität und einem menschlichen Mitarbeiter geprägt sein. Demokratie sei eben mehr, als alle vier oder fünf Jahre einmal wählen zu gehen. „Demokratie lebt davon, dass Menschen sie gestalten.“ Viele Menschen engagierten sich auch in den Kirchen, sie seien Mitglied einer demokratischen Partei, machten ehrenamtlich Lokalpolitik in ihrer Stadt oder Gemeinde. „Wir, die IGBCE, sind ein Teil dieser großartigen demokratischen Kultur. Wir sind stark, weil wir viele sind, die den Anspruch haben, die Arbeitswelt zu gestalten und unsere Gesellschaft ein Stück menschlicher und gerechte zu machen.“ Man kämpfe weite für den Fortschritt. Bereits am Morgen des St. Barbaratages traf sich die Kameradschaft Bexbach traditionell am Ehrendenkmal am Friedhof, um der heiligen Barbara die Ehre zu erweisen. Oberbexbachs Ortsvorsteher Stefan Schmelzer erinnerte in seiner Ansprache an die Geschichte des Bergbaus im Saarland, der viele Jahre die Gemeinden, so auch Bexbach, wirtschaftlich bestimmt habe. In zwei Gruben in Bexbach und jeweils in einer in Frankenholz und Höchen boten sie bis zur Schließung 1959 rund 2500 Menschen Arbeit. Danach wurden diese Arbeitsstellen auf andere Gruben im Saarland verlegt.



Ende 2012 kam dann endgültig das Ende des Bergbaus im Saarland. Schmelzer dankte allen Bergleuten, ihren Familienangehörigen, die ihre Männer unterstützten, nachdem sie nach der Schließung der Saar-Gruben ins Ruhrgebiet ziehen mussten, um hier für das Unternehmen Ruhrkohle AG weiter beim Steinkohlenbergbau in Ibbenbüren zu arbeiten.