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Ausstellung bei Köcher
Von der Konstruktionszeichnung zur Kunst

Der Bexbacher Künstler Peter Köcher (links) eröffnete letzte Woche seine neue Ausstellung in der eigenen Galerie in der Rathausstraße.
Der Bexbacher Künstler Peter Köcher (links) eröffnete letzte Woche seine neue Ausstellung in der eigenen Galerie in der Rathausstraße. FOTO: Sebastian Dingler
Bexbach. In seiner aktuellen Werkserie verarbeitet Peter Köcher aus Bexbach alte Arbeiten, Berechnungen, Pläne und Zeichnungen. Von Sebastian Dingler

Einen Einblick in seinen Werdegang gestattet derzeit der Bexbacher Künstler Peter Köcher in seiner Galerie in der Rathausstraße. Das Material der Bilder seiner mit „AUFzeichnungen“ betitelten Ausstellung besteht nämlich aus Konstruktionsplänen seiner langjährigen Tätigkeit als Bauzeichner. Vor Jahrzehnten führte Köcher ein Planungsbüro, bis er 1995 zunächst eine Auszeit nahm und sich danach ganz der Kunst zuwandte. Die großformatigen Lichtpausen seiner Pläne lagerten bis jetzt noch bei ihm auf dem Speicher. Aber anstatt sie zu schreddern, faltete er sie auseinander, klebte eine auf die andere und übermalte den Packen mit Alcydharzfarbe. Die Faltungen aufs A 4-Format bilden die stärksten Linien auf den Kunstwerken, ansonsten sieht der Betrachter hauptsächlich horizontale Wischspuren –- möglicherweise Schmutz in Verbindung mit dem Alcydharz. Mit Schrauben und Magneten werden die Blätter zusammengehalten. Auf manches Bild brachte Köcher eine Art Plakat mit explosiv wirkenden Tropfengebilden, weiß auf schwarz, mit Hilfe von Magneten an. An anderer Stelle malte der Künstler den weißen Umriss eines nackten Menschen auf die Lichtpause –- dort sind die Worte „Doch“, „Bitte“ und „Spießbürger“ zu lesen. Von den sorgsamen Berechnungen, den Zahlenkolonnen und Zeichnungen sind nur noch Schemen erkennbar. Wie das im Original ausgesehen hat, zeigt Köcher an einer Säule seines Raumes, die er mit Bauplänen beklebt hat. Dort lehnt sich ein Frauentorso an, als würde er seinen Kopf in die zu Papier gebrachten Berechnungen hineinstecken.


Als Schirmherr der Ausstellung sprach der CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende Alexander Funk das erste Grußwort. Er lobte Köcher für dessen wichtigen Beitrag für die Kunst und Kultur in Bexbach und die Kulturschaffenden in der Region. Außerdem meinte Funk: „Das Interessante daran ist, dass Sie das auf eigene Kosten machen.“

Die Laudatio hielt die Kunsthistorikerin Verena Paul, Mitarbeiterin der Stiftung Demokratie Saarland. „Peter Köcher kennen wir als einen Kunstschaffenden, der den Dingen gerne auf den Grund geht. Er dringt in der Regel tief in sein Arbeitsmaterial ein und legt unbequeme Fragen frei“, so begann sie ihre Rede.



Die Ausstellung in der Galerie Köcher, Rathausstraße 16a in Bexbach, läuft bis 1. Dezember. Geöffnet ist mittwochs und freitags von 14 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr. Zum Tag des offenen Ateliers öffnet Peter Köcher auch sein Atelier am  Samstag und Sonntag, 29. und 30. September, im Steigerweg 15 in Bexbach, jeweils von 14 bis 19 Uhr.