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Auszeichnung für Bexbacher Firma
Akzeptanz als Schlüssel zum Erfolg

Aus den Händen von Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftführung der Agentur für Arbeit Saarland, erhielten Felix Rech und Firmenchef Roman Eggs (von links) die Auszeichung für die erfolgreiche Inklusion von Schwerbehinderten.
Aus den Händen von Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftführung der Agentur für Arbeit Saarland, erhielten Felix Rech und Firmenchef Roman Eggs (von links) die Auszeichung für die erfolgreiche Inklusion von Schwerbehinderten. FOTO: Thorsten Wolf
Bexbach. Bexbacher Unternehmen für Fußorthopädie-Technik erhält Auszeichnung für erfolgreiche Inklusionsarbeit. Von Thorsten Wolf

(thw) Wenn man Felix Rech so ein bisschen bei der Arbeit über die Schulter schaut, dann fällt einem nicht wirklich etwas Ungewöhnliches auf. Seinen Arbeitsplatz hat er bei Fußorthopädie-Technik Eggs in Bexbach, in einem Büro hinter dem Empfang, zusammen mit einigen Mitarbeiterinnen des Unternehmens. Rech ist ein Mitarbeiter wie jeder andere – und doch auch nicht. Denn: Der junge Mann ist schwerbehindert.



Für seinen Chef Roman Eggs ist das aber kein Problem. Und genau weil es für den Unternehmer keines ist und er sich schon in zwei weiteren Personalien für die Beschäftigung von Schwerbehinderten entschieden hat, hat er vor einigen Tagen eine ganz besondere Auszeichnung der Arbeitsagentur des Saarlandes erhalten: Die Zertifizierung für erfolgreiche Inklusion.

Anlässlich der Übergabe der offiziellen Urkunde verdeutlichte Jürgen Haßdenteufel, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit im Saarland, dass man zwar in Sachen Arbeitsmarktentwicklung erfreuliche Zahlen vermelden könne, dies sich aber nicht vergleichbar positiv auf die Situation von Schwerbehinderten am Arbeitsmarkt auswirke. „Dort stagniert die Arbeitslosigkeit im Saarland, im Saarpfalz-Kreis ist sie im zurückliegenden Monat sogar gestiegen.“

Auch deswegen engagiere man sich als Agentur für Arbeit mit einer Aktionswoche rund um den Tag der Menschen mit Behinderung, ausgerufen von der UN, zu beteiligen. Ziel sei es, so Haßdenteufel, Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass schwerbehinderte Menschen nicht weniger motiviert und nicht weniger leistungsbereit und nicht weniger leistungsfähig seien.

Dabei unterstütze die Agentur für Arbeit potentielle Arbeitgeber mit einer Vielzahl von finanziellen und strukturellen Förderungen.

Trotzdem kämen viele Arbeitgeber mit einer Beschäftigtenzahl von 20 Mitarbeitern und mehr ihrer Beschäftigungsverpflichtung von Schwerbehinderten nicht nach und entschieden sich stattdessen für die Zahlung einer Ausgleichsabgabe.

„Und dann gibt es Arbeitgeber wie Roman Eggs.“ Bei einer gesetzlich festgelegten Mindestquote von fünf Prozent als Anteil von Schwerbehinderten an der Belegschaft schaffe der Bexbacher Unternehmer mit der Beschäftigung von drei Schwerbehinderten eine Quote von 17 Prozent.

„Für dieses Beschäftigungsverhalten haben Sie unseren Respekt und unsere hohe Wertschätzung“, erklärte  Haßdenteufel. Mitten drin in der offiziellen Feierstunde: Eben Felix Rech. Er stellte seinem Arbeitgeber und seinem Arbeitsplatz ein gutes Zeugnis aus. „Es macht mir Spaß hier zu arbeiten, da es genau die Arbeiten sind, die ich mir vorstelle.“ Und auch ganz wichtig: „Ich werde trotz meiner Einschränkungen akzeptiert.“ Sein Arbeitsvolumen ist dabei umfangreich, vom Einscannen von Kundenaufträgen über Wareneingangskontrolle und Warenausgang bis hin zu schriftlicher Kunden- und Lieferantenkommunikation und dem Erstellen von Auswertungen reicht sein Einsatzgebiet.

Der, der Felix Rech dieses erfüllende Arbeitsumfeld ermöglicht, hat eine ganz einfache Formel, wie die erfolgreiche Inklusion von Schwerbehinderten zum beiderseitigen Erfolg funktioniert.

„Es muss Loyalität und eine gemeinsame Gesprächsebene geben“, so Roman Eggs. „Auch sehr wichtig: Das aufnehmende Team muss eine Akzeptanz für den Menschen haben und das Aufgabenfeld muss als Block klar definiert sein, es muss passen und dem Team einen Vorteil bringen.“ Und nicht zu vergessen: Die Schwerbehinderten selbst müssten sich ebenfalls als normaler Teil des Teams verstehen. „Wenn all das gegeben ist, dann ist alles andere auch kein Problem.“ Und all das  habe bei seinen drei schwerbehinderten Mitarbeitern auch gepasst, bei Felix Rech sogar schon beim Praktikum so gut, dass dessen zukünftige Kolleginnen ihrem Chef Roman Eggs klarmachten: „Den müssen wir einstellen!“