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Bildungszentrum
Auge in Auge mit den Berggorillas

„Eine Begegnung mit den Berggorillas in den Regenwäldern Ugandas, im Grenzgebiet zum Kongo und zu Ruanda, war schon lange ein Traum von uns“, sagen Silvia und Werner Herrmann. Und sie haben prompt welche getroffen.
„Eine Begegnung mit den Berggorillas in den Regenwäldern Ugandas, im Grenzgebiet zum Kongo und zu Ruanda, war schon lange ein Traum von uns“, sagen Silvia und Werner Herrmann. Und sie haben prompt welche getroffen. FOTO: picture-alliance/ dpa / dpa Picture-Alliance/Wolfgang
Das saarländische Abenteurer-Ehepaar Silvia und Werner Herrmann berichtet am Donnerstag, 26. April, ab 19 Uhr, im Bildungszentrum in Kirkel über ungewöhnliche Begegnungen im afrikanischen Uganda.

Über einen wahr gewordenen Traum berichtet am Donnerstag, 26. April, ab 19 Uhr, das Quierschieder Abenteurer-Ehepaar Silvia und Werner Herrmann im Bildungszentrum der Arbeitskammer in Kirkel. Der Vortrag gehört zu der erfolgreichen Reihe „Fremde Länder, Kulturen und Menschen im Bildungszentrum in Kirkel“.


„Eine Begegnung mit den Berggorillas in den Bergregenwäldern Ugandas, im Grenzgebiet zum Kongo und zu Ruanda, war schon lange ein Traum von uns“, sagen Silvia und Werner Herrmann im Vorfeld der Veranstaltung.  Und der sollte Wirklichkeit werden: nach stundenlangem Fußmarsch durch den Dschungel standen sie plötzlich vor ihnen, „die sanften Riesen“! „Es sind Giganten, so souverän, sie ließen sich durch uns überhaupt nicht stören“ erzählt Werner Herrmann. Doch diese sanften Riesen sind längst nicht alles, was Uganda zu bieten hat. Zwischen dem Victoriasee, den Virunga-Vulkanen und dem geheimnisvollen Ruwenzori-Gebirge liegt ein grünes, dicht besiedeltes Land mit einem bunten, pulsierenden Leben links und rechts der ruppigen Straßen. Der Weiße Nil durchfließt  das Land vom Süden bis zum Norden. Die Nationalparks beeindrucken nicht nur mit ihrem Tierreichtum sondern besonders mit ihrer Artenvielfalt.

Eine kurze Erklärung: Uganda ist von Seen, dem Weißen Nil (hier: Viktoria-Nil und Albert-Nil), Urwäldern und Savannen geprägt. Durch den Süden des Landes verläuft der Äquator. Der tiefste Punkt Ugandas ist der Unterlauf des Albert-Nils auf etwa 610  Meter über dem Meeresspiegel (Albertsee 621 Meter über dem Meeresspiegel). Der Margherita Peak (auch: Mount Stanley) im Ruwenzori-Gebirge als höchster Punkt ist 5110 Meter hoch. Beide Extrempunkte liegen nahe beieinander. Die Gesamtfläche des Landes umfasst 241 038 Quadratkilometer, davon entfallen 199 710 Quadratkilometer auf die Landfläche und 36 330 Quadratkilometer auf Wasserflächen. Der Nordosten Ugandas ist semiarid (halbtrocken). In Uganda leben nach der Volkszählung 2014 über 60 Völker zusammen, die jeweils eigene Sprachen, Kulturen und Bräuche, teilweise auch noch eigene Religionen haben. Wichtige Rohstoffe des Landes sind Kupfer, Kobalt, Kalkstein, Nickel und Steinsalz. Wasserkraft und landwirtschaftlich gut zu nutzender Boden stellen weitere Ressourcen dar. Im Jahre 2009 wurden in Uganda große Öl- und Erdgasvorkommen entdeckt. Die gesicherten Reserven belaufen sich auf mindestens 700 Millionen Barrel Öl.



Zurück zu den Herrmanns: „Wegen der malerischen Seen- und Flusslandschaften tauschten wir häufig den Jeep gegen ein Boot ein, um mit viel Zeit und Geduld außergewöhnliche Tierbeobachtungen zu machen.“ Ihr Zelt schlugen sie meistens an besonders schönen Stellen in der Wildnis auf. Aber nach einigen Tagen ohne sanitäre Anlagen genossen sie genauso gerne auch mal den Luxus einer Lodge in exponierter Lage mit einer atemberaubenden Aussicht über den Queen Elizabeth Nationalpark:  Elefanten, Löwen, Antilopen, Zebras und Giraffen kommen „so ganz nebenbei mal vorbei“.

Die beiden kommen nochmals zurück zu ihrem Traum:  „Unser Traum ließ die Erde unter den Füßen beben.“ Aber nur, weil Werner Herrmann und seine Frau Silvia nicht Urlaub machen wie viele andere Menschen. Die beiden verstehen sich als Abenteurer, deren Reise sie nun also nach Uganda geführt hatte. „Der Victoriasee, die geheimnisvollen Mondberge, die Quellen des Nils, das alles zu sehen, war aller Anstrengungen wert“, sagt Werner Herrmann. Was ihn aber fast im wahrsten Sinne des Wortes umgehauen hat, war eben jene Begegnung, von der er schon so lange geträumt hatte, der besagte Kontakt zu Berggorillas.

Wenn die Herrmanns erzählen, hat man das Gefühl, hautnah mit ihnen unterwegs zu sein.  Stundenlang zu Fuß durch den Dschungel im Grenzgebiet zu Ruanda – und plötzlich waren sie da, „die sanften Riesen“. „Wenn diese Giganten sich bewegt haben, wackelte alles.“ Die Herrmanns aus Quierschied haben viele Fotos gemacht auf ihrer Reise. Dass sie am 26. April in Kirkel ihre Abenteuer präsentieren, liegt aber nicht nur daran, dass das Paar fasziniernde Fotos aus Afrika mitgebracht hat.

Wer bei den Freunden des Abenteuermuseums einen Auftritt haben möchte, sagt Vorstandmitglied Heinz Zimmer, müsse vor allem etwas zu erzählen haben. Die Freunde des Abenteuermuseums und die Gemeinde Kirkel sind Kooperationspartner mit dem Bildungszentrum.  Und die Herrmanns haben etwas zu erzählen: im vergangenen Jahr gehörten sie auch schon zu den Vortragenden und auch zu einer Gruppe von Abenteuerern und Gobetrottern, die von Mai bis September im Bildungszentrum an der sehr erfolgreichen Ausstellung  „Gesichter - Spiegelbild der Welt“ beteilgt waren.

Heinz Zimmer, einer der führenden Köpfe für diese Vortragsreihe, erklärt weiter, es  gebe ja einige Fotografen, die mit Kameras und Teleobjektiven durch die Welt zögen, um dann Multimedia-Bildervorträge zu halten – teilweise für gutes Geld. Diese Fotografen lieferten zwar spektakuläre Bilder, sagt Zimmer, aber „die haben oft gar nicht so viel erlebt“.  Werner Herrmanns Erfahrung ist: „Man kommt den Menschen nicht nah, wenn man immer eine Kamera zur Hand hat.“ Zimmer erzählt, dass er auf solchen Reisen sogar schon vergessen hat zu fotografieren, weil es so spannend war.

Wegen der großen Nachfrage ist eine Anmeldung und Reservierung unter Tel.: (06849) 90 90 oder per E-Mail an:  info.bzk.arbeitskammer.de  notwendig. Der Eintritt ist wie immer frei. Die Referenten sammeln Spenden für ein soziales/karitatives Projekt, das sie unterstützen.

Unglaublich: Im Murchison Falls Nationalpark  versammelten sich nicht weit vom Zeltplatz von Silvia und Werner Herrmann etwa 80 Elefanten am Ufer des Weißen Nils.
Unglaublich: Im Murchison Falls Nationalpark  versammelten sich nicht weit vom Zeltplatz von Silvia und Werner Herrmann etwa 80 Elefanten am Ufer des Weißen Nils. FOTO: Werner Herrmann
Einen Schuh hat dieses Nilpferd im Maul; erst bei näherem Betrachten sieht man diese ungewöhnliche Trophäe des Tieres.
Einen Schuh hat dieses Nilpferd im Maul; erst bei näherem Betrachten sieht man diese ungewöhnliche Trophäe des Tieres. FOTO: dpa / Alberto Estevez
Eine ungewöhnliche Aufnahme von einer Giraffe.
Eine ungewöhnliche Aufnahme von einer Giraffe. FOTO: dpa/dpaweb / A3464 Rainer Jensen
(jkn)