Holzbrücke soll verschwinden

Holzbrücke soll verschwinden

Saarbrücken/Fischbach. Eine kleine Holzbrücke führt über den Ablauf des Netzbachweihers zur Gaststätte Seeblick. Schon seit einiger Zeit macht die Brücke keinen sicheren Eindruck mehr. Das Holz ist stark verwittert. Die Brücke ist sanierungsbedürftig

Saarbrücken/Fischbach. Eine kleine Holzbrücke führt über den Ablauf des Netzbachweihers zur Gaststätte Seeblick. Schon seit einiger Zeit macht die Brücke keinen sicheren Eindruck mehr. Das Holz ist stark verwittert. Die Brücke ist sanierungsbedürftig.

Hermann Kreis aus Brefeld ist bei schönem Wetter oft mit seinem Motorrad oder dem Fahrrad am Netzbachweiher, einem beliebten Naherholungsgebiet direkt vor den Toren der Landeshauptstadt, unterwegs. Im Juli dieses Jahres monierte Kreis, der Landesvorsitzender der Freien Wähler ist und auch im Sulzbacher Stadtrat sitzt, den Zustand der Brücke beim Amt für Grünanlagen der Landeshauptstadt Saarbrücken. Damals erfuhr er, dass die Brücke im Oktober abgerissen und durch eine Stahlkonstruktion ersetzt werden soll.

Stadtpressesprecher Thomas Blug bestätigte das. Und er bezifferte damals die Materialkosten für die Brücke auf 17000 Euro. Mittlerweile ist es Dezember. Passiert ist immer noch nichts. "Die Brücke wird von Tag zu Tag schlechter", klagt Hermann Kreis. Er weist darauf hin, dass das Bauwerk wichtig für die Besitzer der Gaststätte ist - als kürzester Weg vom großen Parkplatz auf der anderen Seite zum "Seeblick".

Nach SZ-Recherchen soll die Brücke abgerissen und nicht mehr ersetzt werden. Wieder hat Hermann Kreis bei der Landeshauptstadt nachgehakt. Diesmal bei Bürgerreferent Robert Mertes. Dieser hat ihm mitgeteilt, dass der Abriss voraussichtlich Anfang 2009 erfolgt und danach die Arbeiten losgehen, um das Überlaufbauwerk am Weiher begehbar zu machen". Mertes sagt, dass keine neue Brücke mehr gebaut wird. Das 35 Meter lange und über 25 Jahre alte Bauwerk sei nach Angaben des Gartenamtes vermodert.

Allein die Materialkosten für eine neue Brücke habe das Amt mit 25000 Euro angegeben. Dazu kämen dann noch die Baukosten. Da die Brücke aber nur an einigen Tagen im Jahr wirklich benötigt werde - dann, wenn das Überlaufbauwerk überflutet ist - sei ein Neubau viel zu teuer. "Das Gartenbauamt hat eine kostengünstigere Lösung gefunden", erläutert Mertes. "Auch ohne eine Brücke kommen die Spaziergänger trockenen Fußes zur Gaststätte. Und zwar über den Weg über das Überlaufbauwerk", sagt der Bürgerreferent. Dazu würden die Rampen zu dem Bauwerk abgeflacht und mit Handläufen versehen. Mertes: "Dann können auch Rollstuhlfahrer, Familien mit Kinderwagen und auch ältere Menschen den Weg gefahrlos nutzen."

Für Hermann Kreis ist diese Lösung nur "Stückwerk". Nach seinen Angaben ist der Weg mindestens 14 Tage im Jahr überflutet. Dann komme man nur über große Umwege zur Gaststätte. Kreis mit einem Anflug von Polemik: "Die Stadt kratzt jetzt alles Geld zusammen für das Projekt Stadtmitte am Fluss". Der Landesvorsitzende der Freien Wähler verspricht: "Wir und das Bürgerbündnis Saarbrücken werden das Ganze genau im Auge behalten." "Das Gartenbauamt hat eine kostengünstigere Lösung gefunden."

Bürgerreferent Robert Mertes