(Hör-)Spiel mir das Lied vom Tod

Erlangen. Wenn Film im Theater zum Hörspiel wird: Als facettenreiches Hörerlebnis hat das Theater Erlangen am Samstagabend den Western "Spiel mir das Lied vom Tod" inszeniert

Erlangen. Wenn Film im Theater zum Hörspiel wird: Als facettenreiches Hörerlebnis hat das Theater Erlangen am Samstagabend den Western "Spiel mir das Lied vom Tod" inszeniert. Die rund 150 Besucher in der kammerspielartigen "Garage" des Theaters honorierten den 80-minütigen virtuosen Dauereinsatz der beiden Ensemblemitglieder Björn Jacobsen und Winfried Wittkopp als Sprecher und Sound-Designer mit großem Beifall. Nachwuchs-Regisseur Eike Hannemann inszenierte den berühmten Sergio Leone-Streifen mit Charles Bronson als rächenden Mundharmonika-Spieler praktisch bilderfrei. Nur in der Schlüsselszene gibt es eine kurze Filmeinblendung.Regisseur Hannemann, der bereits an Theatern in Stuttgart, Jena und Braunschweig Filmvorlagen als Live-Hörspiele inszenierte, orientierte sich ganz dicht am Film. Hannemann setzt dabei bewusst auf Wiedererkennungseffekte. Ob das Quietschen windgetriebener Wasserpumpen, das Schnaufen der Bahn, das lärmige Treiben im Saloon oder der Lärm auf der Eisenbahnbaustelle - sämtliche Geräusche entsprechen exakt dem Original-Filmsound. Den einzigen Schnitzer leistet sich Hannemann leider in der Abschluss-Szene: Der Hörer vermisste schmerzlich den unter die Haut gehenden Glockenschlag, der den Tod des Vaters von Hauptfigur "Mundharmonika" besiegelt. dpa