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Saarbrücker Stadtwerke mahnen Wassersparen an: Höchster Trinkwasserverbrauch seit Jahrzehnten in Saarbrücken

Saarbrücker Stadtwerke mahnen Wassersparen an : Höchster Trinkwasserverbrauch seit Jahrzehnten in Saarbrücken

Nach der Gemeinde Nalbach haben gestern auch die Stadtwerke Saarbrücken dazu aufgerufen, „sorgsam mit Wasser“ umzugehen. Die Trinkwasserversorgung in Saarbrücken für etwa 180 000 Einwohner arbeite „am Rande der Leistungsfähigkeit“, hieß es.

Die Gewinnung von Trinkwasser aus den Tiefbrunnen und die Wasseraufbereitung der Wasserwerke erreichen demnach derzeit nahe „100 Prozent der Kapazität“. Die seit Wochen andauernde Hitze mit außergewöhnlich langen Perioden der Trockenheit wirke sich massiv auf den Wasserverbrauch aus. In einem „normalen“ Sommer würden in Saarbrücken 28 000 Kubimeter pro Tag verbraucht, derzeit seien es jedoch 38 000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag.  „Wir haben aktuell den höchsten Tagesverbrauch seit Jahrzehnten“, erklärte Stefan Keller von der Stadtwerke Saarbrücken Netz AG. Die Trinkwasserversorgung sei zwar gewährleistet, doch die Stadtwerke baten gestern darum, unnötigen Trinkwasserverbrauch zu vermeiden. Besonders im Fokus sind dabei die Gartenbesitzer, die zu einem „bedachten Wässern heimischer Privatgärten“ aufgerufen werden.

Der Landesgruppenvorsitzende des Vereins Verband Kommunaler Unternehmen (VKU), Ralf Levacher, Geschäftsführer der Stadtwerke Saarlouis GmbH, sagte der SZ auf Anfrage, dass die Grundwasserneubildung im Saarland ausgezeichnet sei. „Die Wasserversorgung im Saarland ist sicher“, erklärte Levacher. Derzeit arbeite der VKU zusammen mit dem Umweltministerium daran, erstmals einen „Masterplan Wasser Saarland“ bis 2020 aufzustellen. Der Anlass dafür sei der Klimawandel. „Es geht darum, die flächendeckende Trinkwasserversorgung noch sicherer zu machen“, betonte Levacher. Dabei solle eine Vernetzung der kommunalen Wasserversorger hergestellt werden, um bei eventuellen Extremsituationen einer punktuellen Wasserknappheit in einer Kommune von Seiten anderer Kommunen aushelfen zu können. „Auch in Saarlouis haben wir derzeit einen fast doppelt so hohen Trinkwasserverbrauch im Vergleich zu einem normalen Sommer. Besonders in den Abendstunden, wenn die Leute heimkehren und wässern, steigt der Verbrauch extrem an“, erklärte Levacher.

Die SPD-Landtagsabgeordnete aus dem Kreis Saarlouis, Petra Berg, kritisierte derweil den Nalbacher Bürgermeister Peter Lehnert wegen „seiner verunsichernden Aussagen zur angeblichen Trinkwasserknappheit“. Berg warnte davor, sich von der „Panikmache“ Lehnerts mitreißen zu lassen. Die Leute sollten bei der Hitze weiterhin so viel Leitungswasser trinken wie es nötig sei.