1. Saarland

Hochzeitszeremonie wie im Mittelalter

Hochzeitszeremonie wie im Mittelalter

Nohfelden. Frisch gebadet und wohl gekleidet in mittelalterlichen Gewändern hatte die Verwandtschaft aus beiden Adelshäusern und die Gefolgsleute im Burgkeller zu Nohfelden ihren Platz eingenommen. Begleitet von ihren Trauzeugen schritt das Brautpaar, der edle Recke Karsten und die holde Maid Verena, durch das Gewölbe um standesamtlich Hochzeit zu halten

Nohfelden. Frisch gebadet und wohl gekleidet in mittelalterlichen Gewändern hatte die Verwandtschaft aus beiden Adelshäusern und die Gefolgsleute im Burgkeller zu Nohfelden ihren Platz eingenommen. Begleitet von ihren Trauzeugen schritt das Brautpaar, der edle Recke Karsten und die holde Maid Verena, durch das Gewölbe um standesamtlich Hochzeit zu halten."Wir sind beide hobbymäßig mittelalterlich unterwegs, so gehen wir natürlich auch mittelalterlich heiraten. Es gab für uns keine Alternativen", erklärte Ritter Karsten dem bestellten Schreiberling. Klaus Backes zu Eiweiler, der Beamte des Zivilstandes der Bürgermeisterei zu Nohfelden, war aufgefordert zur feierlichen gesetzlichen Abschließung der versprochenen Ehe des Brautpaares zu schreiten. Eigens dafür trug er sein neues Dienstgewand. "Das ist die erste Eheschließung die ich in einem Mittelaltergewand vollziehe", sagte Backes. Ihm sei kein Einspruch gegen das Eheverlöbnis zugestellt worden.

Nachdem er den Verlobten aus der Akte die angeführten Schriften vorgelesen hatte, und sie über ihre Rechte und Pflichten als Ehegatten in Kenntnis gesetzt hatte, folgte der große Moment der romantischen Zeremonie. "Ritter Karsten willst du die Braut Verena zur Frau nehmen?", fragte Backes. Ebenso wurde das Burgfräulein Verena gefragt, ob sie ihren Bräutigam zum Manne nehmen wolle. Da beide die an sie gerichtete Frage mit Ja beantworteten, so erklärte er im Namen des Gesetzes die benannten Karsten und Verena von nun an als Ehegatten vereint. Das in prunkvollen Roben gewandete Brautpaar erhob sich und striff sich gegenseitig die Ringe über. Nach der Zeremonie und den Gratulationen des Gefolges wartete die Ehrengarde auf das Brautpaar. Beim Verlassen der Burganlage standen die Wolfsbrüder stramm. Die Merowinger-Franken zogen blank, und Ritter Karsten und seine Angetraute Verena, flanierten unter dem gekreuzten Schwertspalier hindurch.

Zum 15. Glockenschlag des Tages lud das Brautpaar die Gefolgschaft zu Speis und Trank zum Quellort des Rinnsales der Nahe nach Selbach ein. Wie zu vernehmen war, ließen sich die Eheleuten dorthin standesgemäß kutschieren. Beim mittelalterlichen Hochzeitsgelage wurde mit Spielleuten, Feuerspuckern und Gauklern der Jubeltag von Karsten und Verena gebührend gefeiert. Mitteralterliche Trauungen sind auf der Burganlage eher eine Seltenheit. "Deshalb war die Trauung auch für mich etwas ganz besonders. Vor drei Jahren wurde schon einmal so richtig mittelalterlich geheiratet", informierte Backes.