1. Saarland

Hochwasser-Betroffene gründen Bürgerinitiative

Hochwasser-Betroffene gründen Bürgerinitiative

Püttlingen. "Mittlerweile ist es soweit, dass unsere Kinder jedes Mal, wenn es regnet, vor Angst weinen." Das sagte eine Mutter aus dem Wohngebiet "Schlehbach I" am Montagabend bei der Gründungsversammlung eines neuen Vereines, der Bürgerinitiative Schlehbach, kurz BIS genannt

Püttlingen. "Mittlerweile ist es soweit, dass unsere Kinder jedes Mal, wenn es regnet, vor Angst weinen." Das sagte eine Mutter aus dem Wohngebiet "Schlehbach I" am Montagabend bei der Gründungsversammlung eines neuen Vereines, der Bürgerinitiative Schlehbach, kurz BIS genannt.

Zweifeln möchten Uneingeweihte zunächst an den Worten der betroffenen Mutter, sehen sie bei den derzeitigen sommerlichen Wetterverhältnissen das Bächlein friedlich vor sich hinplätschern. Wer allerdings die Bilder eines reißenden Stromes mit eklig braunen Wassermassen vor Augen hat, der sich vorletzten Sonntag nach einem Gewitter-Sturzregen Richtung Köllerbach wälzte, wird die Sorgen der Anwohner teilen können. Meterhoch stand damals (und auch schon in der Vergangenheit) das schmutzige Schlehbach-Wasser in den Gärten und an den Häusern der Anwohner, drückte sogar Glastüren ein und zerstörte Wohnräume.

Hinzu kommt, dass das Schlehbachwasser, nicht erst seit diesen Tagen, wegen der regelmäßig eingeleiteten Grubenwässer äußerst unangenehm nach faulen Eiern riecht.

"Das Maß ist jetzt voll", beschlossen jedenfalls die Anwohner im Schlehbach-Gebiet. Sie gründeten eine Bürgerinitiative. Der Hintergrund: Die Anwohner werfen der Stadt und der Landesentwicklungsgesellschaft Planungsfehler bei der Erschließung des Wohngebiets vor. So werde etwa unzulässig überlaufendes Kanal-Wasser in den Bach geleitet.

Die Gründungsversammlung verlief zügig. Ein Vorstand wurde gewählt, die Ziele formuliert. Zum ersten Vorsitzenden der BIS wurde Schlehbach-Anwohner Patrick Baldes gewählt, der versprach, mit seinem Vorstand (die Namen werden noch bekannt gegeben) umgehend an die Stadt Püttlingen, die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), die das Neubaugebiet konzipiert hat, und das Land heran zu treten. Zusammen mit diesen Entscheidungsträgern soll eine praktikable Lösung gefunden werden, wie Menschen, Häuser und Grundstücke auf dem Gelände des früheren Püttlinger Freibades, eben dem Wohngebiet Schlehbach I, künftig vor weiteren Wasserschäden und auch von Geruchsbeeinträchtigungen verschont bleiben.

Die Landesentwicklungsgesellschaft Saar (LEG) bedauert unerdessen die Hochwasserschäden am Schlehbach in Püttlingen, geht aber davon aus, dass es bei der Erschließung des Baugebietes keine Fehler gegeben habe. Ein Starkregen mit den Wassermengen von besagtem Sonntag, so die LEG in einer Presseerklärung (wir nerichteten), sei nicht vorhersehbar gewesen.