Zur Semestereröffnungsfeier der Saar-Uni kamen rund 900 Studienanfänger

Unipräsident begrüßt Studienanfänger : Im Saarland startet das neue Semester

Die Saarbrücker Hochschulen haben das Studienhalbjahr offiziell eröffnet. Die Zahl der Erstsemester an der Saar-Uni ist leicht gestiegen.

Das Audimax der Saar-Uni war am Montagmorgen bei der Semestereröffnungsfeier gut gefüllt. Etwa 800 neu eingeschriebene Studierende waren gespannt darauf zu erfahren, was sie in den nächsten Jahren erwartet. Universitätspräsident Manfred Schmitt begrüßte sie freudig, sprach vom starken Gemeinschaftsgefühl an der Saar-Uni und betonte, dass diese sich besonders durch ihre Weltoffenheit auszeichne. Das zeige auch die große Zahl von internationalen Studierenden, die ins Saarland kommen. Sie stellen in diesem Jahr 19,7 Prozent der über 2300 Erstsemester, was im Vergleich zum Vorjahr mit 18,4 Prozent ein deutlicher Anstieg ist. Der Uni-Präsident zitierte den Gründungsrektor der Saar-Uni, Jean Barriol, der 1948 bis 1950 an deren Spitze stand. Dieser habe vorgehabt, sie „zum Werkzeug eines wahrhaft europäischen Geistes zu machen“. Heute sei dies verwirklicht, sagte Schmitt.

Über die leicht gestiegene Zahl der Studienanfänger zeigte sich der Uni-Präsident erfreut, ebenso darüber, dass die Gesamtzahl der Studierenden „nahezu stabil“ geblieben sei. Ein leichter Rückgang ist jedoch laut der aktuellen Zahlen erneut zu verzeichnen: derzeit gibt es 16 174 Studierende an der Saar-Uni. Das sind 64 weniger als im Vorjahr zur gleichen Zeit. Erfahrungsgemäß gebe es noch weitere Einschreibungen, weshalb die Uni davon ausgehe, dass sich die Gesamtzahl ähnlich wie im Vorjahr bei etwa 16 800 Studierenden einpendeln werde.

Der Anteil der Saarländer unter den Studienanfängern hat sich mit 49 Prozent nicht verändert. Dass 51 Prozent der Studierenden aus anderen Bundesländern oder aus dem Ausland an die Saar-Uni kommen, sei auch auf die große Zahl der Forschungsinstitute zurückzuführen. Dies sei „ein besonderes Markenzeichen“, sagte Schmitt. Zudem sei die Saar-Uni als Teil der Universität der Großregion mit ihren Verbundpartnern aus Frankreich, Luxemburg und Belgien interessant für diejenigen, die grenzüberschreitend studieren wollen.

Besonders beliebt unter den Erstsemestern sind die Fächer Medizin (265 Eingeschriebene), Rechtswissenschaft (257) Betriebswirtschaftslehre (195) und Psychologie (153). Auch die drei größten Studiengänge der Fachrichtung Informatik haben laut Uni regen Zulauf. In der Informatik sind bisher 134, in Cybersicherheit 96 und im neuen Studiengang „Data Science und Artificial Intelligence“ 83 Studierende eingeschrieben.

Auch die Asta-Vorsitzenden Moritz Philipp und Alexander Schrickel begrüßten die Studienanfänger. Sie erklärten, dass der Asta weiter gegen die Verwaltungsgebühren angehen werde und an der Einführung eines Semstertickets für das Saarland und Rheinland-Pfalz arbeite.

Hannah Spies, die stellvertretende Asta-Vorsitzende, verlieh im Anschluss an die Grußworte zusammen mit Schmitt noch den Beste-Preis. Dieser wird an Studierende vergeben, die sich durch besonderes Engagement auszeichnen, und ging in diesem Jahr an Stefan Königsbüscher, Nicole Burkhardt, Govinda Sicheneder und Jana-Katharina Burnikel.

Stefan Königsbüscher war laut Spies drei Jahre lang im Vorsitz des Fachschaftsrats Medizin, ist Mitglied im Verein Medizin und Zahnmedizin Homburg und konnte als Mitglied in der Studienkommission dazu beitragen, Studienabläufe zu verbessern. Zudem leitet er das Projekt „Mit Sicherheit verliebt“, in dem Studierende in Schulen Aufklärungs- und Präventionsarbeit zum Thema Verhütung leisten.

Preisträgerin Nicole Burkhardt engagiert sich für nachhaltige Projekte auf dem Campus. So habe sie etwa im Rahmen der Fahrradaktionswoche einen Zehn-Punkte-Plan für besseren Radverkehr erarbeitet, erklärte Schmitt. Zudem sei sie bei der Eröffnung des Fahrradverleihs Asta Velo im Mai federführend gewesen.

 Der dritte Preisträger, Govinda Sicheneder, ist seit Jahren Mitglied im Vorstand des Studentenwerks und war mehrere Jahre als Asta-Vorsitzender aktiv. Er betreue zudem die studentischen Gärten und setze sich für mehr Nachhaltigkeit auf dem Campus ein, so Spies.

Jana-Katharina Burnikel ist EU-Karrierebotschafterin und bringe als solche Studierenden die Europäische Union als Arbeitgeber näher. Sie berate Interessierte und sorge mit ihrem ehrenamtlichen Engagement dafür, dass der Europa-Schwerpunkt der Uni noch deutlicher werde, erklärte Spies die Preisvergabe.

An der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) wurde das Semester bereits am Donnerstag eröffnet. Auch hier war der Andrang der Erstsemester groß. Bisher seien rund 1600 Studierende neu eingeschrieben, was einen leichten Rückgang zum Vorjahr bedeutet, in dem zum gleichen Zeitpunkt 1668 Erstsemester gezählt wurden. Die aktuelle Gesamtzahl beträgt laut HTW 5628 eingeschriebene Studierende. Auch die HTW betont, dass noch einige Einschreibungen zu erwarten seien. Die Gesamtstudierendenzahl werde daher auf 5800 bis 6000 geschätzt. Auch hier ist ein leichter Rückgang zum Vorjahr (6080 Studierende) erkennbar.

Uni-Präsident Manfred Schmitt mit den Beste-Preisträgern Jana-Katharina Burnikel, Nicole Burghardt und Govinda Sicheneder sowie Hannah Spies vom Asta (von links). Preisträger Stefan Königsbüscher war verhindert. Foto: Engel

Besonders beliebt ist an der HTW der Studiengang Soziale Arbeit und Pädagogik der frühen Kindheit. 613 Bewerbungen gab es hier zu verzeichnen, 123 Studienplätze wurden bislang vergeben. Für die Betriebswirtschaftslehre haben sich 389 Studierende beworben, von denen 165 einen Platz bekommen haben. Zudem gefragt ist die Architektur an der HTW mit 177 Bewerbungen und 126 vergebenen Studienplätzen.

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