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Wo Studierende in der Corona-Krise finanzielle Hilfe erhalten

Corona-Hilfe : Wo Studierende in der Krise finanzielle Unterstützung erhalten

Hilfen vom Bund und den Hochschulen sollen die Geldnot junger Menschen in der Pandemie lindern. Auch altbewährte Förderungen sind eine Option.

Die Kneipen sind geschlossen, Konzerte müssen abgesagt werden, Unternehmen geht in der Krise das Geld aus. Branchen, in denen Studierende typischerweise arbeiten, sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen. Hinzu kommt, dass Eltern zum Teil wegen Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit ihre Kinder nicht mehr bei der Studienfinanzierung unterstützen können. Was können Studierende in einer finanziellen Notlage tun?

Zinsloser Kredit: Seit dem 8. Mai können Studierende bei der staatlichen Förderbank KFW ein Darlehen zwischen 100 Euro und 650 Euro pro Monat beantragen, das bis Ende März 2021 zinsfrei bleibt. Das hat die Bundesregierung Ende April beschlossen. Die Zinsfreiheit gilt auch für Studienkredite bei der KFW, die schon länger laufen. Die Rückzahlung beginnt erst 18 bis 23 Monate nach der letzten Auszahlung.

Das zinslose Darlehen erhält, wer in Voll- oder Teilzeit oder berufsbegleitend studiert. Für den Online-Antrag braucht man einen Personalausweis und eine gültige Studienbescheinigung. Mit dem ausgedruckten Antrag und weiteren Unterlagen müssen Studierende zur Bank oder dem Studentenwerk gehen, von wo aus der Antrag an die KFW weitergeleitet wird. Ausländische Studierende können erst ab dem 1. Juni den Antrag auf das zinslose Darlehen stellen, frühester Finanzierungsbeginn ist für sie der 1. Juli.

www.kfw.de/studienkredit-coronahilfe

Bundesausbildungsförderung: Für den grundsätzlichen Anspruch auf Bafög gelten in der Corona-Pandemie dieselben Regeln wie davor. Eine Öffnung des Bafögs auch für diejenigen, die aufgrund ihres Alters oder über die Regelstudienzeit hinaus studieren, hat Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) abgelehnt. Allerdings könne es sich lohnen, einen Aktualisierungsantrag zu stellen, wenn man bisher wegen eines zu hohen Einkommens der Eltern keine Förderung erhält und die aufgrund von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit deutlich weniger verdienen, erklärt das Deutsche Studentenwerk (DSW). Normalerweise wird bei der Einkommensprüfung der Eltern auf das vorletzte Kalenderjahr abgestellt. Während der Pandemie reicht es, wenn Eltern im Aktualisierungsantrag Angaben zum laufenden Einkommen machen.

https://www.xn--bafg-7qa.de/de/alle-antragsformulare-432.php

Stipendien: Studierende können sich auf Stipendien von öffentlichen und privaten Stiftungen bewerben. Neben den Begabtenförderungswerken gibt es auch regionale Stipendien oder fachspezifische Förderungen. Bis zum 15. Mai können sich Studierende zudem online auf ein Alltagshelden-Stipendium bewerben. Ein Jahr lang werden 500 Euro monatlich an Studierende gezahlt, die sich während der Pandemie sozial engagieren. Ausgelobt wird das Stipendium von der Plattform myStipendium, einem Projekt der ItS Initiative für transparente Studienförderung.

 Die Stiftung der deutschen Wirtschaft bietet Interessierten zudem mit dem Elternkompass Hilfe bei der Suche nach einem passenden Stipendium an.

www.mystipendium.de/stipendien/alltagshelden-stipendium

www.elternkompass.info

Notfallfonds der Hochschulen: Die saarländischen Hochschulen bieten Studierenden, die akut in Not geraten sind, einen finanziellen Zuschuss aus bestehenden Notfallfonds an. Die saarländische Landesregierung hat zugesagt, diese mit weiteren 90 000 Euro auszustatten. Der Bund will zudem 100 Millionen Euro in die Nothilfefonds des Deutschen Studentenwerks geben, die dann von den örtlichen Studentenwerken verteilt werden sollen.

An der Saar-Uni ist die erste Antragsrunde für die Notfallhilfe vorbei. Es sei geplant, dass Studierende sich ab Mitte Mai erneut auf Hilfen bewerben können, sagt der Asta.

www.uni-saarland.de/corona

www.htwsaar.de/news/notfallfond