Wirtschaftsinformatiker der Saar-Universität haben gute Berufschancen

Kostenpflichtiger Inhalt: Wirtschaftsinformatik : Diesen Studenten stehen alle Türen offen

Wirtschaftsinformatiker haben rosige Berufsaussichten. Peter Pfeifer und Brian Willems studieren dieses Fach an der Saar-Universität.

Ein IT-Problem in einem Unternehmen kommt selten allein. Denn bei seiner Lösung entstehen oft neue Schwierigkeiten. Informatiker können mit der allgemeinen Beschreibung „Das Programm XY funktioniert nicht“ wenig anfangen. Der Sachverhalt muss so formuliert werden, dass die Programmierer erkennen können, wo sie ansetzen müssen. Hier sind Wirtschaftsinformatiker gefragt: „Wir sind die Problemfinder und -löser“, erklären Peter Pfeiffer (24) und Brian Willems (23) von der Saar-Universität. Sie gehören zu den 314 Studenten dieses interdisziplinären Studiengangs an der Schnittstelle zwischen Betriebswirtschaftslehre und der Informatik. 252 von ihnen wollen den Bachelor-, 62 den Master-Abschluss erreichen.

Peter Pfeiffer hat das Fach schon auf dem Wirtschaftsgymnasium belegt. Es war für ihn ein Abiturschwerpunkt. Für die Universität des Saarlandes hat sich der Saarbrücker entschieden, weil dort die Forschung in diesem Bereich als sehr renommiert gilt. Ich bin dagegen ohne Vorkenntnisse in das Studium reingegangen“, sagt Brian Willems. „Der Großrosseler wollte ursprünglich BWL studieren, hatte aber auch großes Interesse für technische Themen und entschied sich schließlich für die Wirtschaftsinformatik. Wer sich für den Bachelor-Studiengang an der Universität interessiert, sollte logisches, analytisches Denken und Verständnis für Mathematik mitbringen, sind sich die beiden Master-Studenten einig. Abschrecken lassen sollte sich jedoch niemand. So werden auch Vorkurse angeboten. „Dieses Studium ist nichts für Einzelgänger“, ergänzt Pfeiffer. Viele Übungsaufgaben seien angelegt, um in der Gruppe gelöst zu werden. Deshalb sei es wichtig, früh Kontakte zu Kommilitonen zu knüpfen – so wie sie beide das getan haben.

In den ersten Semestern besuchen die angehenden Wirtschaftsinformatiker viele Lehrveranstaltungen zusammen mit Informatikern und BWLern. Dabei würden sich ihre Kommilitoninnen oft gut behaupten, haben sie die Erfahrung gemacht. Warum die Frauenquote in ihrem Fach weit unter zehn Prozent liegt, können sie daher nicht verstehen.

Neben den Hauptbereichen Mathe, Informatik und BWL können die Bachelor-Studenten im Nebenfach unter anderem zwischen mehreren Fremdsprachen wählen. „Hier ist Englisch zu empfehlen“, sagt Pfeiffer. Denn darauf basierten nicht nur viele Vorlesungen, sondern auch die Programmiersprachen. Wie man sich diese aneignen kann, lerne man ebenfalls in ihrem Studiengang.

Die ersten Semester könnten „wirklich hart“ sein, berichten die beiden. Doch wenn man sich da durchbeiße, habe man danach die Auswahl zwischen verschiedenen Vertiefungsbereichen, könne machen, woran man Spaß habe. „Vom reinen Programmierer bis zum Berater ist alles möglich“, sagt Pfeiffer.

Die beiden haben einen technischen Schwerpunkt gewählt und arbeiten am Lehrstuhl von Professor Peter Loos an der Saar-Uni. „Wir können auch eigene Forschungsprojekte vorschlagen und zusammen entwickeln“, sagt Willems. Ihre Tätigkeit sei eine tolle Möglichkeit, Studium und Praxis zu verbinden. „Man sieht, wie man das, was man in der Vorlesung gelernt hat, anwenden kann.“

Zudem fuhren die beiden schon zu verschiedenen Tagungen und Kongressen und stellten am Stand der Saar-Uni auf der Computermesse Cebit Projekte vor. „Eine tolle Erfahrung“, blickt Pfeiffer zurück. Auch an der Universität gebe es viele Möglichkeiten, praktische Erfahrungen zu sammeln. So hielten immer wieder Dozenten großer Unternehmen Gastvorträge. Im Rahmen des Gründer-Campus können Studenten wichtige Tipps zur Eröffnung einer Start-Up-Firma erhalten. Daneben seien auch Auslandsaufenthalte, zum Beispiel in den Vereinigten Staaten und Australien, möglich. Die Inhalte vieler Lehrveranstaltungen gebe es online. „Man ist also flexibel wo, wann und wie man lernt“, ergänzt Willems. Und nicht zuletzt könne man die Abschlussarbeiten bei Unternehmen schreiben.

Peter Pfeiffer und Brian Willems (v.l.) studieren am Institut für Wirtschaftsinformatik im DFKI. Sie beschäftigen sich auch mit der Lego-Smart-Factory. Foto: Iris Maria Maurer

Im Berufsleben gebe es für Wirtschaftsinformatiker vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Sie würden fast in allen Betrieben benötigt, die Computer einsetzen. Bei Jobmessen seien die Absolventen dieses Studiengangs immer gesucht, haben die beiden die Erfahrung gemacht. Pfeiffer: „Die Türen stehen einem überall offen.“

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