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Wer ist der beste Uni-Präsident?

Saar-Uni : Zwischenzeugnisse für Uni-Präsident und Minister

Manfred Schmitt landet unter den Top-Ten der deutschen Hochschulpräsidenten, Tobias Hans bei den Ministern im Mittelfeld.

An Rankings herrscht in der Hochschulwelt bekanntlich kein Mangel. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Centrum für Hochschulentwicklung sind die bekanntesten Herausgeber dieser Leistungsvergleiche. Sie sind nicht unumstritten und werden trotzdem mit größtem Interesse gelesen, weil der Wettstreit der Hochschulen um die klügsten Köpfe immer härter wird. Das Renommee einer Bildungseinrichtung gilt als wesentlich für ihre Anziehungskraft.

Apropos Köpfe – wie steht es mit einem Ranking der Hochschulleitungen? Auch das gibt es. Es wird jährlich vom Deutschen Hochschulverband (DHV) herausgegeben, der Berufsvertretung der Hochschuldozenten. Er zählt 31 000 Mitglieder. Zwei Drittel aller Hochschullehrer sind im DHV organisiert, erklärt Pressesprecher Matthias Jaroch. Sie können bei der Wahl zum „Rektor der Jahres“ Noten vergeben und auch den „Wissenschaftsminister des Jahres“ wählen. Gerade sind die Ergebnisse der Abstimmung fürs Jahr 2019 veröffentlicht worden. Sie haben für den Präsidenten der Saar-Uni ein sehr schmeichelhaftes und für den Wissenschaftsminister des Saarlands ein mittelprächtiges Ergebnis.

Uni-Präsident Manfred Schmitt landete im DHV-Ranking mit einer Gesamtnote von 2,05 auf Platz zehn der Hochschul-Chefs. Fast 80 Prozent der im DHV organisierten Hochschullehrer, die an der Abstimmung teilnahmen, halten ihn für „die ideale Besetzung“ oder vergeben die zweitbeste Note, ein „sehr gut“. In der Liste der 40 bestplatzierten Präsidenten beträgt der Notenschnitt 2,65.

Unter den Wissenschaftsministern blieb Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) mit einer Note von 3,49 dagegen knapp unter dem Klassendurchschnitt (3,23). Er erreichte in der DHV-Auswertung den neunten Rang unter 17 Kollegen. Hans halten knapp die Hälfte der Dozenten für eine „sehr gute“ oder „eher gute“ Besetzung – und geben ihm damit weit bessere Noten als der Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und seinem rheinland-pfälzischen Amtskollegen Konrad Wolf (SPD). Karliczek (4,03) landet auf Rang 15, Wolf (4,12) auf dem letzten Platz.

Der DHV freute sich, dass in diesem Jahr erstmals die Minister aller Länder und des Bundes aufgelistet werden konnten. Warum das so ist? Die Antwort zeigt, dass die  Ergebnisse der DHV-Zeugniskonferenz dann vielleicht doch mit etwas Zurückhaltung zu betrachten sind. Denn für die Wertung genügten bei Ministern 50 Voten, bei den Präsidenten waren es 30. Diese Grenze wurden bei Bundesministerin Karliczek (3318) zwar klar überschritten, doch in den Bundesländern sah‘s anders aus. An der Abstimmung über den Wissenschaftsminister in Rheinland-Pfalz nahmen 217 Hochschuldozenten teil, im Saarland waren es nur 55. Das Ergebnis für Uni-Präsident Manfred Schmitt beruht auf 78 Voten. Das war ein durchaus durchschnittlicher Wert. An 17 Hochschulen des DHV-Rankings war die Beteiligung niedriger.

 Tobias Hans.   Foto: Staatskanzlei
Tobias Hans. Foto: Staatskanzlei Foto: Staatskanzlei Saarland/Carsten Simon

Insgesamt nahmen nach DHV-Angaben knapp 5600 Mitglieder an der anonymen Abstimmung teil. Auf Platz eins der Hochschulleiter landete  der Präsident der Uni Wuppertal Professor Lambert Koch (1,39). Zum besten Wissenschaftsminister wurde Armin Willingmann (SPD) aus Sachsen-Anhalt gekürt. Beide erhielten weniger als 100 Stimmen.