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Wer Eulit an der Saar-Uni studieren will, sollte gerne und viel lesen

Saar-Universität : Sie sind Europa literarisch auf der Spur

Der Studiengang Eulit der Saar-Universität befasst sich mit Kunst und Kultur im europäischen Raum.

Hinter der Abkürzung Eulit verbirgt sich der Bachelor-Studiengang „Europäische Literaturen und Medien im globalen Kontext“an der Saar-Universität. Wer das Studienfach für sich ins Auge fasst, sollte nicht nur gerne lesen, sondern sich auch für Fremdsprachen interessieren. „Wir arbeiten viel mit englischen Texten“, erklärt Veronique Panter, Eulit-Studentin im sechsten Semester. Ihre Sprachkompetenz muss die 22-Jährige bei ihren beiden Wahlpflichtfächern unter Beweis stellen, in denen sie sich sowohl mit englisch- als auch mit spanischsprachiger Literatur und Kultur beschäftigt.

Das Eulit-Studium bietet die Möglichkeit, die französische Literatur und Kultur zu erkunden oder sich der Kunstgeschichte zu widmen. Für Letzteres hat sich Maike Leutheußer entschieden. Es ist nicht nur eines ihrer Wahlpflichtfächer, sondern auch ein Bereich, in dem sie ihre Zukunft sieht. „Ich habe bereits Führungen in der Modernen Galerie in Saarbrücken gemacht und arbeite am Institut für Kunstgeschichte an der Saar-Universität mit. Ich werde später beruflich sicher etwas in dieser Richtung machen“, sagt die 25-Jährige.

Eulit ist interdisziplinär gestaltet und bietet so viele Möglichkeiten, das Studium nach persönlichen Interessen zu gestalten. In wenigen anderen Studiengängen lerne man dabei so umfassend etwas über Europa in kultureller Hinsicht, betont Professorin Christiane Solte-Gresser, „zum einen historisch, zum anderen aber auch, was die mediale, soziokulturelle und thematische Breite angeht.“ Auch der Spracherwerb, der bei entsprechender Fächerkombination Teil des Studiums ist, trage enorm zur Europakompetenz bei, erklärt die Inhaberin des Lehrstuhls für allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (AVL).

Die AVL ist das einzige Pflichtfach des Studienganges. Acht Bücher stehen auf der Leseliste der Vorlesung „Europäische Liebesliteratur“, die im ersten Semester für die Studierenden auf dem Plan steht. Kein Problem für die 20-jährige Katharina Strauß, die nach eigenen Angaben rund 1000 Bücher besitzt. Gelesen habe sie immer schon gerne, aber durch das Studium habe sich ihr Leseverhalten geändert. „Man fängt an, hinter die Worte zu blicken“, erzählt sie. Auch Laura Zamilski, 20 Jahre alt, stellt schon nach dem ersten Semester fest, dass sich ihr Blick auf Literatur verändert hat: „Ich setze mich jetzt intensiv mit anderen Kulturen und Vorstellungen auseinander“, erzählt sie. Das gelte nicht nur für das Denken in anderen Ländern, sondern auch in anderen Zeiten: Eulit-Studierende beschäftigen sich mit Literatur von der Antike bis heute.

Alle vier Gesprächspartnerinnen bestätigen, dass es ein sehr zeitaufwändiges Studium ist, da viel gelesen werden muss, aber dies sei genau das, was ihnen am meisten Spaß mache. Die Frage, ob Bücher denn noch zeitgemäß sind, bringt sie zum Lachen. Es geht allen ähnlich wie Laura Zamilski, die sagt: „Ich mag es, in Büchern zu blättern. Das ist ganz etwas anderes, als nur auf den Bildschirm zu starren.“

Christiane Solte-Gresser bescheinigt den Absolventen des Bachelorstudienganges gute Berufsaussichten: „Unsere Studierenden haben eine bestens ausgeprägte Text- und Sprachkompetenz, können sich sehr schnell in unterschiedlichste Themen einarbeiten und ihr Wissen sehr gut vermitteln. Wichtig ist Arbeitgebern auch immer, dass sie durch den Bachelor Eulit eine hohe interkulturelle Kompetenz mitbringen.“ Im Masterstudiengang AVL lasse sich die noch vertiefen. Zudem habe sie beobachtet, dass ihre Studierenden Sachverhalte gut einschätzen und relativieren können – und während des Studiums neugierig und offen für Neues und Fremdes werden. „Das wird im Beruf sehr geschätzt“, ist Christiane Solte-Gresser überzeugt.

Beeindruckt sei sie immer wieder von der Vielfalt der Arbeitsfelder, in denen die Eulit-Absolventen unterkommen: „Neben den klassischen Bereichen wie Medien, Kulturmanagement, Öffentlichkeitsarbeit und Stiftungen haben wir am Lehrstuhl überdurchschnittlich viele Promovierende, die gerne in der Wissenschaft bleiben wollen. Und einige von ihnen haben es auch geschafft.“