Von Saar-Studenten gegründete Unternehmen erhalten hohe Unterstützung.

Exist-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums : Millionen für Unternehmensgründer der Saar-Uni

Zwei Gründerteams der Universität des Saarlandes werden mit Fördergeldern in Höhe von 1,7 Millionen Euro aus dem Programm Exist-Forschungstransfer des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie unterstützt.

Mit dem Programm sollen herausragende Gründungsprojekte gefördert werden, die mit aufwändigen Entwicklungsarbeiten verbunden sind, erklärt die Hochschule.

„Amorphus Metal Solutions“ heißt das erste der geförderten Projekte, das über 18 Monate hinweg 700 000 Euro erhalten wird. Ziel ist es, eine Fertigungskette für spezielle Legierungen in industriellem Maßstab aufzubauen. Die sogenannten amorphen Metalle sind dehnbar wie Kunststoff und fester als Stahl. Durch die besonderen Eigenschaften, kann mit diesen Materialien kostengünstiger und ressourcenschonender gearbeitet werden, da sie weniger verschleißen und seltener brechen als herkömmliche Materialien. Geplant sei ein Komplettangebot aus Beratungsleistungen, Produktentwicklung und der Fertigung von kunden- und anwendungsspezifischen Bauteilen.

Das zweite Gründungsvorhaben, das über zwei Jahre lang mit einer Million Euro gefördert wird, ist der Aufbau eines neuen Antriebssystems, das vom Unternehmen „Dialectric Elastomer (DE) Solution“ der Ingenieure Steffen Hau, Stefan Lenz, Phillip Linnebach und dem Chemiker Dennis Meier auf den Markt gebracht werden soll. Die hauchdünne und federleichte Folie wird beidseitig mit einer elektrisch leitfähigen Schicht bedruckt. „Legen wir an die Folie eine elektrische Spannung an, bewirkt die elektrostatische Anziehung, dass die Mebran sich in Dickenrichtung zusammenzieht und sich in der Fläche ausdehnt“, so Steffen Hau. Durch die Veränderung des elektrischen Feldes könne die Folie hochfrequent vibrieren oder stufenlose Hub-Bewegungen vollführen. „Das macht die Folie zu einem neuartigen Antrieb beispielsweise in Ventilen, Pumpen oder Schaltern“, sagt Hau. Die neu entwickelten Systeme seien kompakt, geräuschlos und energieeffizient und könnten in der Medizin- und Automobiltechnik, in Lautsprechern, vibrierenden Displays und anderen Elektronik-Produkten eingesetzt werden.

Neben den beiden Gründungsinitiativen werden derzeit fünf weitere Teams mit insgesamt rund 700 000 Euro über das Exist-Gründerstipendium gefördert, erklärt die Saar-Universität.

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