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Uni-Präsident: Starke Forschung bringt Erfolg

Uni-Präsident: Starke Forschung bringt Erfolg

Saarbrücken. Die Saar-Uni ist nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch wirtschaftlich ein bedeutender Faktor im Saarland. Das ist die zentrale Nachricht der Jahresbilanz 2011, die Uni-Präsident Volker Linneweber gestern auf dem Saarbrücker Campus präsentierte

Saarbrücken. Die Saar-Uni ist nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch wirtschaftlich ein bedeutender Faktor im Saarland. Das ist die zentrale Nachricht der Jahresbilanz 2011, die Uni-Präsident Volker Linneweber gestern auf dem Saarbrücker Campus präsentierte. Sie beginnt einmal nicht mit der Aufzählung der wissenschaftlichen Meriten der einzigen Universität des Saarlandes, sondern mit der Bilanz ihrer Drittmittel. 64 Millionen Euro eingeworbene Forschungsgelder aus den Kassen der EU, des Bundes und der Industrie flossen 2011 nach Saarbrücken und Homburg. Dazu, so der Uni-Präsident, kommen weitere 50 Millionen für die An-Institute der Uni, die am Rande des Campus zu Hause sind. Diese zusätzlich eingeworbenen 115 Millionen Euro entsprechen rund zwei Dritteln des Landeszuschusses zum Hochschul-Haushalt.Mit dieser Bilanz, so Linneweber, stehe die Hochschule, die sich als einer der Motoren der Entwicklung der Region sieht und in 116 Bachelor- und Masterstudiengängen 18 300 Studenten ausbildet, im bundesweiten Vergleich sehr gut da. Ein Richtungswechsel der Uni hin zu einer reinen Regional-Hochschule wäre ein Fehler, so der Uni-Präsident.

Diese Bemerkung zielte auf Forderungen der Landesregierung, die Uni müsse sich stärker den Interessen des Landes und seiner Wirtschaft öffnen. Die Hochschule könnte sich "zu Tode siegen", so Linneweber, wenn sie ihren Drittmittelanteil stetig steigere, ihr unter diesen Umständen aber das Geld ausgehe, um die für die eingeworbenen Forschungsprojekte notwendige Infrastruktur zu unterhalten. Die soll aus dem Globalzuschuss des Landes finanziert werden, doch hinter diesem für je drei Jahre verhandelten Etat steht ab 2014 ein Fragezeichen. Die Saar-Uni kann nach Ansage der Landesregierung künftig nur mit einer günstigstenfalls stagnierenden Zahlung rechnen - aktuell erhalten die Hochschule und ihre Kliniken zusammen 189 Millionen Euro. Ohne Inflationsausgleich klafft jedoch im Uni-Etat bis zum Jahr 2020 eine Lücke von mehr als 70 Millionen Euro. Deshalb müsse die Hochschule sparen.

Schmerzhafte Einschnitte

Das werde zu "schmerzhaften Einschnitten" führen, so Volker Linneweber. Sie sollten nach der ursprünglich auf dem Campus zirkulierenden Entwicklungsplanung neben anderen Fachbereichen besonders die Mechatronik treffen, doch darüber denkt das Uni-Präsidium nach unüberhörbarem Widerspruch der Landesregierung nun noch einmal nach. "In einer Spezifizierung des Plans", so der Uni-Präsident, sollen die besonderen Interessen der saarländischen Wirtschaft berücksichtigt werden. Eine Möglichkeit dafür könnte ein dualer Masterstudiengang sein, der berufsbegleitend absolviert werde. Überlegt werde auch, ob dafür Lehrbeauftragte der Industrie bis hin zu Honorarprofessoren gewonnen werden könnten. Illusorisch wäre es jedoch, anzunehmen, eine mittlere Hochschule von der Größe der Saar-Universität könnte mit den großen ingenieurwissenschaftlichen Zentren Deutschlands konkurrieren, so Linneweber. Allenfalls punktuell werde die Saar-Uni mit ihren zwei klassischen Ingenieur-Schwerpunkten Mechatronik und Materialwissenschaften Flagge zeigen können.