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Umfrage im Saarland: Zwei Drittel für Impfpflicht für bestimmte Berufe

Impfbefragung im Saarland : Neue Studie der HTW Saar: Hälfte ist für generelle Impfpflicht, ein Drittel ist dagegen

Für eine generelle Impfpflicht spricht sich knapp die Hälfte aus, ein Drittel ist dagegen. Das geht aus Vorab-Ergebnissen einer Studie hervor, die an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) durchgeführt wurde und an der mehr als 600 Menschen teilgenommen haben.

Eine generelle Impfpflicht befürwortet knapp die Hälfte der Befragten (49,7 Prozent), ein Drittel (34,3 Prozent) ist dagegen; eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen befürworten 64,8 Prozent, ein Viertel (26,1 Prozent) lehnt dies ab. Das geht aus Vorab-Ergebnissen einer Studie hervor, die an der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes (HTW) durchgeführt wird. Darin untersucht das Marketing-Science Forscherteam um Professor Tatjana König, wie sich die Corona-Pandemie auf die Lebensqualität der saarländischen Bevölkerung auswirkt. Bis zum 21. Dezember 2021 haben über 600 Personen anonym an der noch laufenden Online-Befragung teilgenommen.

Laut der Studie befürchten 66,9 Prozent der bisher Befragten, dass das Thema Impfung zur Spaltung in der Gesellschaft beiträgt. 78,7 Prozent der Geimpften wollen sobald wie möglich die Booster-Impfung in Anspruch nehmen. Die geltenden und geplanten Corona-Maßnahmen werden unterschiedlich bewertet: 3G am Arbeitsplatz findet bei mehr als zwei Drittel (68,3 Prozent) der Befragten Zustimmung. Viel Vertrauen zeigen die Saarländerinnen und Saarländer in die Wissenschaft: Weit mehr als zwei Drittel (78,4 Prozent) orientieren sich bei Corona-Themen an den Aussagen von Medizinern und Wissenschaftlerinnen.

Einen Lockdown für alle lehnt die Hälfte der Befragten (58 Prozent) ab, während nur weniger als ein Viertel (22 Prozent) diesen befürworten würden. Geht es um die Frage nach einem Lockdown für Ungeimpfte verzeichnet die HTW ein geteiltes Meinungsbild, denn je rund 41 Prozent sind dafür beziehungsweise dagegen. 

Mehrheit der befragten Ungeimpften sieht sich zu Unrecht verantwortlich gemacht

„Auch die Meinung der Ungeimpften ist uns wichtig, auch wenn hier die Datenbasis naturgemäß deutlich geringer ist,“ erklärt Professor Tatjana König. Dabei zeigt sich, dass sich Ungeimpfte zu mehr als 95 Prozent zu Unrecht für die Pandemie-Situation verantwortlich gemacht fühlen – aufgrund der häufigen Testungen sehen sie sich nicht als Treiber der Pandemie im Gegensatz zu möglicherweise ungetesteten Geimpften.

Mehr als 86 Prozent der Ungeimpften geben Bedenken gegenüber dem Impfstoff aufgrund fehlender Langzeitstudien an. Bei der offenen Frage „Ich würde mich impfen lassen, wenn…“ finden sich häufig Angaben wie „wenn der Impfstoff länger erprobt ist“ oder „wenn es einen Totimpfstoff gibt“.

70 Prozent der Ungeimpften empfinden die aktuelle Situation als belastend. Nur rund fünf Prozent lehnen diese Aussage ab. Beispielsweise fühlten sich mehr als zwei Drittel (82,7 Prozent) der Ungeimpften durch die, inzwischen im Einzelhandel ausgesetzte, 2G-Regel von der Gesellschaft ausgeschlossen.

Knapp ein Drittel (34,4 Prozent) der Ungeimpften gab in der HTW-Umfrage an, die öffentliche Impfdiskussion auch als Ausdruck der Sorge um das Wohl der Ungeimpften zu verstehen. Umgekehrt geben gut zwei Drittel (77,1 Prozent) der Ungeimpften an, sich gleichzeitig um das Wohl der Geimpften zu sorgen, da hier das Vertrauen in den Impfstoff sehr gering ist.

Das Forschungsprojekt Covid_Saar wird seit 2020 mit insgesamt rund 100 000 Euro aus dem Landesforschungsförderungsprogramm der Staatskanzlei gefördert.