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Studierende der Saar-Uni organisieren wieder Saarbrücker Musikfestival

Kostenpflichtiger Inhalt: Saarklang : Ein Musikfestival der besonderen Art

Saarklang wird von Studierenden der Saar-Uni organisiert – im Alleingang. „Vielfältig, bunt und nachhaltig“ lautet das diesjährige Motto.

Ein paar Bands einladen, ausreichend Getränke besorgen – fertig ist das Musikfestival. Jedenfalls in der Theorie. Die Realität sieht natürlich ganz anders aus: Musiker wollen bezahlt werden, wer trinkt, muss auch mal zur Toilette und wenn etwas kaputtgeht, haftet der Veranstalter dafür. Wie viel Arbeit hinter einer solchen Veranstaltung steckt, erfahren gerade neun Studierende der Saar-Universität. Die angehenden Musikmanager organisieren im Rahmen ihres Studiums das Festival Saarklang, das vom 21. bis 23. Mai auf der Rockwiese hinter der Hochschule für Musik Saar und in Kneipen und Clubs in ganz Saarbrücken stattfinden wird.

Das Festival hat langsam Tradition: Schon seit 2014 findet sich jedes Jahr eine Gruppe junger Leute zusammen, die als „künstlerisches Projekt“ im Rahmen ihres Musikmanagement-Studiums Saarklang auf die Beine stellen. Ganz auf sich allein gestellt, sind sie dabei nicht. Dozent David Eckstein steht ihnen bei der Planung zur Seite, ebenso wie der Verein Musikmanagement-Netzwerk der Universität des Saarlandes (Muma-Netzwerk), der 2013 von Studierenden gegründet wurde, und die Trägerschaft übernommen hat.

Aber wie geht man ein solches Mammut-Projekt an? „Also, als Erstes haben wir uns gefragt, wer was gut kann und Teams gebildet“, erklärt Carolina Schwoll aus dem Team Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sieben Schwerpunktthemen galt es zu besetzen: Leitung, Presse, Sponsoring, Infrastruktur, Booking (deutsch: Buchung), Crowdfunding und Finanzen. Die Grenzen sind oft fließend und die neun Studierenden Teil mehrerer Teams. „Es gibt verschiedene Phasen, in denen unterschiedliche Dinge wichtig und auch zeitintensiv sind“, sagt Schwoll.

Anfänglich gehe es vor allem darum, Sponsorpartner zu finden und erstmal ein Budget zu erarbeiten. „Wir haben ja null Startkapital“, sagt Schwoll. „Bisher haben wir fünf Sponsoren. Die Akquise war manchmal ganz schön anstrengend“, sagt der 21-jährige Maurice Singer. Dozent David Eckstein ergänzt: „Das ist immer sehr schwierig. Man muss früh damit anfangen, erst einmal Interesse für das Projekt wecken. Jeder, der so eine Veranstaltung plant, lebt auch mit dem Frust von Absagen.“

Gema, Versicherungen, Band-Gagen, Bühnentechnik, alles muss irgendwie bezahlt werden. Deshalb setzen die jungen Leute auch in diesem Jahr auf eine zweite Einkunftsquelle – das sogenannte Crowdfunding. Das Prinzip ist einfach: Die Studierenden sammeln über eine Internet-Plattform Geld für Saarklang ein. Wer sich dafür begeistert, kann dort spenden und erhält je nach Höhe des Geldbetrages ein kleines oder größeres Dankeschön, vom Videogruß bis zum Backstage-Pass. „Wir haben natürlich erst einmal Familie und Freunde angesprochen und Werbung über unsere Social-Media-Kanäle gemacht“, sagt Megan Weber. Durch Aktionen auf dem Campus hat das Saarklang-Team ebenfalls Gelder eingesammelt, etwa mit Kuchen- und Glühweinverkauf oder durchs Kellnern bei Konzerten.

Das wird auch gebraucht, denn in diesem Jahr soll besonderer Wert auf Nachhaltigkeit gelegt werden, erklärt Nina Matheis, aus dem Team Leitung. Carolina Schwoll ergänzt: „Das geht natürlich damit los, dass wir keine Wegwerfbecher wollen. Wir schauen uns gerade nach sinnvollen Alternativen, wie etwa Mehrwegbecher mit Pfandsystem, um.“ Auch über möglichst regionales Essen werde gesprochen. „Es stellen sich Fragen wie: Welche Alternative gibt es zu Papierhandtüchern auf den Toiletten? Und: Lassen wir Bands von weither anreisen, oder buchen wir lieber Musiker aus der Umgebung?“ Sie versuchten mit den vorhandenen Mitteln die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen, sagt Schwoll.

Wie auch in den Vorjahren setzen die Studierenden beim Festival auf eine Mischung ganz verschiedener Musikrichtungen, von Klassik über Jazz bis Rock und Pop. Neben den Konzerten samstags auf der Hauptbühne auf der Rockwiese, soll es in Saarbrücker Kneipen auch eine Fotoausstellung und einige Workshops geben. Dabei wollen die Studierenden auch ihr eigenes Metier, das Musikmanagement, in den Fokus rücken und Einblicke in ihre Arbeit gewähren. „Unser Studiengang ist sehr vielseitig. Wir können später unter anderem im Künstler- oder Eventmanagement arbeiten, bei Zeitungen oder für Musiklabels. Die Wege der Absolventen sind ganz unterschiedlich“, erklärt Carolina Schwoll.

Das Saarklang-Festival sei der Markenbotschafter des Studienganges und ein tolles Aushängeschild für die Saar-Universität, da es die Hochschule in die Stadt bringe, sagt David Eckstein. Der Saarbrücker Oberbürgermeister Uwe Conradt hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft übernommen.

Die für die Besucher wohl wichtigste Frage, welche Musiker kommen werden, bleibt noch eine Weile spannend. Über Wettbewerbe haben sich aber bereits zwei Bands einen Platz gesichert: die Indie-Folk-Band Threepwood n‘ Strings und Trip, eine psychedelische Blues/Rock-Band.

www.saarklang.com