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Studienfinanzierung: Bafög verliert zunehmend an Bedeutung

Centrum für Hochschulentwicklung : Studienfinanzierung: Bafög verliert zunehmend an Bedeutung

Während die Studierendenzahl in Deutschland laut Statistik des Bundesbildungsministeriums seit dem Jahr 2005 um mehr als 900 000 gestiegen ist, ist die Zahl der Empfänger von Bundesausbildungsförderung (Bafög) im selben Zeitraum um rund 30 000 gesunken.

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)  sieht das Bafög angesichts dieser Entwicklung in einer tiefen Krise und plädiert für eine Reform der Studienfinanzierung in Deutschland, wie aus der aktuellen Untersuchung „Studienfinanzierung Check 2020“ des CHE hervorgeht.

Die Empfehlung des CHE lautet, die vielfältigen und bisher unverbundenen staatlichen Finanzierungsinstrumente wie etwa Stipendien, Bafög und Studienkredite zu einer sogenannten Bundesstudienförderung zu bündeln. Als ein erster Schritt zur Verbesserung der Studienfinanzierung in Deutschland müsse aber das Bafög zeitgemäßer werden, erklärt das CHE.

Rund 900 Euro brauchen Studierende laut der Untersuchung monatlich zur Finanzierung ihres Studiums. Nur elf Prozent nehmen dafür derzeit die Bundesausbildungsförderung in Anspruch. Jeweils ein Prozent der Studierenden nutzt laut CHE ein Deutschlandstipendium, einen Kredit oder erhält die Unterstützung eines Begabtenförderwerks. Ein Großteil der Studienfinanzierung werde von den Eltern übernommen oder mit Nebenjobs sichergestellt. Dass die staatlichen Instrumente der Studienfinanzierung die Studierenden nicht mehr erreichten, mache Bildungschancen zunehmend abhängig von positiver konjunktureller Entwicklung, kritisiert das CHE.

Das Bafög sei auch nach der Reform im vergangenen Jahr in vielen Punkten realitätsfern. So werde bislang nur das Vollzeitstudium gefördert, Teilzeit habe sich aber längst zu einer zeitgemäßen Studienform entwickelt. Orientierungsangebote in der Studieneingangsphase würden nicht unterstützt und die staatliche Förderung sei noch immer an die Regelstudienzeit gekoppelt, die nur 40 Prozent der Studierenden einhalten. Das CHE fordert zudem, dass mit dem Bafög künftig auch weiterbildende Masterangebote gefördert werden.