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Saarbrücker Forscher koordiniert deutsches Epigenetik-Programm

Saarbrücken. Die Universität des Saarlands übernimmt eine Schlüsselposition in der Genomforschung in Deutschland. Auf dem Saarbrücker Campus wird die Zentrale des deutschen Epigenom-Programms "DEEP" eingerichtet. Koordinator des neuen Forschungsnetzwerks ist der Genetiker Professor Jörn Walter

Saarbrücken. Die Universität des Saarlands übernimmt eine Schlüsselposition in der Genomforschung in Deutschland. Auf dem Saarbrücker Campus wird die Zentrale des deutschen Epigenom-Programms "DEEP" eingerichtet. Koordinator des neuen Forschungsnetzwerks ist der Genetiker Professor Jörn Walter. 21 Forschergruppen aus ganz Deutschland haben sich darin zusammengeschlossen, um sogenannte Epigenome menschlicher Zelltypen zu entschlüsseln.Der Begriff Epigenetik ist eine Zusammenziehung aus "Genetik" und der griechischen Vorsilbe "epi" ("nachher/zusätzlich"). Epigenetiker untersuchen, wie Gene in Zellen programmiert werden und welchen Einfluss dabei die Umwelt hat. Denn der genetische Code unserer Zellen ist nicht unwandelbar. Sogenannte epigenetische Schalter, die auf dem Träger der Erbinformationen, der DNS, in der Zelle sitzen, können Gene ein- und ausschalten. Sie spielen damit eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Entwicklung vieler Krankheiten.


Das Wissen um diese zusätzlich zu den Genen existierenden Markierungen auf dem Erbgut könnte zu vollkommen neuen Einsichten in die Entwicklung gesunder und kranker, alter und junger Zellen führen, so die Wissenschaftler. Das deutsche Netzwerk "DEEP" ist Teil eines größeren, weltumspannenden Forschungsprojekts. Im "International Human Epigenome Consortium" (IHEC) analysieren Wissenschaftler weltweit, wie epigenetische Veränderungen beschaffen sind und wie durch Fehlregulierungen Krankheiten entstehen. Das Bundesforschungsministerium fördert "DEEP" mit 16 Millionen Euro, 5,5 Millionen fließen an saarländische Projektpartner nach Saarbrücken, erklärte die Saar-Universität. byl